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Der irreguläre Pflegearbeitsmarkt
zum Transformationsprozess von unbezahlter in bezahlte Arbeit durch die 24-Stunden-Pflege
Almut Bachinger
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Sieglinde Rosenberger
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.8038
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29052.14509.455861-2
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs vor nunmehr 20 Jahren entwickelte sich in Österreich ein wachsender irregulärer Pflegearbeitsmarkt. Vermittlungsagenturen und informelle Netzwerke etablierten mit der sogenannten 24-Stunden-Pflege ein Modell der häuslichen Pflege, das immer weitere Verbreitung fand. Im Zuge des Nationalratswahlkampfes 2006 kam zu einer breiten öffentlichen Debatte, die bis dahin jahrelang praktizierte Laissez-Faire-Politik konnte nicht länger aufrechterhalten werden. In der folgenden XXIII. Gesetzgebungsperiode stand die Problematik der irregulären Pflege an oberster Stelle der politischen Agenda der Regierungsparteien SPÖ und ÖVP. Zwei Jahre lang wurde versucht gesetzliche Rahmenbedingungen und sogar ein öffentliches Fördermodell zu schaffen, um es Pflegebedürftigen zu ermöglichen, 24-Stunden-Pflege legal in Anspruch nehmen zu können. Mittlerweile wurde durch die gesetzliche Regulierung ein prekäres Arbeitsmarktsegment, oder zumindest die Möglichkeit eines solchen, etabliert. Die Gesetzeskonformität ist selbst unter ExpertInnen umstritten. Diese Politik der Förderung von prekärer Arbeit im Bereich der Pflege und Betreuung steht im Kontrast zu Professionalisierungsbestrebungen der Pflegeberufe und der sozialen Dienste und damit auch im Gegensatz zu einer Aufwertung von traditionell feminisierten Berufen. Andererseits füllt die 24-Stunden-Pflege eine Lücke, die die aufgrund demographischer Faktoren und des sozialen Wandels zurückgehende Angehörigenarbeit hinterlässt, die aber bisher nicht von institutionellen Pflegediensten geschlossen wurde. Zugleich steht die Verrechtlichung eines bestimmten Arbeitsmarktsegmentes, in dem MigrantInnen aus den neuen EU-Ländern, aber auch aus Drittstaaten arbeiten, in einem besonderen Spannungsfeld der Europäisierung und Flexibilisierung von Arbeitsmärkten, der Inklusion und Exklusion von sozialen Rechten und der Migrations- und Einwanderungspolitik. Die Pflege und Betreuung von älteren Menschen wurde bislang zum allergrößten Teil durch die Familie bzw. von Frauen erbracht. Das abnehmende Potential an familiärer Pflege führt zur Neuverteilung von Sorgearbeit und damit zur Reorganisation und Neuregulierung der privaten und der öffentlichen Sphäre, der hierarchischen Arbeitsteilung der Geschlechter und zur Herausbildung neuer Arbeitsteilungen nach Klasse und Ethnie. Diese Entwicklungen führen zu neuen Fragmentierungen der Arbeitsmärkte sowie zur Ausdifferenzierung der Arbeitsverhältnisse und Arbeitsbedingungen und damit auch zur Differenzierung des Zugangs zu sozialen Rechten. Die zentrale Fragestellung dieser Arbeit ist, in welchem Kontext sich Transformationsprozesse von unbezahlter in bezahlte Arbeit vollziehen und wie sozialstaatliche Strukturen und gesetzliche Regulierungen, Einfluss auf die Gestaltung der Arbeit, der Arbeitsverhältnisse und auf die Reorganisation und Neuverteilung von Arbeit und die damit verbundenen sozialen Rechte haben. Im Sinne einer ganzheitlichen Analyse, wie sie theoretische Konzepte der Transmigrationsforschung und des Intersektionalitätsansatzes nahelegen, werden deshalb das wohlfahrtsstaatliche Regime, also im Wesentlichen das System der Pflegevorsorge sowie das Arbeitsmarkt- und das Migrationsregime, auf Effekte und Wechselwirkungen auf die Gestaltung, Reorganisation, Rekonfiguration und Neuverteilung von Arbeit analysiert. Insbesondere gilt es, die Funktionen der Regime hinsichtlich der Verteilung von sozialen Rechten, die mit der Arbeit verbunden sind, zu identifizieren.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
migration gender labor market transnational elderly care caring labor longterm care undocumented labor illegal social security
Schlagwörter
(Deutsch)
Pflege Migration irreguläre Arbeit Transformation transnational Arbeitsmarkt Geschlecht Regime Sozial prekär
Autor*innen
Almut Bachinger
Haupttitel (Deutsch)
Der irreguläre Pflegearbeitsmarkt
Hauptuntertitel (Deutsch)
zum Transformationsprozess von unbezahlter in bezahlte Arbeit durch die 24-Stunden-Pflege
Paralleltitel (Englisch)
Undocumented migrant labour in the at-home elderly care ; the transformation from unpaid into paid labour
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
289 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Sieglinde Rosenberger ,
Birgit Sauer
Klassifikationen
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.04 Ausbildung, Beruf, Organisationen ,
89 Politologie > 89.04 Ausbildung, Beruf, Organisationen ,
89 Politologie > 89.59 Politische Prozesse: Sonstiges ,
89 Politologie > 89.73 Europapolitik, Europäische Union
AC Nummer
AC07452597
Utheses ID
7245
Studienkennzahl
UA | 092 | 300 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1