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Mitgemeinte Schattengestalten und starke Vorbilder
eine gendertheoretische Analyse österreichischer Religionsschulbücher
Melanie Binder
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Evangelisch-Theologische Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doktoratsstudium der Evangelischen Theologie Evangelische Fachtheologie
Betreuer*in
Martin Rothgangel
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.77036
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-14640.12228.104248-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Gender ist ein Thema das in alltäglicher Form jede Person betrifft, es ist Teilaspekt verschiedener rechtlicher Grundlagen, wurde und wird vielfältig beforscht und ist nicht zuletzt Gegenstand hitziger gesellschaftlicher Debatten. Inwiefern Gender in aktuellen Religionsschulbüchern zum Tragen kommt, wurde bislang nicht ausreichend erkundet. Die vorliegende Forschungsarbeit bewegt sich an einer Schnittstelle zwischen Genderforschung und Theologie. Schulbücher und Lehrpläne der Unterrichtsfächer Evangelische Religion, Islamische Religion, Katholische Religion und Orthodoxe Religion werden untersucht. Die Arbeit ist in mehrfacher Hinsicht konzentriert: So wurden ausschließlich österreichische Schulbücher und Lehrpläne des Sekundarbereiches I analysiert. Gearbeitet wurde mit der Qualitativen Inhaltanalyse nach Philipp Mayring (2010), basierend auf den qualitativen Techniken der Zusammenfassung und induktiven Kategorienbildung sowie der Strukturierung. Vor allem im Bereich der Aufbereitung der Ergebnisse wurden auch quantitative Aspekte einbezogen. Durch das induktive Kodierungsvorgehen entstand nach und nach ein Analyseraster. Das Raster kann in der Form auch auf andere Religionsschulbücher in anderen Ländern und für verschiedene Altersstufen angewandt werden. Mit geringfügiger Adaption ist es auch für Schulbücher außerhalb des religionsunterrichtlichen Kontextes nutzbar. Die Ergebnisse zeigen ein Nebeneinander verschiedener Sprachformen auf. Alle Schulbücher verwenden u.a. maskuline Formen generisch. Dichotome Formulierungen finden sich neben genderneutralen, explizit maskulinen sowie explizit femininen Sprachformen. Nur sehr selten wurde mit Genderstern, Doppelpunkt oder Binnen-I gearbeitet. Besonders auffallend ist das Ergebnis bezogen auf das Fehlen jener Passagen, die ausschließlich weibliche* Gottesbilder beinhalten. Sehr wenige Passagen stellen weibliche* und männliche* Gottesbilder nebeneinander. Ebenfalls selten finden sich Passagen mit ausschließlich weiblichen* Funktionsbezeichnungen. Die Rollen, die Männer* und Frauen* einnehmen bzw. die ihnen zugeschrieben werden, weisen eine gewisse Vielfalt auf, dennoch werden Frauen* häufig über Männer* definiert bzw. wird ihre Relevanz über diese bestimmt. Nur wenige Abschnitte befassen sich explizit mit Gendergerechtigkeit und Chancengleichheit. Indirekt finden sich aber verschiedene Abschnitte, die diesbezüglich gut anschlussfähig sind. In den Bereichen sexualpädagogischer Auseinandersetzungen findet sich zum Teil das dezidierte Ausklammern weiblicher* Körperlichkeit und auch ein ausdrücklich sexpositiver Zugang. Ein differenzierterer Blickwinkel – insbesondere in Hinblick auf Schüler*innen und Lehrer*innen mit Missbrauchserfahrung – wäre wünschenswert.
Abstract
(Englisch)
Gender is a topic that affects every person in everyday life, it is an aspect of various legal foundations, has been and continues to be the subject of diverse research and is not least the subject of heated social debates. The extent to which gender is reflected in current religious textbooks has not yet been sufficiently explored. The present thesis operates at the interface between gender research and theology. Textbooks and curricula of the subjects Protestant Religion, Islamic Religion, Catholic Religion and Orthodox Religion are examined. The research concentrates on the analysis of Austrian textbooks and curricula of secondary level I. Qualitative content analysis according to Philipp Mayring (2010) was used, based on the qualitative techniques of summarization, inductive category formation and structuring. Quantitative aspects were also included, particularly in the preparation of the results. The inductive coding procedure gradually resulted in an analysis grid. The grid can also be applied in this form to other religious textbooks in other countries and for different age groups. With minor adaptation, it can also be used for textbooks outside the context of religious education. The results show a coexistence of different language forms. All textbooks use masculine forms generically, among others. Dichotomous formulations can be found alongside gender-neutral, explicitly masculine and explicitly feminine language forms. Gender asterisks, colons or inverted commas were only very rarely used. The result is particularly striking in terms of the absence of passages containing exclusively female* images of God. Very few passages juxtapose female* and male* images of God. Passages with exclusively female* function designations are also rare. The roles that men* and women* take on or that are ascribed to them show a certain diversity, yet women* are often defined by men* or their relevance is determined by them. Only a few sections deal explicitly with gender equality and equal opportunities. Indirectly, however, there are various sections that can be easily connected in this regard. In the areas of sexual education, female* physicality is sometimes decidedly excluded and there is also an explicitly sex-positive approach. A more differentiated perspective - particularly with regard to pupils and teachers with experience of abuse - would be desirable.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Schulbuchforschung Lehrplanforschung Gender Qualitative Inhaltsanalyse Religionsunterricht Evangelische Religion Islamische Religion Katholische Religion Orthodoxe Religion
Autor*innen
Melanie Binder
Haupttitel (Deutsch)
Mitgemeinte Schattengestalten und starke Vorbilder
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine gendertheoretische Analyse österreichischer Religionsschulbücher
Paralleltitel (Englisch)
Shadow figures and strong role models
Paralleluntertitel (Englisch)
a gender-theoretical analysis of Austrian religious textbooks
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
V, 464 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Andrea Lehner-Hartmann ,
Mónika Solymár
Klassifikation
11 Theologie > 11.77 Religionspädagogik
AC Nummer
AC17363941
Utheses ID
72020
Studienkennzahl
UA | 782 | 041 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1