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Männlichkeiten nach dem Fernsehen
posttelevisuelle Technologien des Selbst und serielle Handlungsmacht
Stefan Sulzenbacher
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doktoratsstudium der Philosophie Theater-, Film- und Medienwissenschaft
Betreuer*in
Andrea Seier
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.76767
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-23405.20439.343359-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die medienkulturwissenschaftliche Dissertation "Männlichkeiten nach dem Fernsehen" beschäftigt sich mit aktuellen audiovisuell-seriellen Phänomenen wie Serien, Werbungen sowie Interfaces und Empfehlungsalgorithmen von Streaming-Portalen. Sie untersucht, wie diese Phänomene mediale Selbsttechnologien anreizen und regierungstechnologisch produktiv machen, wie dabei (hegemoniale) Männlichkeiten und (posttelevisuelles) Fernsehen koproduziert werden und wie darin digitale und geschlechterpolitische Transformationsprozesse der Gegenwart miteinander verschränkt sind. Der Untersuchungszeitraum umfasst zehn Jahre und beginnt mit dem Marktstart der posttelevisuellen Streaming-Plattform "Netflix" im deutschsprachigen Raum im Jahr 2014. Es werden zahlreiche Beispiele aus deutschsprachigen Produktions- und Rezeptionskontexten behandelt und dabei mediale Transformationsprozesse anhand serienbezogener posttelevisueller Fernsehpraktiken beforscht. In drei medienanalytischen Kapiteln werden diese Praktiken als posttelevisuelle Technologien des Selbst hinsichtlich ihrer (Re-)Produktion hegemonial-männlicher Subjektivierungen (Raewyn Connell, Judith Butler) untersucht und gezeigt, dass (hegemoniale) Männlichkeit(en) gegenwärtig nicht nur im Fernsehen, sondern auch beim Fernsehen auf serielle Weise ausgehandelt werden. Zu diesem Zweck setzt die Arbeit methodisch auf einen dispositivanalytischen (Michel Foucault, Markus Stauff) und akteur*innen-netzwerk-theoretischen (Antoine Hennion, Andrea Seier) Zugang. Fernsehen wird somit zugleich als inhaltlicher Gegenstand und als Konstellation sich verändernder medialer Praktiken in den Blick genommen, die mit Materialitäten und Diskursen verschränkt sind. Die Analyse arbeitet im ersten Kapitel männlich-resouveränisierende Ermächtigungsversprechen heraus, die mit der spezifischen Schaltbarkeit posttelevisueller Bilder einhergehen und die normativen Logiken des linearen Fernsehens herausfordern. Im zweiten Kapitel zeigt die Untersuchung, wie serielle Verschränkungen von algorithmischen Empfehlungssystemen und heterosexuellen Begehrenskonstellationen tradierte geschlechterpolitische (Ungleich-)Verteilungen von Handlungsmacht reproduzieren. Im abschließenden dritten Kapitel nimmt die Studie gegenwärtige Modulationen (post)televisueller Medienhaushalte im Kontext von globalen, Covid-19-pandemischen und klima-katastrophalen Ausnahmezuständen in den Blick und perspektiviert aktuelle Tendenzen, Sicherheits-Dispositive durch das gezielte Integrieren serienbezogener Medienpraktiken regierungstechnologisch umzuarbeiten.
Abstract
(Englisch)
"Masculinities after television" investigates current audiovisual media phenomena (including TV series, advertisements as well as the interfaces and recommendation algorithms of streaming portals) from a media cultural studies perspective. It traces how these media phenomena stimulate specific technologies of the self, how (hegemonic) masculinities and (post-televisual) television are co-produced, and how digital and socio-political transformation processes are intertwined. The period of investigation covers ten years and begins with the market launch of the post-televisual streaming platform "Netflix" in German-speaking countries in 2014. Based on numerous empirical examples, the study analyses media transformation processes and related post-televisual practices. These practices are examined as post-televisual technologies of the self that (re-)produce hegemonic masculinities (Raewyn Connell, Judith Butler). To this end, the work takes a methodological approach based on dispositive analysis (Michel Foucault, Markus Stauff) complemented by actor-network theory (Antoine Hennion, Andrea Seier). The focus therefore lies on television both as a form of mediated content and as constellations of changing, diverse media practices that are entangled with materialities and discourses. In the first chapter, the analysis addresses the promise of empowerment and masculine resovereignization that goes hand in hand with the specific switchability of post-televisual images, which challenges the normative logics of linear television. In the second chapter, the study shows how serial entanglements of algorithmic recommendation systems and heterosexual constellations of desire reproduce and exacerbate established gender orders. In the concluding third chapter, the study looks at current modulations of (post-)televisual media households in the context of global states of emergency (Covid-19 and climate disaster) and critically questions tendencies to restructure current safety dispositives through integrating seriality-related media practices.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Kritische Männlichkeitsforschung Medienkulturwissenschaft Serialität Dispositiv Posttelevisualität Gouvernementalität Algorithmus Gender Studies Intersektionalität Mediale Praktiken Remediatisierung 7 vs. Wild Endzeit Black Mirror: Bandersnatch Krise Hegemoniale Männlichkeit Postfeminismus Klimakatastrophe Covid-19 Binge-Watching Netflix YouTube
Schlagwörter
(Englisch)
Masculinity Studies Media Cultural Studies Seriality Dispositif Post-Televisuality Governmentality Algorithm Gender Studies Intersectionality Media Practices Remediation 7 vs. Wild Endzeit Black Mirror: Bandersnatch Crisis Hegemonic Masculinity Postfeminism Climate Catastrophy Covid -19 Binge-Watching Netflix YouTube
Autor*innen
Stefan Sulzenbacher
Haupttitel (Deutsch)
Männlichkeiten nach dem Fernsehen
Hauptuntertitel (Deutsch)
posttelevisuelle Technologien des Selbst und serielle Handlungsmacht
Paralleltitel (Englisch)
Masculinities after television
Paralleluntertitel (Englisch)
post-televisual practices of the self and serial agency
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
377 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Julia Bee ,
Markus Stauff
Klassifikationen
05 Kommunikationswissenschaft > 05.36 Fernsehen ,
08 Philosophie > 08.45 Politische Philosophie ,
50 Technik allgemein > 50.02 Technikphilosophie
AC Nummer
AC17337053
Utheses ID
72449
Studienkennzahl
UA | 792 | 317 | |
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