Detailansicht

Gendered state terrorism in Francoist Spain
narratives of repression and agency in Cárcel de Ventas
Caroline Sophia Jablow
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Individuelles Masterstudium Globalgeschichte
Betreuer*in
Valeska Huber
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.77001
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-27941.35974.201931-2
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Das Cárcel de Ventas in Madrid war das bevölkerungsreichste Frauengefängnis im franquistischen Spanien, in dem von 1931 bis 1969 etwa 14.000 Gefangene inhaftiert waren. Diese Arbeit untersucht den Staatsterrorismus im franquistischen Spanien aus einer geschlechtsspezifischen Perspektive und erforscht, inwieweit sich die Unterdrückung von Frauen als integraler Bestandteil des franquistischen Narrativs staatlicher Legitimität erwies, und zwar anhand des mikrohistorischen Kontexts von las Ventas. Mithilfe einer narrativen Analyse wird untersucht, welche Narrative die franquistische Führung in den Diskursen um das Cárcel de Ventas produzierte und welche Gegennarrative die Frauen in ihren Aussagen vertraten. Darüber hinaus wird erörtert, inwiefern geschlechtsspezifische Agenden für Kampagnen des Staatsterrors von entscheidender Bedeutung sind und warum ihre Analyse für die künftige Forschung entscheidend ist. Betrachtet man die franquistischen Narrative, so war der Einsatz des Terrors durch den Staat inhärent geschlechtsspezifisch und markierte eine Fortsetzung der staatlichen Gewalt gegen Frauen in Spanien, die durch immer extremere Maßnahmen gekennzeichnet war, einschließlich der Kodifizierung von Geschlechterrollen und groß angelegter Inhaftierungen als moralisches „Korrektiv“, um Kritik am Regime zum Schweigen zu bringen. Die franquistischen Darstellungen der Rolle der Frau in der Gesellschaft und der inhaftierten Frauen betonten den Schutz der Moral, stellten die Rechte der Familie über die Rechte der Frauen und betonten die Ausrottung der linken „Anderen“ und der „Bedrohung“ als vorrangige Maßnahmen des Staates und trugen zu einem breiteren Dialog über eine Nation in der Krise ohne geschlechtsspezifische Strafen bei. Im Gegensatz dazu präsentierten Frauen Gegenerzählungen, die die franquistischen Maßnahmen als gewalttätig charakterisierten, die so genannten katholischen „Werte“ des Staates anprangerten und die vielschichtigen, intersektionalen Erfahrungen von Frauen darstellten. Auf der Grundlage dieser Analyse komme ich zu dem Schluss, dass eine umfassendere feministische Forschung auf Mikroebene erforderlich ist, um die lokalisierten Erscheinungsformen des Staatsterrors und seinen globalen Widerstand zu verstehen.
Abstract
(Englisch)
The Cárcel de Ventas in Madrid was the most populated women’s prison in Francoist Spain, detaining approximately 14,000 prisoners in its operation from 1931-1969. This thesis investigates state terrorism in Francoist Spain from a gendered perspective and explores to what extent the repression of women proved integral to the Francoist narrative of state legitimacy through the micro-historical context of las Ventas. It utilizes a narrative analysis to determine which narratives Francoist leadership produced in discourses surrounding Cárcel de Ventas, and the counternarratives produced by women in their testimonies. More broadly, it discusses how gendered agendas are critical to campaigns of state terror and why their analysis is crucial for future scholarship. Observing Francoist narratives, the state’s use of terror was inherently gendered and marked a continuation of state violence against women in Spain, characterized by increasingly extreme measures including codification of gender roles and larger scale imprisonment as a moral “corrective” force to silence criticism of the regime. Francoist narratives of both women’s roles in wider society and incarcerated women emphasized the protection of morality, codified family rights over women’s rights, and stressed the eradication of leftist “others” and “threats” as measures paramount for the state, contributing to a wider dialogue of a nation in crisis without gendered punishment. In contrast, women presented counternarratives which characterized Francoist measures as violent, denounced the so-called Catholic “values” of the state, and represented the multilayered, intersectional experiences of women. Building on this analysis, I conclude that greater mico-level feminist research is required to understand the localized manifestations of state terror and its resistance globally.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Staatsterrorismus Spanien franquistischen Spanien Gender Erzählanalyse Micro Geschichte Zeugenaussage
Schlagwörter
(Englisch)
State terrorism Spain Francoist Spain Gender Narrative Analysis Micro history Testimony
Autor*innen
Caroline Sophia Jablow
Haupttitel (Englisch)
Gendered state terrorism in Francoist Spain
Hauptuntertitel (Englisch)
narratives of repression and agency in Cárcel de Ventas
Paralleltitel (Deutsch)
Geschlechtsspezifischer Staatsterrorismus im franquistischen Spanien
Paralleluntertitel (Deutsch)
Narrative der Repression und der Handlungsmacht in Cárcel de Ventas
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
94 Seiten
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Valeska Huber
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.08 Sozialgeschichte ,
15 Geschichte > 15.66 Spanien. Portugal ,
71 Soziologie > 71.33 Frau
AC Nummer
AC17361661
Utheses ID
72473
Studienkennzahl
UA | 067 | 805 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1