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Rhetorische Textanalyse von Ethno-Nationalismus und Imperialismus in Politiker-Reden: Slobodan Milošević und Vladimir Putin
Mirsada Kovačević
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für LehrerInnenbildung
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Lehramt Sek (AB) Unterrichtsfach Geschichte und Politische Bildung Unterrichtsfach Russisch
Betreuer*in
Miranda Jakiša
DOI
10.25365/thesis.76630
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-21740.29058.565373-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Ausgehend von der Aktualität der Rhetorik und der Metapher werden in dieser Masterarbeit vier Texte nach rhetorischen Gesichtspunkten analysiert. Da Metaphern das Denken und Kommunizieren prägen, wird die Analyse um die Metapherntheorie von Lakoff und Johnson erweitert. Diese postulieren in ihrem Buch “Leben in Metaphern” eine neue Betrachtungsweise von Metaphern. Dabei sind diese nicht mehr nur bloßes Ornament und schmückendes Beiwerk. Metaphern beeinflussen unser tägliches Denken und unser Verständnis. Abstrakte Inhalte sowie Erfahrungen werden primär über Metaphern gedacht. Erfahrungsbereiche wie das Argumentieren werden demnach nach dem Konzept des Krieges strukturiert. Die Erkenntnis, dass Metaphern unser kulturelles Verständnis beeinflussen und strukturieren, spielt eine wichtige Rolle in der politischen Rhetorik. Anhand der Reden und veröffentlichter Artikel von Vladimir Putin und Slobodan Milošević werden wichtige metaphorische Konzepte und rhetorische Vorgehensweisen herausgearbeitet, die verwendet werden, um nationalistisches, ethnonationalistische und/oder imperialistisches Handeln zu legitimieren. Dabei stellte sich heraus, dass beide Politiker ähnliche metaphorische und rhetorische Mittel anwenden, um Gebietsansprüche zu legitimieren. Sowohl Putin als auch Milošević greifen immer wieder auf dieselben Strukturen im Bereich der Mythenbildung zurück, um ihre jeweiligen Standpunkte zu rechtfertigen. Interessanterweise lässt sich jedoch ein Unterschied zwischen den Texten der Politiker festmachen. Milošević nutzt durchgängig nationalistische und ethnonationalistische Elemente, die der Bildung einer kollektiven serbischen Identität und als Grundmotiv für weitere imperialistische Projekte, wie Großserbien, dienen. Er versucht in seiner Rhetorik die Rezipienten durch eine Sakralisierung des Kosovos als wichtigen Bestandteil serbischer nationaler Identität aufstacheln. Putin hingegen muss je nach politischem Kontext variieren und kann nicht uneingeschränkt einen offenen, ethnonationalistischen Kurs fahren. In Russland selbst versucht er, eine kollektive Gesamtidentität über die russische Kultur als Leitkultur zu konstruieren. Die unterschiedlichen Ethnien werden akzeptiert. Um jedoch ein Zusammenhaltsgefühl zu kreieren, füllt Putin die staatliche Identität mit der russischen Kultur und Sprache als gemeinsamen Nenner auf. Im Fall der Ukraine ist dies jedoch nicht der Fall. War die Krimrede stärker von einem “Schutzgedanken” geprägt, ist es in den letzten beiden Texten anders. Neben dem Schutzaspekt unterstreicht Putin nationalistische Elemente und stellt das “Russischsein” der Ukraine in den Vordergrund, und spricht ihr eine eigenständige ukrainische Identität ab. Außerdem treten hegemoniale, imperialistische Ansprüche stärker in den Vordergrund, da ehemaliger “russischer Boden” als Teil der russischen Identitätspolitik verstanden werden.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Nationalismus Imperialismus Rhetorische Textanalyse
Autor*innen
Mirsada Kovačević
Haupttitel (Deutsch)
Rhetorische Textanalyse von Ethno-Nationalismus und Imperialismus in Politiker-Reden: Slobodan Milošević und Vladimir Putin
Paralleltitel (Englisch)
Rhetorical text analysis of ethno-nationalism and imperialism in politicians' speeches: Slobodan Milošević and Vladimir Putin
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
129 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Miranda Jakiša
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.62 Rhetorik. Stilistik
AC Nummer
AC17324650
Utheses ID
72423
Studienkennzahl
UA | 199 | 511 | 526 | 02
