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Kein Raucherparadies mehr
eine Diskursanalyse der Nichtraucherschutzlegislatur in Japan
David Miladinovic
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Japanologie
Betreuer*in
Bernhard Seidl
DOI
10.25365/thesis.76621
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-14197.43496.453053-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse des Diskurses zur Nichtraucherschutzgesetzgebung in Japan und untersucht die Entwicklung und Wahrnehmung dieser Gesetze in der japanischen Gesellschaft. In einem Land, das bis vor wenigen Jahrzehnten international als „Raucherparadies“ bekannt war, wird in dieser Arbeit der Frage nachgegangen, welche Faktoren zu einem Wandel in der Gesetzgebung und der öffentlichen Meinung führten und wie diese in den Medien thematisiert wurden. Grundlage der Untersuchung bildet ein Korpus aus Artikeln der Asahi Shinbun, einer der größten japanischen Tageszeitungen, für den Zeitraum von 1985 bis 2022. Die Arbeit stützt sich auf die Methodik der kritischen Diskursanalyse nach Siegfried Jäger, die sowohl quantitative als auch qualitative Ansätze kombiniert, um eine umfassende Untersuchung des Diskurses zu ermöglichen. Der theoretische Rahmen wird durch eine historische Analyse des Rauchens in Japan ergänzt, die von den ersten Rauchverboten in der frühen Edo-Zeit bis hin zu den gesetzlichen Veränderungen in den letzten Jahrzehnten reicht. Die quantitative Analyse des Korpus, durchgeführt mit der Software KhCoder, zeigt eine zunehmende Thematisierung des Nichtraucherschutzes ab den frühen 2000er Jahren. Insbesondere das Jahr 2009, in dem die Präfektur Kanagawa als erste japanische Präfektur eine umfassende Verordnung zum Schutz vor Passivrauch erließ, markiert einen Wendepunkt in der öffentlichen Diskussion. Die Revision des Gesundheitsförderungsgesetzes im Jahr 2018 und die damit einhergehenden strengeren Rauchverbote im Vorfeld der Olympischen Spiele 2020 stellen einen weiteren Höhepunkt in der Entwicklung des Diskurses dar. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Wandel in der japanischen Nichtraucherschutzgesetzgebung nicht nur auf die wachsende Erkenntnis der gesundheitlichen Gefahren des Rauchens zurückzuführen ist, sondern auch auf die zunehmende internationale Aufmerksamkeit und den damit verbundenen Druck, den Ruf Japans als fortschrittliche Nation zu wahren. Der Diskurs in den Medien spiegelt dabei die Spannungen zwischen traditionellen Werten, ökonomischen Interessen und modernen Gesundheitsstandards wider und zeigt, wie gesellschaftlicher Wandel durch öffentliche Debatten und gesetzliche Regelungen gefördert wird.
Abstract
(Englisch)
This thesis analyzes the discourse on non-smoking legislation in Japan and examines the development and perception of these laws in Japanese society. In a country that until a few decades ago was internationally known as a “smoker's paradise”, this thesis examines the factors that led to a change in legislation and public opinion and how these were addressed in the media. The study is based on a corpus of articles from the Asahi Shinbun, one of Japan's largest daily newspapers, for the period from 1985 to 2022. The work is based on the methodology of critical discourse analysis according to Siegfried Jäger, which combines both quantitative and qualitative approaches to enable a comprehensive examination of the discourse. The theoretical framework is complemented by a historical analysis of smoking in Japan, ranging from the first smoking bans to the legal changes in recent decades. The quantitative analysis of the corpus, conducted with KhCoder, shows an increasing thematization of non-smoker protection from the early 2000s onwards. In particular, the year 2009, in which Kanagawa Prefecture became the first Japanese prefecture to issue a comprehensive ordinance on protection against passive smoking, marked a turning point in the public debate. The revision of the Health Promotion Law in 2018 and the associated stricter smoking bans in the run-up to the 2020 Olympic Games represent a further high point in the development of the discourse. The paper concludes that the change in Japan's non-smoking legislation is not only due to the growing realization of the health dangers of smoking, but also to the need to preserve Japan's reputation as a progressive nation in the context of the 2020 Olympic Games. The discourse in the media reflects the tensions between traditional values, economic interests and modern health standards and shows how social change is promoted through public debate and legislation.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
kritische Diskursanalyse KDA Japan Rauchen Nichtraucherschutz Passivrauch Siegfried Jäger
Haupttitel (Deutsch)
Kein Raucherparadies mehr
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Diskursanalyse der Nichtraucherschutzlegislatur in Japan
Paralleltitel (Englisch)
No longer a smoker's paradise
Paralleluntertitel (Englisch)
a discourse analysis of non-smoking legislation in Japan
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
106 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Bernhard Seidl
AC Nummer
AC17324125
Utheses ID
72643
Studienkennzahl
UA | 066 | 843 | |
