Detailansicht

Flexibility vs. certainty
evaluating the impact of the relative priority rule (RPR) under the European directive on preventive restructuring and insolvency
Preslava Karadjova
Art der Arbeit
Master-Thesis (ULG)
Universität
Universität Wien
Fakultät
Postgraduate Center
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Universitätslehrgang Europäisches und Internationales Wirtschaftsrecht [Vollzeit]
Betreuer*in
Thomas Ratka
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.76303
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-20931.08718.203735-1
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Flexibilität vs. Sicherheit: Bewertung der Auswirkungen der Relativen Prioritätsregel (RPR) gemäß der Europäischen Richtlinie über präventive Restrukturierung und Insolvenz Umsetzung und Auswirkungen der Relativen Prioritätsregel (RPR) im Rahmen der Europäischen Restrukturierungsrichtlinie (EU) 2019/1023 Diese Arbeit untersucht die Implementierung und die Auswirkungen der Relativen Prioritätsregel (RPR) innerhalb der Europäischen Richtlinie (EU) 2019/1023 über präventive Restrukturierungsrahmen. Die Analyse konzentriert sich auf die Auswirkungen der RPR auf den Gläubigerschutz und ihr Potenzial, opportunistisches Verhalten zu fördern, und zieht dabei Vergleiche zur Absoluten Prioritätsregel (APR) in den USA. Die EU-RPR ermöglicht größere Flexibilität in Restrukturierungsprozessen, indem sie eine günstigere Behandlung widersprechender Gläubiger im Vergleich zu nachrangigen Gläubigerklassen, wie etwa zahlungsunfähigen Aktionären, ohne vollständige Befriedigung ihrer Ansprüche zulässt. Diese Flexibilität steht im Gegensatz zur starren Hierarchie der APR, die vorschreibt, dass vorrangige Gläubiger vollständig befriedigt werden müssen, bevor nachrangige Gläubiger Werte erhalten können. Während die Flexibilität der RPR Verhandlungen und einvernehmliche Restrukturierungslösungen erleichtern kann, führt sie auch zu Herausforderungen in Bezug auf Rechtssicherheit und Vorhersehbarkeit. Die Möglichkeit, von traditionellen Prioritätsregeln abzuweichen, kann zu unvorhersehbaren Ergebnissen führen und die Stabilität verringern, auf die sich Gläubiger in Restrukturierungsszenarien verlassen. Diese Unvorhersehbarkeit kann zu erhöhten Kosten und einer verringerten Bereitschaft führen, Kredite zu gewähren, da Gläubiger Schwierigkeiten haben könnten, ihre Positionen und Erholungsraten in einer Restrukturierung vorherzusehen. Darüber hinaus diskutiert die Arbeit die praktischen Auswirkungen der RPR, wie die Förderung von Blockadeverhalten unter nachrangigen Gläubigern und zahlungsunfähigen Aktionären, was Restrukturierungsprozesse verzögern und die Kosten erhöhen kann. Es wird auch untersucht, wie die Verhandlungsposition unbesicherter Gläubiger unter der RPR geschwächt werden würde, was zu unfairen Verteilungen und Komplikationen bei der Erzielung einvernehmlicher Restrukturierungslösungen führen könnte. Um diese Probleme zu adressieren, plädiert die Arbeit für einen maßgeschneiderten Ansatz bei Prioritätsregeln, der mit den grundlegenden Zielen des Insolvenzrechts übereinstimmt, um die Wertverteilung zu maximieren und systemische Risiken zu minimieren. Es wird empfohlen, dass die Mitgliedstaaten die Nuancen beider Regeln bei der Umsetzung der Richtlinie in ihre gesetzlichen Rahmen berücksichtigen, um unbeabsichtigte Konsequenzen in Insolvenzverfahren zu vermeiden. Die Arbeit liefert auch eine vergleichende Analyse der Umsetzungsstrategien in drei Ländern: Österreich, die Niederlande und Bulgarien. Es wird untersucht, wie jedes Land die präventiven Restrukturierungsrahmen implementiert hat und welche der beiden Regeln, RPR oder APR, übernommen wurde. Die Vorteile und Herausforderungen jeder Herangehensweise werden hervorgehoben.
Abstract
(Englisch)
The thesis explores the Relative Priority Rule (RPR) within the European Union’s Directive (EU) 2019/1023 of the European Parliament and of the Council of 20 June 2019 (Preventive Restructuring Directive), examining its impact on creditor protection and its potential to foster opportunistic behavior. Through a comparative analysis, the thesis contrasts the newly implemented EU RPR with the U.S. Absolute Priority Rule (APR), highlighting the EU RPR's flexibility which allows dissenting creditors to be treated more favorably compared to junior classes creditors, like out-of-money shareholders, without requiring full satisfaction of their claims, unlike the APR, which requires full satisfaction of dissenting creditor classes claims before junior classes can retain value. However, this flexibility may come at the cost of legal certainty. The flexibility introduced by the RPR, which allows for deviations from traditional priority rules (where creditors are paid strictly based on the seniority of their claims), could result in unpredictable outcomes. This unpredictability can reduce legal certainty because creditors may not be sure of their position and expected recoveries in a restructuring scenario. Consequently legal certainty is crucial in insolvency and restructuring contexts as it provides predictability and stability in the financial system. Moreover, the thesis argues that the flexibility provided by the RPR might result in unpredictability and inconsistent results, making it difficult for creditors to foresee restructuring outcomes and possibly leading to increased costs or decreased willingness to extend credit. For instance, junior creditors or out-of-the-money shareholders might be encouraged to engage in holdout behavior, delaying restructuring processes in hopes of negotiating better terms. This can increase the costs and time involved in restructuring, potentially leading to suboptimal outcomes for all parties. Additionally, the bargaining power of unsecured creditors may be diminished under the RPR, as these creditors often lack collateral to back their claims and might find themselves deprioritized in restructuring plans that favor other stakeholders. This shift could significantly impact the dynamics of creditor negotiations, potentially leading to unfair distributions and complications in achieving consensual restructuring solutions. Therefore, the thesis advocates for a tailored approach to priority rules that aligns with fundamental insolvency law objectives to maximize value distribution and minimize systemic risks, recommending that Member States consider the nuances of both rules while transponding the Directive into their legislative frameworks, thus avoiding unintended consequences in insolvency proceedings. Furthermore, equally important, this work contains a substantive comprehensive comparison of three domestic jurisdictions (Austria, the Netherlands and Bulgaria) and an analysis on the manner of transposing the preventive restructuring frameworks, focusing correspondingly on the RPR or APR.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Präventive Restrukturierungsrichtlinie Relative Prioritätsregel RPR Absolute Prioritätsregel APR EU-RPR Umsetzung durch Mitgliedstaaten
Autor*innen
Preslava Karadjova
Haupttitel (Englisch)
Flexibility vs. certainty
Hauptuntertitel (Englisch)
evaluating the impact of the relative priority rule (RPR) under the European directive on preventive restructuring and insolvency
Paralleltitel (Deutsch)
Flexibilität vs. Sicherheit
Paralleluntertitel (Deutsch)
Bewertung der Auswirkungen der Relativen Prioritätsregel (RPR) gemäß der Europäischen Richtlinie über präventive Restrukturierung und Insolvenz
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
53 Seiten
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Thomas Ratka
Klassifikation
86 Recht > 86.65 Wirtschaftsrecht
AC Nummer
AC17244585
Utheses ID
72105
Studienkennzahl
UA | 992 | 548 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1