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Den psychotherapeutischen Raum gestalten
Erfahrungen nicht-heterosexueller Personen in der Psychotherapie in Österreich
Lena Jacob
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Psychologie
Betreuer*in
Brigitte Lueger-Schuster
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.76626
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-28455.03837.521954-8
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Personen, die heteronormativen Erwartungshaltungen nicht entsprechen, haben ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen. Dieses wird im Minority Stress Modell durch Diskriminierung und Stressoren aus dem gesellschaftlichen Umfeld erklärt, wozu auch Mikroaggressionen gehören. Mikroaggressionen sind alltägliche verbale, verhaltensbasierte oder umweltbedingte Demütigungen, die absichtlich oder unabsichtlich sein können. Personen, die in Psychotherapie sind, befinden sich in einer vulnerablen Lebenslage, in der das Erleben von Diskriminierung durch die Psychotherapeut*innen besonders schädlich sein kann. Die vorliegende Studie beschäftigte sich als erste Studie mit den Psychotherapieerfahrungen von nicht-heterosexuellen Personen in Österreich. Einerseits wurden berichtete Mikroaggressionen mit bereits bestehenden Taxonomien verglichen. Andererseits wurden hilfreiche Situationen identifiziert und Implikationen abgeleitet. Es wurden acht problemzentrierte Interviews mit lesbischen, schwulen, bisexuellen, queeren und pansexuellen Personen geführt, welche mittels der inhaltlich strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet wurden. Die Analyse ergab sechs Hauptkategorien mit 47 Subkategorien. Nicht-heterosexuelle Personen haben in der Psychotherapie eine Reihe von Mikroaggressionen erlebt, wie beispielsweise Unwissenheit seitens der Psychotherapeut*innen, die Absprache der sexuellen Orientierung oder die Leugnung heterosexistischer Gesellschaftsstrukturen. Die berichteten Erfahrungen zeigen, dass Mikroaggressionen weitreichende Konsequenzen haben können. Es sollte zukünftig untersucht werden, inwiefern Weiterbildungen für Psychotherapeut*innen und die Auseinandersetzung mit der eigenen Positionierung sowie gesellschaftlichen Verhältnissen der Reproduktion von Mikroaggressionen entgegenwirken können. Eine gute Psychotherapie wird nicht allein mit dem Ausbleiben von Diskriminierung gelingen, sondern bedarf erweiterter kultureller Kompetenzen der Psychotherapeut*innen.
Abstract
(Englisch)
People who do not conform to heteronormative expectations have an increased risk of mental illness. In the Minority Stress Model, this is explained by discrimination and stressors from the social environment, which also includes microaggressions. Microaggressions are everyday verbal, behavioral, or environmental indignities that can be intentional or unintentional. People undergoing psychotherapy are in a vulnerable situation in which experiencing discrimination by psychotherapists can be particularly harmful. This study is the first to look at the psychotherapy experiences of non-heterosexual people in Austria. On the one hand, it breaks down which microaggressions were experienced. On the other hand, helpful situations were identified and implications were derived. Eight problem-centered interviews were conducted with lesbian, gay, bisexual, queer and pansexual people, which were evaluated using content-structuring qualitative content analysis. The analysis resulted in six main categories with 47 subcategories. Non-heterosexual people have experienced several microaggressions in psychotherapy, such as a lack of knowledge on the part of the psychotherapist, denial of the client’s sexual orientation or the denial of heterosexist social structures. The reported experiences indicate that microaggressions can have serious consequences. It should be investigated to what extent further training for psychotherapists and an awareness of their own positioning and social conditions can prevent the reproduction of microaggressions. Good psychotherapy requires not only the absence of discrimination, but also culturally competent psychotherapists.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Mikroaggressionen Mikroaffirmationen Psychotherapie Österreich Queer Nicht-heterosexuelle Klient*innen Diskriminierung
Autor*innen
Lena Jacob
Haupttitel (Deutsch)
Den psychotherapeutischen Raum gestalten
Hauptuntertitel (Deutsch)
Erfahrungen nicht-heterosexueller Personen in der Psychotherapie in Österreich
Paralleltitel (Englisch)
Shaping the psychotherapeutic space
Paralleluntertitel (Englisch)
experiences of non-heterosexual persons in psychotherapy in Austria
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
101 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Brigitte Lueger-Schuster
Klassifikationen
77 Psychologie > 77.24 Kritische Psychologie ,
77 Psychologie > 77.70 Klinische Psychologie ,
77 Psychologie > 77.79 Psychotherapie. Sonstiges
AC Nummer
AC17324292
Utheses ID
72201
Studienkennzahl
UA | 066 | 840 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1