Detailansicht
Reisen als Form des Widerstands - wie schwarze Frauen Reisen nutzen, um gegen patriarchale und rassistische Strukturen anzukämpfen
Einblicke aus dem österreichischen Kontext
Lisa Tackie
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Afrikawissenschaften
Betreuer*in
Birgit Englert
DOI
10.25365/thesis.76450
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-12308.39772.639081-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit untersucht, wie Schwarze Flinta aus Österreich und Deutschland Reisen als Form des Widerstands gegen patriarchale und rassistische Strukturen nutzen. Zuallererst wird anhand aktueller Literatur herausgearbeitet, wie verschiedene Machtsysteme Schwarze Reisende beeinflussen und in welcher Form sie Diskriminierung und Ausgrenzung erfahren. Dabei werden vier Hauptthemen identifiziert: Schwarze Reisende werden ungleich behandelt. Dies kann sich u.a. zeigen durch schlechten Kundenservice. Sie erfahren mangelnde Repräsentation in der Tourismusindustrie. Dies setzt sich fort in der Reiseforschung, wo intersektionale Perspektiven kaum Beachtung finden. Reiseräume sind essentiell weiße Räume, in denen die Anwesenheit Schwarzer Menschen als Eindringen wahrgenommen wird. Eine Bewegung, die gegen diese Diskriminierung auftritt, ist das Black Travel Movement. Diese Arbeit verwendet dabei die Critical Race Theory und die Methode der Counter Narratives, um die Lebensrealitäten Schwarzer Flinta sichtbar zu machen und eurozentrische Epistemologien zu durchbrechen. Anhand von zehn Leitfaden-Interviews wird analysiert, wie Schwarze Flinta Reisen als Empowerment und Widerstand nutzen. Reisen ermöglicht ihnen, sich dem Othering in Deutschland und Österreich zu entziehen. Zugleich werden sie in ihrer Identität als Schwarze:r Österreicher:in/Deutsche gestärkt. Insbesondere das Reisen an Orte mit hohem BIPoC-Anteil bietet Zugehörigkeit und Repräsentation, wodurch Minderheitenstress reduziert und die mentale Gesundheit gestärkt werden kann. Reisen kann auch als Widerstand gegen internalisierten Rassismus dienen, indem destruktive Stereotype hinterfragt und positive Bilder geschaffen werden. Allerdings kann auf Reisen auch Diskriminierung und sexualisierte Gewalt passieren, wie die interviewten Personen berichten. Trotz dieser Ambivalenzen zeigt diese Untersuchung, welches Potenzial für Widerstand und welche Ressource für Selbstermächtigung Reisen beinhaltet. Die Frage, wie dieses Wissen für Schwarze Communities genutzt werden kann, bleibt offen.
Abstract
(Englisch)
This master's thesis examines how Black Flinta travellers from Austria and Germany use travel as a form of resistance against patriarchal and racist structures. Firstly, current literature is used to explore how different systems of power affect Black travellers and how they experience discrimination and exclusion. Four main themes are identified: Black travellers are treated unequally. This can take the form of poor customer service. They experience a lack of representation in the tourism industry. This continues in travel research, where intersectional perspectives are rarely taken into account. Travel spaces are essentially white spaces where the presence of Black people is perceived as an intrusion. One movement that seeks to undermine this discrimination is the Black Travel Movement. In order to make the realities of Black Flinta's lives visible and to break through Eurocentric epistemologies, this work uses Critical Race Theory and the method of counter-narratives. Ten guided interviews are used to show how Black Flinta use travel as a means of empowerment and resistance. Travelling allows them to escape othering in Germany and Austria. At the same time, it strengthens their identity as Black Austrians/Germans. In particular, travelling to places with a high proportion of BIPoC provides a sense of belonging and representation, which can reduce minority stress and strengthen mental health. Travelling can also help to resist internalised racism by challenging destructive stereotypes and creating positive images. However, discrimination and sexualised violence can also occur during travel, as reported by respondents. Despite these ambivalences, this study demonstrates the potential for resistance and empowerment that travelling offers. The question of how this knowledge can be used for black communities remains open.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Reisen Rassismus Patriarchat Diskriminierung Tourismus Widerstand Sexismus Intersektionalität Urlaub Empowerment Travel Studies Frauen
Schlagwörter
(Englisch)
travel tourism holiday resistance racism sexism discrimination patriarchy intersectionality travel studies women
Autor*innen
Lisa Tackie
Haupttitel (Deutsch)
Reisen als Form des Widerstands - wie schwarze Frauen Reisen nutzen, um gegen patriarchale und rassistische Strukturen anzukämpfen
Hauptuntertitel (Deutsch)
Einblicke aus dem österreichischen Kontext
Paralleltitel (Englisch)
Travelling as a form of resistance - how black women use travel to challenge patriarchal and racist structures
Paralleluntertitel (Englisch)
insights from the Austrian context
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
92 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Birgit Englert
Klassifikationen
71 Soziologie > 71.61 Diskriminierung ,
76 Sport > 76.72 Urlaubsgestaltung. Urlaubsreiseverhalten
AC Nummer
AC17265794
Utheses ID
72301
Studienkennzahl
UA | 066 | 897 | |
