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Wie umgehen mit Krise und Veränderung im geographisch, wirtschaftlich und politisch bildenden Unterricht?
ein Beitrag zur Resilienzförderung von Schüler*innen
Daniel Raithofer
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doktoratsstudium Sozialwissenschaften: Geographie
Betreuer*in
Christiane Hintermann
DOI
10.25365/thesis.77368
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29454.89861.244160-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die COVID-19 Pandemie hat sich auf das gesellschaftliche und individuelle Leben faktisch aller Menschen in zahlreichen Ländern ausgewirkt und als Krisenerfahrung, insbesondere während der in Österreich verordneten Lockdowns, für große Veränderungen und Herausforderungen in den alltäglichen Routinen gesorgt. Insbesondere Schule, Unterricht und darin stattfindende Lernprozesse waren davon betroffen und kaum auf ein solches Krisenszenario vorbereitet oder abgestimmt. Erfahrungen im Umgang mit der Pandemie im schulischen Kontext eröffnen jedoch Möglichkeiten, für zukünftige Krisen zu lernen, bessere Vorbereitungen zu treffen und Resilienz aufzubauen. Im vorliegenden Forschungsprojekt wird deshalb den Fragen nachgegangen, welche Erfahrungen Lernende im Umgang mit einer Krisensituation wie der Pandemie gemacht haben und was diese Erfahrungen für einen politisch bildenden Unterricht im Fach Geographie und wirtschaftliche Bildung bedeuten, der die Resilienz der Lernenden in bzw. für Krisensituationen fördern möchte. Resilienz wird dabei mit dem eigens formulierten Modell der Intellectual Resilience als prozessual, handlungsbezogen und normativ konzeptualisiert. Zudem vermittelt Intellectual Resilience zwischen individuellen und systemischen Resilienzansätzen und bindet Überlegungen der Sozialen Resilienz in die pädagogische Resilienzdebatte ein. Mittels Fokusgruppeninterviews in zwei Wiener Schulklassen der Sekundarstufe II werden die schul- und unterrichtsspezifischen Erfahrungen der Lernenden mit der Pandemie erhoben. Um die darin zum Ausdruck gebrachten kollektiven Orientierungsmuster offenzulegen, wird die Dokumentarische Methode eingesetzt. Für eine bessere Einordnung der Orientierungsmuster dient eine qualitative Inhaltsanalyse von Expert*inneninterviews mit Lehrpersonen der teilnehmenden Klassen. Die aus beiden Erhebungen resultierenden komprimierten Erfahrungsbeschreibungen mit der Pandemie dienen als Ankerpunkte für resilienzförderlichen geographischen und wirtschaftlich bildenden Unterricht. Die semantische Treffsicherheit der Ankerpunkte und ihre Relevanz im individuellen Lernprozess für die Lernenden wird mit Hilfe von Vignettenforschung geprüft, von textueller auf bildliche Ebene transferiert und mittels bildanalytischer Dokumentarischer Methode ausgewertet. Es zeigt sich, dass die insgesamt acht als relevant herausgearbeiteten Ankerpunkte motivationale, emotionale, methodisch-lerntechnische, aber auch thematisch-inhaltliche Aspekte von Lernprozessen ansprechen. Zudem werden die Ankerpunkte von den Lernenden in dreierlei unterschiedlicher Art wahrgenommen: als a) individuell vorhanden bzw. ausgeprägt und unterstützend, als b) individuell fehlend und erstrebenswert oder als c) allgemein sinnvoll, jedoch individuell nicht notwendig. Insgesamt zeigt sich, dass die Ankerpunkte Potenzial zur Förderung von Befähigungen zur kritischen Reflexion bestehender sozialer, ökonomischer, ökologischer und technologischer Teillebenswelten, aber auch der Aushandlung von und Partizipation an diesen Lebenswelten aufweisen. Sie ermöglichen damit eine Stärkung der Autonomie der Lernenden und können somit als Trittsteine eines resilienzförderlichen geographisch und wirtschaftlich bildenden Unterrichts dienen.
Abstract
(Englisch)
The COVID-19 pandemic has had an impact on the social and individual lives of virtually everyone in many countries and, as a crisis experience, has caused major changes and challenges in everyday routines, especially during the lockdowns imposed in Austria. Schools, lessons and the learning processes that take place within them were particularly affected and were hardly prepared or coordinated for such a crisis scenario. However, experience in dealing with the pandemic in a school context opens up opportunities to learn for future crises, make better preparations and build resilience. This research project therefore explores the questions of what experiences learners have had in dealing with a crisis situation such as the pandemic and what these experiences mean for lessons in geography, economics and civic education that aim to promote learners' resilience in and for crisis situations. Resilience is conceptualised as processual, action related and normative, using the specially formulated model of intellectual resilience. The model also mediates between individual and systemic approaches to resilience and integrates social resilience considerations into educational resilience debates. Focus group interviews in two Viennese upper secondary school classes are used to analyse learners' school- and classroom-specific experiences of the pandemic. To reveal the collective patterns of orientation expressed in these interviews, the documentary method is used. A qualitative content analysis of expert interviews with teachers from the participating classes serves to better categorise the orientation patterns. The condensed descriptions of experiences with the pandemic resulting from both surveys serve as anchor points for resilience-promoting geographical and economic education. The semantic accuracy of the anchor points and their relevance in the individual learning process for the learners is tested with the help of vignette research, transferred from textual to visual form of understanding and expression and analysed using an image-analytical form of the documentary method. The eight anchor points identified as relevant address motivational, emotional, methodological and technical aspects of learning processes, as well as thematic and content-related ones. In addition, the anchor points are perceived by the learners in three different ways: as a) individually present or pronounced and supportive, as b) individually missing and desirable or as c) generally useful but individually not necessary. Overall, it is apparent that the anchor points have the potential to promote the ability to critically reflect on, but also to negotiate and participate in, existing social, economic, ecological and technological environments. They thus enable learners' autonomy to be strengthened and can therefore serve as stepping stones for geography and economics education that promotes resilience.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Resilienz COVID-19 Krise Erfahrungen im Unterricht Intellectual Resilience Vignettenforschung Fokusgruppen
Schlagwörter
(Englisch)
resilience COVID-19 crisis experiences in the classroom intellectual resilience focus groups vignette research
Autor*innen
Daniel Raithofer
Haupttitel (Deutsch)
Wie umgehen mit Krise und Veränderung im geographisch, wirtschaftlich und politisch bildenden Unterricht?
Hauptuntertitel (Deutsch)
ein Beitrag zur Resilienzförderung von Schüler*innen
Paralleltitel (Englisch)
How to deal with crisis and change in geography, economics and political education?
Paralleluntertitel (Englisch)
a contribution to promoting resilience in pupils
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
xi, 341 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Detlef Kanwischer ,
Verena Schreiber
Klassifikationen
74 Geographie > 74.64 Ausbildung, Beruf, Organisationen ,
81 Bildungswesen > 81.61 Didaktik. Hochschuldidaktik
AC Nummer
AC17396862
Utheses ID
71917
Studienkennzahl
UA | 796 | 310 | 452 |
