Detailansicht
Perspektivische Brüche und ökologische Verbindungen in Beate Gütschows Fotoserien "LS", "S", und "HC"
Valeria Pliger
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Kunstgeschichte
Betreuer*in
Magdalena Nieslony
DOI
10.25365/thesis.76850
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-17321.21815.309045-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die zentrale Frage dieser Arbeit ist, inwiefern Beate Gütschows Verwendung der Perspektive in den Fotoserien "LS", "S" und "HC" die Destabilisierung zugrunde liegender Strukturen und ökologischer Zusammenhänge sichtbar macht. Die von der Künstlerin verwendeten Methoden der digitalen Montage und Fotogrammetrie ermöglichen es, Fotografien zu schaffen, die nicht auf der Zentralperspektive basieren. Dies differenziert die Standpunkte der Betrachtenden und der Aufnahmeposition und eröffnet neue Denkweisen, über die Beziehung des Menschen zu ihrer „natürlichen“ und gebauten Umwelt. Die Überprüfung der These erfolgte durch die detaillierte Analyse exemplarischer Bilder, ihrer formalen und inhaltlichen Aspekte, sowie ihrer Wirkung auf die Betrachtenden. Dabei wird insbesondere die Funktion der Zentralperspektive und deren Abwandlung durch digitale Techniken sowie wichtiger Begriffe, welche Perspektivbrüche implizieren, beleuchtet. Die Hauptbefunde zeigen, dass die Perspektive sowie Perspektivbrüche in Gütschows Serien nicht nur ästhetische Mittel sind, sondern dazu dienen, Machtverhältnissen (besonders gegenüber der Natur) zu reflektieren, reproduzieren und gewissermaßen zu unterlaufen. Das Distanznehmen von der Zentralperspektive erfolgt in den drei Serien auf je unterschiedliche Weise. Indem sie in einer vertrauten, jedoch nicht traditionellen Weise integriert ist, bewirkt sie die Destabilisierung des Bildraumes. In der Formung, sowie Zerstörung von Bildern unserer gegenwärtigen Umwelten, spricht die Künstlerin sowohl die Komplexität und Fragilität des globalen Ökosystems, als auch eine Entwurzelung der Menschen und ihrer Umwelt an. Durch das Entfernen des Augpunkts ist es möglich, die Bilder aus einer Perspektive zu präsentieren, die weder die Künstlerin noch jemand anderes jemals eingenommen hat. Mehrere Bilder enthalten eine Vogelperspektive oder sogar eine gleichzeitige Auf- und Untersicht. Besonders eine Sicht von oben vermag es eine moralische Instanz zu symbolisieren, und eine Weitsicht zu visualisieren, welche die gegenwärtigen Problematiken fordern, um Lösungen zu finden. Irritationsmomente im Bildzusammenhang destabilisieren traditionelle Sichtweisen und fordern die Betrachtenden auf, ihre Wahrnehmung und Rolle in der heutigen Welt zu hinterfragen. Es zeigt sich dadurch, dass Beate Gütschows Arbeiten eine kritische Position zur Klimathematik einnehmen. Der Zusammenhang zwischen Perspektive und Klimakrise hinsichtlich der Destabilisierung der traditionellen Perspektive präsentiert sich somit als komplexer und vielschichtiger Gegenstand der Untersuchung.
Abstract
(Englisch)
The essential question this paper addresses is how Beate Gütschow's use of perspective in the photo series "LS", "S", and "HC" highlights the destabilization of underlying structures and ecologi-cal connections. The techniques of digital montage and photogrammetry employed by the artist enable the creation of photographs that do not rely on central perspective. This differentiates the viewpoints of the observers and the positions from which the photos are taken, opening up new ways of thinking about the relationship between humans and their "natural" and built environments. The thesis was examined through the detailed analysis of exemplary images, their formal and content-related aspects, and their impact on the viewers. Special attention was paid to the function of central perspective and its modification through digital techniques, as well as important terms that perspective breaks imply . The main findings indicate that pre-discursive frameworks such as perspective and perspective breaks in Gütschow's series are not only aesthetic tools but also serve to reflect, reproduce, and to some extent, undermine power relations, particularly those concerning nature. The distancing from central perspective is achieved in different ways across the three series. By being integrated in a familiar yet non-traditional manner, it causes and necessitates the destabilization of the pictorial space. In the formation and destruction of images of our current environments, the artist addresses both the complexity and fragility of the global ecosystem, as well as the uprooting and lack of anchoring of humans and their environment. By removing the vantage point, it becomes possible to present the images from a perspective that neither the artist nor anyone else has ever taken. Several images feature a bird's-eye view or even simultaneous views from above and below. Particularly, a view from above can symbolize a moral authority and visualize the foresight required to address current problems and find solutions. Moments of irritation within the image context destabilize traditional perspectives and challenge viewers to rethink their perception and role in today's world. This demonstrates that Beate Gütschow's works take a critical stance on climate issues by blurring the boundaries between reality and artificiality. The relationship between perspective and climate crisis, in terms of the destabilization of traditional perspective, thus presents itself as a complex and multifaceted subject of investigation.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Beate Gütschow Fotoserien Perspektivische Brüche Zentralperspektive Digitale Montage Fotogrammetrie Ökologische Zusammenhänge Klimakrise Ökologische Kunstgeschichte Anthropozän HC-Serie S-Serie ökologische Destabilisierung Komplexität des Ökosystems Ästhetik des Anthropozäns
Schlagwörter
(Englisch)
Beate Gütschow Photo Series Perspective Breaks Linear Perspective Digital Montage Photogrammetry Ecological Contexts Climate Issues Complexity of the Ecosystem ecological art history Anthropocene Aesthetics of the Anthropocene
Autor*innen
Valeria Pliger
Haupttitel (Deutsch)
Perspektivische Brüche und ökologische Verbindungen in Beate Gütschows Fotoserien "LS", "S", und "HC"
Paralleltitel (Englisch)
Perspective breaks and ecological connections in Beate Gütschow's photo series "LS", "S", and "HC"
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
184 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Magdalena Nieslony
AC Nummer
AC17343807
Utheses ID
72363
Studienkennzahl
UA | 066 | 835 | |
