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Veränderung der Knieglenkskinematik nach Ruptur des vorderen Kreuzbandes bei ACL-operierten Probanden und Copern
Nikolaus Kalina
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Sportwissenschaft und Universitätssport
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Sportwissenschaft
Betreuer*in
Hans Kainz
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.76354
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30273.91325.203433-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Ruptur des vorderen Kreuzbandes zählt zu den häufigsten Sportverletzungen und zieht bei operativer Rekonstruktion einen langen Rehabilitationsprozess von etwa sechs bis neun Monaten nach sich. Obwohl die chirurgische Versorgung der Ruptur die gängige Praxis darstellt, gibt es Personen und insbesondere Sportler, die trotz eines nicht vorhandenen vorderen Kreuzbandes kein Instabilitätsgefühl im Kniegelenk aufweisen. Diese Personengruppe wird in der Literatur als Coper beschrieben. Bislang wurden nur wenige Studien zu den genauen Mechanismen der Kniegelenksstabilisierungsstrategie (sowohl kinematisch als auch neuromuskulär) der Coper durchgeführt. Folglich gestaltet sich das Einbetten rehabilitationsspezifischer Maßnahmen in der Physiotherapie und Trainingstherapie sehr schwierig, da es keine klaren Richtlinien gibt. Im Rahmen der vorliegenden Studie erfolgt eine Untersuchung von vier gängigen Testverfahren zur Bestimmung von Kinematik und funktioneller Leistungsfähigkeit nach Ruptur des vorderen Kreuzbandes. Die Testverfahren werden zwischen drei Gruppen (Coper, ACL-OP, gesund) verglichen. Die Studie wurde mit insgesamt 15 Probanden durchgeführt, die in drei Gruppen zu je fünf Personen aufgeteilt wurden. Die Gruppen setzten sich wie folgt zusammen: Gruppe Coper (n=5), Gruppe ACL-OP (n=5) und Gruppe gesund (n=5). Das Durchschnittsalter der Probanden betrug 30,33 ± 3,66 Jahre. Die Datenerfassung erfolgte mittels eines 3D-Bewegungsanalyse-Systems (Vicon 3D-Motion-Capture-System) und Kraftmessplatten, aus welchen zur weiteren Analyse ein subjektspezifisches muskuloskelettales Modell erstellt wurde. Von besonderem Interesse waren hierbei die bewegungsdynamischen Veränderungen und Asymmetrien der Gelenkskinematik zwischen Copern und Personen mit einer Operation am vorderen Kreuzband (ACL-OP) im Vergleich zur gesunden Kontrollgruppe sowie der Vergleich zwischen der betroffenen Extremität und der kontralateralen Seite. Es wird angenommen, dass es zu einer deutlichen Veränderung der Bewegungsdynamik bei der Gruppe der Coper und ACL-OP, im Vergleich zur Kontrollgruppe kommt. Dies könnte weitere Einblicke in die Strategien zur Stabilisierung des Kniegelenkes ermöglichen. Des Weiteren erfolgt ein Vergleich zwischen einem weniger gelenksbelastenden Test (Step-Test), welcher früh im Rehabilitationsprozess durchgeführt werden kann, und einem hochgradig belastenden Test (Single-Leg-Hop for Distance Test), welcher erst in den letzten Phasen des Return-to-Sport-Prozesses durchgeführt wird. Es wird postuliert, dass signifikante Unterschiede in der Kinematik bereits bei geringeren Belastungen auftreten, was die Entwicklung rehabilitationsspezifischer Maßnahmen in den frühen Phasen der Wundheilung ermöglicht. Die zentralen Erkenntnisse der Studie lassen sich wie folgt zusammenfassen: Die Gruppe der Copern wies geringere Gelenkswinkel auf als die ACL-OP-Gruppe und die Kontrollgruppe. Beim Single-Leg-Hop zeigte sich bei der Knieflexion ein umgekehrtes Ergebnis: Die Gelenkswinkel waren bei den Coper größer als bei der ACL-OP-Gruppe und den gesunden Probanden. Beim Vergleich zwischen Step-Test und Single-Leg-Hop-Test zeigen sich bis auf eine vermehrte Hüftabduktion beim Single-Leg-Hop-Test, keine relevanten Unterschiede. Im Rahmen eines Vergleichs zwischen Step-Test und Single-Leg-Hop-Test konnten keine relevanten Unterschiede festgestellt werden, mit Ausnahme einer vermehrten Hüftabduktion beim Single-Leg-Hop-Test. Diese Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass es schon bei geringen Gelenksbelastungen zu einer deutlichen Veränderung der Kinematik bei dynamischen Belastungen kommt. Daraus lässt sich ableiten, dass bei Testungen mit geringer Gelenksbelastung, wie beispielsweise dem Step-Test, pathologische Bewegungsmuster auftreten, die in einer frühen Phase des Rehabilitationsprozesses behandelt werden können.
