Detailansicht
Queerness und Spiritualität als Reise
eine vergleichend-systematische Analyse der Theorien von John J. McNeill, Elizabeth Stuart und Hans-Georg Wiedemann
Jeannine Gubi
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Katholisch-Theologische Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Religionswissenschaft
Betreuer*in
Birgit Heller
DOI
10.25365/thesis.77106
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-10011.63024.343220-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Im Zuge meiner Masterarbeit möchte ich mich mit der Thematik Queerness und Spiritualität als Reise, anhand von drei heterogenen christlichen Protagonist*innen, auseinandersetzen. Folgende Forschungsfrage liegt dieser Arbeit zugrunde: „Wie lässt sich konkret ein queeres, spirituelles Subjekt in der Interpretation nach John J. McNeill, Elizabeth Stuart und Hans-Georg Wiedemann denken und welche Thesen werden ins Feld geführt?“ Eine vergleichend-systematische Analyse dient als Herangehensweise an den Forschungsgegenstand. Im Hinblick auf den Stand der Forschung hat Melissa M. Wilcox einen wesentlichen Beitrag mit ihren Arbeiten geleistet: Seit mehr als drei Dekaden ist ein Progress, hinsichtlich den LGBT Studien, in der Religionswissenschaft zu beobachten. Nichtsdestotrotz übt die Autorin Kritik an der Forschungslandschaft und den einseitigen, ethnozentrischen Forschungsinteressen. Das Hauptargument ist, dass die Forschungsergebnisse hauptsächlich von weißen, heterosexuellen Männern stammen. Aus diesem Grund plädiert sie für einen inklusiven Forschungszugang, indem Kategorien, wie Sexualität und Gender in die Betrachtung des Forschungsgegenstands einbezogen werden. Im Bereich der Queer Theology kann die Themenstellung dieser Arbeit verortet werden und wird hauptsächlich von queeren Theolog*innen und Intellektuellen getragen. Eine theoretische Betrachtung zeigt, dass es sich um eine kritische Weiterentwicklung der lateinamerikanischen Befreiungstheologie handelt, mit dem Ziel: Erstens der Dekonstruktion und zweitens der Re-Interpretation der jüdisch-christlichen Tradition. Ausgehend von der Queer Theory, dessen Kernmerkmal die radikale Hinterfragung sozialer Normen und Annahmen, bezüglich Gender und Sexualität ist, hat sich die Richtung der Queer Theology entwickelt, deren Begründer der Theologe und Religionswissenschaftler Robert Goss ist. Charakteristisch für Robert Goss ist die Verknüpfung von Spiritualität und Queerness. Melissa M. Wilcox (2006) hat die Begriffsgeschichte nachgezeichnet, die im Vorfeld des Terminus queer verbreitet waren: Zu Beginn war in den Fachdiskursen die Rede von gay, dann wurden die Begriffe ständig erweitert zu lesbian/gay und lesbian/gay/bisexual. Aufgrund ihrer pejorativen Konnotation wurde allerdings im Laufe der Zeit Abstand von diesen Begrifflichkeiten genommen. Heutzutage finden die Abkürzungen: LGBT, ein Akronym für lesbian, gay, bisexual, transgender sowie LGBTQQIP2SAA Verwendung. Dieses Akronym repräsentiert folgende sexuelle Orientierungen und Genderidentitäten: lesbian, gay, bisexual, transgender, questioning, queer, intersex, pansexual, two-spirit (2S), androgynous, asexual. Im Prinzip dient der Terminus queer als Sammelbegriff. Kent L. Brintnall (2013) macht auf die mannigfaltigen Definitionsversuche des Begriffs queer aufmerksam. Grundsätzlich weisen alle drei Autor*innen, die untersucht werden, folgende Gemeinsamkeiten auf: Sie beziehen Queerness und Spiritualität theoretisch aufeinander und vertreten ein inklusives Christentum. Eine kurze Darstellung der drei christlichen Protagonist*innen: der US-amerikanische Jesuit und Psychotherapeut John J. McNeill, der Vater der katholischen Stonewall-Bewegung, seiner Überzeugung nach basiert Spiritualität auf der Lossagung von christlichen Autoritäten und deren feindseligen Haltung gegenüber queeren Christ*innen, hin zur persönlichen Gotteserfahrung und Verantwortungsübernahme. Zweitens die Darstellung der britischen, feministischen Theologin der episkopalen Kirche, Elizabeth Stuart, ihr Anliegen ist es primär queeren Christ*innen eine Stimme in der oftmals feindselig erlebten Kirche zu geben. Queere Christ*innen berichten von spezifischen Zugängen zum Göttlichen und leisten mit ihren Erfahrungsberichten einen wesentlichen Beitrag im theologischen Diskurs. Drittens wird in einem Kapitel der deutsche evangelische Theologe Hans-Georg Wiedemann vorgestellt, der Ausgangspunkt seiner Überlegungen, im Kontext der queeren Spiritualität, ist das Existential der Sehnsucht des Subjekts, präziser alle Sehnsucht ist Gottessehnsucht und das Spezifikum seiner Theologie ist die Emphase des Begriffs der Liebe.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Spirituelle Reise Gemeinschaft Gotteserfahrung Haltung Verantwortung Existenz
Schlagwörter
(Englisch)
Queerness Queer Theology Queer Theory Queering Empowerment
Autor*innen
Jeannine Gubi
Haupttitel (Deutsch)
Queerness und Spiritualität als Reise
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine vergleichend-systematische Analyse der Theorien von John J. McNeill, Elizabeth Stuart und Hans-Georg Wiedemann
Paralleltitel (Englisch)
Queerness and spirituality as a journey
Paralleluntertitel (Englisch)
a systematic analysis of the theories of John J. McNeill, Elizabeth Stuart and Hans-Georg Wiedemann
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
125 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Birgit Heller
AC Nummer
AC17368246
Utheses ID
73001
Studienkennzahl
UA | 066 | 800 | |
