Detailansicht

Der Einfluss des anglo-amerikanischen Rechtsdenkens auf die Vertragsgestaltung beim Unternehmenskauf
Raphael Martins
Art der Arbeit
Master-Thesis (ULG)
Universität
Universität Wien
Fakultät
Postgraduate Center
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
außerordentliches Masterstudium Europäisches und Internationales Wirtschaftsrecht [Vollzeit Deutsch]
Betreuer*in
Thomas Ratka
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.76448
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-18437.18839.145811-5
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Masterarbeit untersucht den Einfluss des anglo-amerikanischen Rechtsdenkens auf die Vertragsgestaltung bei Mergers & Acquisitions (M&A). Sie analysiert die Ursachen, Folgen und Friktionen der Rezeption des anglo-amerikanischen Rechts aus der Perspektive der österreichischen Vertragspraxis. Die Untersuchung befasst sich mit der Dominanz anglo-amerikanischer Vertragsmodelle in Europa, der Entstehung eines eigenständigen transnationalen Vertragsrechts und den praktischen Herausforderungen für Vertragsgestalter. Zudem beleuchtet die Arbeit die Unterschiede zwischen anglo-amerikanischen und österreichischen Rechtssystemen, insbesondere hinsichtlich der Haftungsregelungen und Vertragsfreiheit. Die Ergebnisse zeigen, dass die Internationalisierung des Wirtschaftsrechts und die ökonomische Bedeutung US-amerikanischer und britischer Marktteilnehmer zu einer starken Präsenz anglo-amerikanischer Vertragspraktiken geführt haben. Diese Entwicklung wird durch die Dominanz internationaler Finanzmärkte und die flexible, praxisorientierte Natur des Common Law begünstigt. Die Untersuchung verdeutlicht, dass die Anglo-Amerikanisierung ein komplexes Phänomen darstellt, geprägt durch eine Vielzahl ökonomischer, rechtlicher und kultureller Faktoren. M&A-Transaktionen sind primär eine Angelegenheit der Vertragspraxis (Living Law) und heute weitgehend international, was zu einer hohen Konvergenz im Repertoire und in der Anwendung von M&A-Klauseln geführt hat. Ein zentrales Ergebnis der Arbeit ist die Feststellung, dass sich die Vertragspraxis zunehmend von nationalen und internationalen Kodifikationen emanzipiert hat, wodurch ein autonomes transnationales Vertragsrecht entstanden ist. Vertragsparteien gestalten den Vertragsinhalt umfassend selbst, um ihn vor externen Eingriffen wie richterlicher Interpretation zu schützen. Konsistente Vertragsklauseln gewährleisten, dass diese Verträge auch in fremden Rechtsordnungen funktionsfähig bleiben. Die Arbeit identifiziert zudem spezifische Herausforderungen und Chancen, welche sich aus der Anpassung anglo-amerikanischer Praktiken an das österreichische Recht ergeben. Die sorgfältige Anpassung anglo-amerikanischer Vertragspraktiken ist notwendig, um Rechtsunsicherheiten zu verringern und die Kompatibilität mit dem österreichischen Recht zu gewährleisten.
Abstract
(Englisch)
This master thesis examines the influence of Anglo-American legal thinking on contract design in mergers and acquisitions (M&A). It analyzes the causes, consequences, and frictions of the reception of Anglo-American law from the perspective of Austrian contract practice. The study addresses the dominance of Anglo-American contract models in Europe, the emergence of an independent transnational contract law, and the practical challenges for contract designers. In addition, the thesis highlights the differences between Anglo-American and Austrian legal systems, particularly with regard to liability regulations and freedom of contract. The results show that the internationalization of business law and the economic significance of US and British market participants have led to a strong presence of Anglo-American contract practices. This development is fostered by the dominance of international financial markets and the flexible, practice-oriented nature of common law. The study illustrates that the Anglo-Americanization is a complex phenomenon shaped by a variety of economic, legal, and cultural factors. M&A transactions are primarily a matter of contract practice (Living Law) and are now largely international, leading to a high convergence in the repertoire and application of M&A clauses. A central finding of the thesis is that contract practice has increasingly emancipated itself from national and international codifications, resulting in an autonomous transnational contract law. Contracting parties comprehensively design the content of contracts themselves to protect it from external interventions such as judicial interpretation. Consistent contract clauses ensure that these contracts remain functional even in foreign legal systems. The thesis also identifies specific challenges and opportunities arising from the adaptation of Anglo-American practices to Austrian law. Careful adaptation of Anglo-American contract practices is necessary to reduce legal uncertainties and ensure compatibility with Austrian law.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Anglo-amerikanisches Recht Unternehmensverträge Unternehmenskauf Vertragsgestaltung Mergers and Acquisitions Due Diligence Covenant-Klauseln Transnationales Vertragsrecht Rechtsvergleichung Haftungsregime Anglo-Amerikanisierung Rechtsrezeption Rechtswahlklauseln
Schlagwörter
(Englisch)
Reps Warranties Due Diligence Representations Representations and Warranties Material Adverse Change Clauses
Autor*innen
Raphael Martins
Haupttitel (Deutsch)
Der Einfluss des anglo-amerikanischen Rechtsdenkens auf die Vertragsgestaltung beim Unternehmenskauf
Paralleltitel (Englisch)
The Anglo-American legal influence on contract drafting in corporate acquisitions
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
102 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Thomas Ratka
Klassifikationen
86 Recht > 86.06 Rechtsvergleichung. Rechtsvereinheitlichung ,
86 Recht > 86.27 Gesellschaftsrecht ,
86 Recht > 86.65 Wirtschaftsrecht
AC Nummer
AC17265739
Utheses ID
72387
Studienkennzahl
UA | 999 | 082 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1