Abstract
(Englisch)
The rupture of the anterior cruciate ligament (ACL) is one of the most common sports injuries and involves a long rehabilitation process of about six to nine months when surgically reconstructed. Although surgical treatment of the rupture is standard practice, there are individuals, particularly athletes, who do not experience a sense of instability in the knee joint despite the absence of an ACL. This group of individuals is referred to in the literature as Copers. To date, only a few studies have investigated the exact mechanisms behind the knee joint stabilization strategy (both kinematic and neuromuscular) of copers. Consequently, integrating rehabilitation-specific measures in physical therapy and training therapy is very challenging due to the lack of clear guidelines. In the present study, four different and common tests for determining kinematics and functional performance after ACL rupture are examined and compared between three groups (Copers, ACL-OP, healthy). A total of 15 subjects (age 30.33 ± 3.66), divided into 5 Persons per group, participated in this study. Data collection was recorded using a 3D motion analysis system (Vicon 3D Motion Capture System) and force plates, from which a subject-specific musculoskeletal model was created for further analysis. Of particular interest were the dynamic changes and asymmetries in joint kinematics between copers and ACL-reconstructed individuals compared to the healthy control group, as well as the comparison between the affected limb and the contralateral side. It is assumed that there will be a clear dynamic change in the movement in the coper and ACL-OP groups compared to the control group, which can provide further insight into joint stabilization strategies. Additionally, a comparison is made between a less joint-straining test (step test), which can be performed early in the rehabilitation process, and a highly demanding test (single-leg hop for distance test), which is performed only in the final phases of the return-to-sport process. It is assumed that significant differences in kinematics will become apparent even at lower loads, making it possible to develop rehabilitation-specific measures in the early phases of the healing process. The main findings of the study were that the coper group showed smaller joint angles compared to the ACL-OP group and the control group. Only in the single-leg hop test did the knee flexion show a reversed result, with a larger joint angle in the copers compared to the ACL-OP group and the healthy subjects. When comparing the step test and the single-leg hop test, no relevant differences were observed except for increased hip abduction in the single-leg hop test. These results suggest that despite the absence of a Giving-away-feeling in the Copers and surgical reconstructed individuals, there is a change in kinematics during dynamic loads. It can also be inferred that pathological movement patterns can occur in tests with low joint load (e.g., step test), which can be addressed in the early phase of the rehabilitation process.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Kniegelenkskinematik ACL-operiert Coper
Autor*innen
Nikolaus Kalina
Haupttitel (Deutsch)
Veränderung der Knieglenkskinematik nach Ruptur des vorderen Kreuzbandes bei ACL-operierten Probanden und Copern
Paralleltitel (Englisch)
Changes in knee joint kinematics after rupture of the anterior cruciate ligament in surgicall treated subjects and copers
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
70 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Hans Kainz
Klassifikationen
44 Medizin > 44.52 Therapie ,
76 Sport > 76.10 Sport. Sportwissenschaft. Allgemeines
AC Nummer
AC17250811
Utheses ID
71938
Studienkennzahl
UA | 066 | 826 | |
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