Detailansicht
Kiki Smith und die Frauen
die Auseinandersetzung der Künstlerin mit der Darstellung von Weiblichkeit und ihrem Umgang mit patriarchalen Stereotypen
Sophie Aigenstuhler
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Kunstgeschichte
Betreuer*in
Magdalena Nieslony
DOI
10.25365/thesis.76847
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-15674.19032.599639-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Kiki Smith thematisiert seit Jahrzehnten gesellschaftliche und politische Themen in ihren Werken. Dabei nimmt der weibliche Körper eine wichtige Rolle zur Vermittlung der Anliegen der Künstlerin ein. Die Darstellung von Weiblichkeit bzw. des weiblichen Körpers birgt jedoch die Gefahr der Reproduktion von patriarchalen Weiblichkeitsstereotypen. Es stellt sich die Frage, ob Smith Stereotype in einem feministischen Sinn umwertet und neu auflädt, oder sie doch die alten Rollenbilder wiederholt. Ziel dieser Masterarbeit ist es daher, zu untersuchen, wie Kiki Smith in ihren Werken Weiblichkeit (re-)konstruiert. Dazu werden drei spezifische Beispiele ausgewählt, die nicht nur repräsentativ für drei verschiedene Werkgruppen der Künstlerin sind, sondern auch drei patriarchale Vorstellungen von Weiblichkeit thematisieren. Die Plastik "Virgin Mary" (dt.: Jungfrau Maria) von 1992 wird herangezogen, um das Stereotyp der Heiligen zu untersuchen, während das Werk "Untitled (Train)" (dt.: Ohne Titel (Schleppe)) von 1993 das Tabu der Menstruation und den abjekten weiblichen Körper thematisiert. Zusätzlich wird die stereotype Verbindung von Weiblichkeit und Natur anhand der Bronze "Rapture" (dt.: Verzückung) von 2001 erörtert. Als Untersuchungsgrundlage dient zunächst eine eingehende Werkbetrachtung. Darauf fußend werden weitere Aspekte wie Materialikonografie, verwandte Schemen oder Formen, der Rückgriff auf gewisse Bildtraditionen sowie die Darlegung ausgewählter feministischer Theorien und Konzepte zu den einzelnen Werkthemen behandelt. Um Smiths Arbeit besser im Kontext feministischer Kunst zu verorten, werden die Untersuchungswerke anderen zeitgenössischen Arbeiten mit verwandter Thematik gegenübergestellt. Besonders durch die tiefergehenden Auseinandersetzungen zeigt sich die Vielschichtigkeit von Smiths Werken, die patriarchale Weiblichkeitsstereotype nicht reproduzieren, sondern herausfordern, befragen und umwerten. Anders als einige andere Künstler*innen zeigt Smith die teils unterdrückenden Frauenbilder nicht „nur“ als Positivbilder mit selbstbewussten Frauen, sondern ergründet und befragt durch ihre Figuren auf sensible Weise die einzelnen Weiblichkeitsvorstellungen und überbrückt geschlechterhierarchische Dualismen.
Abstract
(Englisch)
Kiki Smith has been addressing social and political issues in her artistic work for decades, with the female body playing a crucial role in conveying the artist's concerns. However, the depiction of femininity and the female body carries the risk of reproducing patriarchal stereotypes of femininity. This raises the question of whether the artist reinterprets and reinvigorates these stereotypes in a feminist sense or merely perpetuates old role models. The aim of this master's thesis is to investigate how Kiki Smith (re-)constructs femininity in her works. To this end, three specific examples are selected that not only represent three different groups of the artist's works but also address three patriarchal notions of femininity. The sculpture "Virgin Mary" from 1992 is used to examine the stereotype of the saint, while the work "Untitled (Train)" from 1993 addresses the taboo of menstruation and the abject female body. Additionally, the stereotypical connection between femininity and nature is explored through the bronze "Rapture" from 2001. The foundation of this investigation is an in-depth analysis of the artworks. Building on this, further aspects such as material iconography, related schemes or forms, the use of certain image traditions, as well as the presentation of selected feminist theories and concepts relevant to each work's theme, are addressed. To better situate Smith's works within the context of feminist art, the works are compared with other contemporary pieces addressing similar themes. Particularly through deeper engagement, the complexity of Smith's works becomes evident, revealing that they do not reproduce patriarchal stereotypes of femininity but rather challenge, question, and reinterpret them. Unlike some other artists, Smith does not present oppressive images of women merely as positive images with self-confident women but rather explores and questions individual notions of femininity through her figures, bridging gender-hierarchical dualisms.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Kiki Smith Weiblichkeit Weiblichkeitsdarstellung patriarchale Stereotype Plastik Kunst Feminismus künstlerische Aneignungsstrategien
Autor*innen
Sophie Aigenstuhler
Haupttitel (Deutsch)
Kiki Smith und die Frauen
Hauptuntertitel (Deutsch)
die Auseinandersetzung der Künstlerin mit der Darstellung von Weiblichkeit und ihrem Umgang mit patriarchalen Stereotypen
Paralleltitel (Englisch)
Kiki Smith's portrayal of femininity and her dealings with patriarchal stereotypes
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
118 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Magdalena Nieslony
Klassifikation
20 Kunstwissenschaften > 20.31 Bildende Künstler
AC Nummer
AC17343751
Utheses ID
72328
Studienkennzahl
UA | 066 | 835 | |
