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What are the odds (ratios)?
a corpus-based diachronic exploration of the collocational strengths of the pronouns "he" and "she" with select constructions to quantify gender bias
Jayou Oh
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium English Language and Linguistics
Betreuer*in
Nikolaus Ritt
DOI
10.25365/thesis.76384
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-31101.02213.487285-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit trägt zur Literatur des Themas geschlechtsspezifische Voreingenommenheit in der Sprache bei. Seit den 1970ern haben Gender-Bias und geschlechtsspezifische Asymmetrien in der Sprache wissenschaftliche Aufmerksamkeit erhalten, wobei das Interesse an der Erkennung solcher sprachlichen Ungleichheiten seit den 2010ern im Zuge der Entwicklungen des Bereiches maschinelles Lernen erneut zugenommen hat. Ein Großteil der Forschung hat sich auf Gender-Bias verbunden mit Substantiven, Verben und Adjektiven in Korpusdaten konzentriert. Dabei wurde gezeigt, dass Substantive und Pronomen, die Männer und Frauen bezeichnen, sich in ihren Kollokationstendenzen mit bestimmten Wörtern unterscheiden. Über die Ebene der einzelnen Wörter hinaus gibt es hingegen wenig Recherche darüber, wie geschlechtsspezifische Begriffe mit verschiedenen Konstruktionen interagieren; so ist auch die Forschung zum historischen Verlauf des Gender-Bias spärlich. Diese Forschung befasst sich daher mit diesen übersehenen Aspekten durch diachrone Untersuchungen von Bias-Tendenzen, die speziell für verschiedene Verbkonstruktionen beobachtbar sind, wobei das Chancenverhältnis als statistisches Maß zur Quantifizierung des Bias verwendet wird. Die Sondierungsstudie beinhaltet einen Datensatz mit 26 Konstruktionen sowie 36 Verben. Die Daten wurden aus dem Google Books (American English) Corpus gesammelt. Durch das Untersuchen inwieweit die Subjektpronomen 'he' und 'she' mit ausgewählten Konstruktionen zusammenfallen, die grammatische Merkmale wie Zeitform, Aspekt, Modalität und Verneinung enthalten, war es möglich festzustellen, ob Konstruktionen Vorurteile auf Geschlecht beruhend aufweisen, welche Konstruktionen stärker befangen erscheinen als andere und wie sich die Bias-Trends im Verlauf von zwei Jahrhunderten veränderten. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Verbkonstruktionen zwar kleine, aber dennoch verbreitete und statistisch messbare Befangenheit zeigen. Das geschlechtsspezifische Vorurteil nahm insgesamt zwischen dem 19. und 21. Jahrhundert ab, und einfache Zeitkonstruktionen weisen einen größeren Bias auf als progressive, perfekte oder modale Konstruktionen. Darüber hinaus ist die Vergangenheitsform stärker mit weiblichem Bias verbunden, während Konstruktionen im Präsens tendenziell männlichen Bias zeigen. Negative Konstruktionen können verzerrter sein als positive, und die allmähliche Reduktion der befangenen Sprachverwendung kann scheinbar eher der Abschwächung des weiblichen Bias als einer abnehmenden Bias beider Geschlechter zugeschrieben werden. Die Ergebnisse zeigen somit, dass Konstruktionen nicht so unverfänglich sind, wie sie scheinen, und in Bezug auf geschlechtsspezifische Befangenheit weiter untersucht werden sollten.
Abstract
(Englisch)
This thesis contributes to the literature on the topic of gender bias in language. Gender bias and asymmetries in language have received scholarly attention since the 1970s, with renewed interest in detecting such linguistic inequalities arising from the 2010s onwards following developments in machine learning. Much of the research has focused on gender bias associated with nouns, verbs and adjectives on the basis of corpus data, through which it has been demonstrated that nouns and pronouns denoting males and females differ in their collocational tendencies with certain words. Beyond the level of individual words, there is conversely little written about how overtly gendered terms interact with different constructions; research on the historical progression of gender bias is also sparse. This research thus addresses these overlooked aspects through diachronic investigations of bias trends specifically observable for various verb constructions, using odds ratio as a statistical measure to quantify gender bias. The exploratory study involved a dataset consisting of 26 constructions as well as 36 verbs. Data were collected from the Google Books (American English) Corpus. By examining to what degree the gendered subject pronouns 'he' and 'she' collocate with select constructions containing grammatical features such as tense, aspect, modality and negation, it was possible to determine whether grammatical constructions exhibit gender bias, which constructions appear more biased than others, and how bias trends changed in the span of two centuries. The findings suggest that verb constructions do display small yet pervasive and statistically measurable bias, gender bias decreased overall between the 19th and 21st century, and simple tense constructions register greater bias than progressive, perfect or modal constructions. Moreover, the past tense is more associated with female bias while present tense constructions tend to show male bias, negative constructions may be more biased than positive ones, and the gradual reduction in biased language use can seemingly more likely be attributed to weakening female bias than to jointly diminishing bias for both genders. The results so indicate that constructions are not as innocuous as they seem and should be scrutinised further in matters relating to gender bias.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Geschlechtervoreingenommenheit Korpuslinguistik Kollokationen Bias-Trends Chancenverhältnis
Schlagwörter
(Englisch)
gender bias corpus linguistics collocations bias trends odds ratio
Haupttitel (Englisch)
What are the odds (ratios)?
Hauptuntertitel (Englisch)
a corpus-based diachronic exploration of the collocational strengths of the pronouns "he" and "she" with select constructions to quantify gender bias
Paralleltitel (Deutsch)
Wie stehen die Chancen(verhältnisse)?
Paralleluntertitel (Deutsch)
eine korpusbasierte diachrone Studie zu den Kollokationsstärken der Pronomen he und she mit ausgewählten Konstruktionen zur Quantifizierung des Gender-Bias
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
v, 154 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Nikolaus Ritt
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.06 Sprachwissenschaft. Allgemeines ,
18 Einzelne Sprachen und Literaturen > 18.04 Englische Sprache
AC Nummer
AC17254090
Utheses ID
72238
Studienkennzahl
UA | 066 | 812 | |
