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Emerging challenges and potential benefits for small- and medium-sized textile enterprises in the global South from the Corporate Sustainability Due Diligence Directive
Benthe Sondag
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Internationale Entwicklung
Betreuer*in
René Kuppe
DOI
10.25365/thesis.76637
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-19095.01643.824351-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Das Ziel dieser Masterarbeit ist es herauszufinden, welche Herausforderungen als auch Vorteile sich für Textilfabriken im globalen Süden aus den jüngsten regulatorischen Entwicklungen in Europa in Bezug auf Lieferketten und Sorgfaltspflichten ergeben. Dafür werden die folgenden Forschungsfragen gestellt: Vor welchen Herausforderungen stehen kleine und mittlere Textilunternehmen im globalen Süden als Teil globaler Wertschöpfungsnetzwerke durch die neuen Lieferkettenvorschriften in der Europäischen Union und welche Vorteile können diese Vorschriften bieten? Im Fokus steht dabei die sogenannte Richtlinie zur Nachhaltigkeits-Sorgfaltspflicht von Unternehmen (Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD)), die am 24. April 2024 im EU-Parlament endgültig verabschiedet wurde und als Ziel hat, Firmen (ab einer gewissen Unternehmensgröße und Umsatz) die in Europa agieren zu einer risiko-basierten Sorgfaltspflicht bezüglich Menschen- und Arbeitsrechten sowie Umwelteffekten zu verpflichten. Liefer- und Wertschöpfungsketten sind von (oftmals asymmetrischen) Machtstrukturen sowie politischen, ökonomischen und kulturellen Gegebenheiten geprägt, welche einen unmittelbaren Effekt auf verschiedene Komponenten haben, unter anderem auf die Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten als auch auf die Beziehungen zwischen Lieferanten und Einkäufern. Daher wurde für die theoretische Einordnung des Forschungsthemas einerseits das Konzept zu Globalen Wertschöpfungsketten (Global Value Chains) von Gereffi (2001) sowie auch das Konzept zu Globalen Produktionsnetzwerken (Global Production Networks) von Coe und Young (2019) herangezogen. Diese befassen sich unter anderem mit den hierarchischen Strukturen zwischen Einkäufer und Lieferant, den Möglichkeiten der Entwicklung hinsichtlich beispielsweise sozialer oder ökonomischer Bedingungen sowie weitere externe Akteure wie Institutionen oder Regierungen die hierauf wirken können. Zur Beantwortung der Forschungsfragen wurde qualitativ geforscht wobei die Methoden semi-strukturierter Experteninterviews sowie hermeneutischer Inhaltsanalyse des Gesetzestextes der CSDDD verwendet wurden. Es konnten insgesamt mit drei Fabriksbesitzern aus jeweils der Türkei sowie Bangladesch Interviews von ungefähr einer Stunde geführt werden wobei mit Hilfe eines semi-strukturierten Interviewleitfadens die vorgegangen wurde. Die Analyse erfolgte unter Anwendung des kritischen Paradigmas und einer qualitativen Inhaltsanalyse, bei der die beschriebenen Herausforderungen und Chancen evaluiert wurden und anschließen in Kontext gesetzt wurden mit den in der CSDDD festgelegten Anforderungen für Leitfirmen in Europa. Diese Ergebnisse wurden dann unter Berücksichtigung der zuvor erlangten theoretischen Kenntnisse verwendet, um Schlüsse über die potenzielle Wirksamkeit der Direktive treffen zu können. Zu den größten Herausforderungen für Textilfabriken zählen der Preisdruck durch gesteigerte Kosten und herausfordernde Wettbewerbsbedingungen, welche durch die Praktiken der Textilfirmen noch befeuert wird. Mindestanforderungen an Nachhaltigkeitsstandards hinsichtlich Arbeitsrechts und Umwelt werden zwar eingefordert, eine entsprechende Incentivierung wird allerdings von den Fabriksbesitzern nicht festgestellt, ebenso wenig die Motivation über die Mindeststandards hinauszugehen. Hinzu kommt eine beinah unmöglich langfristige Planung ihrer Kapazitäten, da die Leitfirmen selten kontinuierliche Bestellungen aufgeben. Die Verantwortung für Sorgfaltspflicht wird weiters auf die Lieferanten übertragen, welche mehrmals im Jahr unter verschiedenen Bedingungen auditiert werden, verschiedene Standards einhalten müssen und zusätzlich die Sorgfaltspflicht für Lieferanten tiefer in die Kette übernehmen müssen. Vorteile werden zwar teils wahrgenommen, wie zum Beispiel die Kostensenkung durch effizientere Energiemaßnahmen allerdings beruhen viele Nachhaltigkeitsmaßnahmen bei den Fabriken eher auf intrinsischer Motivation. Konkrete Verbesserungen für die Arbeitenden werden kaum beschrieben und die Anforderungen seitens der Firmen eher als Bürde gesehen, für die zu wenig Unterstützung durch die Leitfirmen zur Verfügung gestellt wird. Die CSDDD wird in 2026 in nationales Recht übernommen sein und die tatsächlichen Herausforderungen und Vorteile werden sich erst dann nach und nach herauskristallisieren. Nichtsdestotrotz konnte mit der Analyse ein erster Eindruck über die potenzielle Wirksamkeit als auch die Wichtigkeit der CSDDD geschaffen werden, der als Basis für weitergehende Forschung gesehen werden kann.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Sorgfaltspflicht Wertschöpfungskette Lieferkette Textilindustrie globaler Süden CSDDD
Schlagwörter
(Englisch)
CSDDD chain of activities supply chain global south Due Diligence
Autor*innen
Benthe Sondag
Haupttitel (Englisch)
Emerging challenges and potential benefits for small- and medium-sized textile enterprises in the global South from the Corporate Sustainability Due Diligence Directive
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
112 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
René Kuppe
Klassifikation
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.04 Ausbildung, Beruf, Organisationen
AC Nummer
AC17325007
Utheses ID
72072
Studienkennzahl
UA | 066 | 589 | |
