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Krisen an Österreichs Grenzen
die Aufnahme von ungarischen und tschechoslowakischen Flüchtlingen 1956 und 1968 : ein Beispiel für die humanitäre Tradition der Zweiten Republik?
Sabrina Theresa Oberleitner
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Interdisziplinäres Masterstudium Zeitgeschichte und Medien
Betreuer*in
Wolfgang Duchkowitsch
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.77186
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-22604.18855.947849-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Flucht, Migration und Integration sind fest in unserer Gesellschaft verankerte Themen, die unser Zusammenleben nachhaltig prägen und beeinflussen. Allein 2022 befanden sich laut dem österreichischen UNHCR über 100 Millionen Menschen aufgrund von Gewalt, Vertreibung oder Krieg auf der Flucht. Vor allem Österreich tangiert diese Thematik, da seit der Nachkriegszeit dessen Bedeutung als Zufluchtsland für verschiedene Fluchtbewegungen gewachsen ist. Dies lag unter anderem an Österreichs Neutralität und seiner strategisch günstigen Lage zwischen dem Ost- und Westblock. Aufgrund der solidarischen Bewältigung verschiedener Flüchtlingskrisen während des Kalten Krieges manifestierte sich dadurch ein „Mythos der österreichischen humanitären Tradition“ der Zweiten Republik. Dieser „Mythos“ bildet die Grundlage dieser Masterarbeit und wird anhand der Ungarischen Revolution 1956 und des Prager Frühlings 1968 kritisch hinterfragt. Österreich nahm während dieser beiden Krisen und der daraus resultierenden Fluchtbewegungen eine signifikante Rolle als Erstaufnahmeland ein, weswegen diese beiden historischen Ereignisse als Untersuchungsgegenstand ausgewählt wurden. Durch den Einbezug unterschiedlicher Printmedien wird in dieser Masterarbeit herausgearbeitet, inwieweit sich innerhalb der beiden Flüchtlingskrisen solidarische Maßnahmen und Verhaltensweisen inmitten des Kalten Krieges gegenüber den Flüchtlingen auf Seiten der Politik und Gesellschaft geäußert haben. Der Fokus wird hierbei auf offizielle, private und darüber hinaus auf internationale humanitäre Hilfsmaßnahmen gelegt. Im Gegenzug wird auch ersichtlich gemacht, welche Grenzen und Probleme hinsichtlich der humanitären Hilfsleistungen im Verlauf der beiden Fluchtbewegungen auftreten. Durch den Vergleich der beiden Fluchtbewegungen werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Umgang der beiden Krisen deutlich. Hinsichtlich des „Mythos der humanitären Tradition“ der Zweiten Republik lässt sich festhalten, dass sich sowohl die österreichische Regierung, als auch die Bevölkerung mit den ungarischen und tschechoslowakischen Flüchtlingen solidarisierten. Grund dafür war einerseits die Auffassung, dass die Flüchtlinge beider Länder als Opfer des sowjetischen Unterdrückungsregimes galten. Andererseits wurde die Umsetzung einer liberale Flüchtlingspolitik als Möglichkeit angesehen, das österreichische Image nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem international zu verbessern. Daher wurden weitreichende Hilfs- und Solidaritätsmaßnahmen für die Flüchtlinge arrangiert. Dies wurde auch umfassend in den untersuchten Zeitungen zum Ausdruck gebracht. Im direkten Vergleich lässt sich aber festhalten, dass die Hilfs- und Solidaritätsbestrebungen bei den tschechoslowakischen Flüchtlingen zwölf Jahre später geringer ausfielen als bei den ungarischen Flüchtlingen. Dies lag unter anderem daran, dass sich die (geo-)politischen Verhältnisse während des Kalten Krieges verändert haben. Des Weiteren kamen viele Tschechoslwak*innen nicht als anerkannte Flüchtlinge, sondern als einfache Tourist*innen nach Österreich, um die Krisensituation im eigenen Land abzuwarten. Rückblickend lässt sich festhalten, dass die humanitäre Bewältigung der beiden Krisen maßgeblich zur Selbstfindung, Identitätsbestimmung und Nationswerdung Österreichs nach dem Krieg beitrug.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Österreichische Zeitgeschichte Kalter Krieg Ungarische Revolution 1956 Prager Frühling 1968 Flucht und Vertreibung Flüchtlingspolitik
Autor*innen
Sabrina Theresa Oberleitner
Haupttitel (Deutsch)
Krisen an Österreichs Grenzen
Hauptuntertitel (Deutsch)
die Aufnahme von ungarischen und tschechoslowakischen Flüchtlingen 1956 und 1968 : ein Beispiel für die humanitäre Tradition der Zweiten Republik?
Paralleltitel (Englisch)
Crises at Austria's borders
Paralleluntertitel (Englisch)
the reception of Hungarian and Czechoslovak refugees in 1956 and 1968 : an example of the humanitarian tradition of the Second Republic?
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
106 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Wolfgang Duchkowitsch
Klassifikation
15 Geschichte > 15.38 Europäische Geschichte nach 1945
AC Nummer
AC17383636
Utheses ID
72436
Studienkennzahl
UA | 066 | 665 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1