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Shimoneta und seine Beziehung zum Subjekt
Stefan Böckl
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Japanologie
Betreuer*in
Wolfram Manzenreiter
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.76615
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-16923.50600.127962-0
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die traditionelle Wahrnehmung Japans als eine hochkultivierte Gesellschaft mit ausgeprägter Gefühlskontrolle und höflichen Umgangsformen hat dazu geführt, dass sprachliche Randphänomene in der Forschung lange Zeit wenig Beachtung fanden. Diese Arbeit richtet daher ihren Fokus auf die Praxis des obszönen Humors, bekannt als shimoneta. Anhand dieses Phänomens sollen verschiedene Formen der Subjektbildung untersucht werden, die einen formenden Einfluss auf die shimoneta-Praxis ausüben. Dadurch wird nicht nur die Praxis des obszönen Humors verständlich, sondern auch die Formen der Subjektivierung, die über shimoneta hinaus im gesellschaftlichen Leben Japans Wirkung entfalten. Insbesondere werden der Bereich des kollektiven Wissens und die individuelle praktische Ausübung untersucht. Aufgrund dieser Fokussierung erscheint eine Verortung im theoretischen Feld der Wissenssoziologie naheliegend. Zur Untersuchung dieser Kommunikationspraxis wurden in drei Erhebungszyklen ethnologische Feldforschungen durchgeführt und der daraus resultierende Datenkorpus im Sinne der Grounded Theory ausgewertet. Die daraus entwickelten Thesen geben Aufschluss darüber, wie Institutionen wie Familie, Schule und Arbeitsplatz das Wissen um Sprachnormen, Geschlecht, Sexualität und Hygiene beeinflussen. Zudem wurde der Einfluss gegenwärtiger Diskurse auf diese Faktoren analysiert. Die detaillierte Auseinandersetzung mit dem Phänomen shimoneta zeigt, dass die Implementierung des sozialen Geschlechts durch die genannten Institutionen, den darauf aufbauenden Aufklärungsunterricht und insbesondere mittels Disziplinierung durch den Freundeskreis zu einer geschlechtersegregierenden Humorpraxis führt. Im weiteren Verlauf des individuellen Wissenserwerbs etabliert sich eine neue Form der gemischt-geschlechtlichen shimoneta-Praxis. Schließlich wird mit dem Eintritt ins Berufsleben eine hierarchisierte Form des obszönen Humors praktiziert, bei der das Recht zur Ausübung hauptsächlich der vorgesetzten Person zukommt.
Abstract
(Englisch)
Due to the traditional perception of Japan as a highly cultured society with pronounced emotional control and polite manners, linguistic fringe phenomena have long been neglected in research. This study, therefore, focuses on the practice of obscene humor, known as shimoneta. By exploring this initially observed phenomenon, various forms of subject formation that shape the shimoneta practice are examined. This not only makes the practice of obscene humor understandable but also reveals forms of subjectivation that extend beyond shimoneta and exert influence on social life in Japan. In particular, the area of collective knowledge and individual practical application is investigated. Due to this focus, a placement within the theoretical field of the sociology of knowledge appears appropriate. To investigate this communicative practice, ethnological field research was conducted in three cycles, and the resulting data corpus was analyzed using Grounded Theory. The resulting theses provide insight into how institutions such as the family, school, and workplace influence knowledge of language norms, gender, sexuality, and hygiene. Additionally, the impact of contemporary discourses on these factors was analyzed. The detailed examination of the shimoneta phenomenon shows that the implementation of social gender by institutions and subsequent sex education, but particularly through sanctions within the peer group, leads to a gender-segregating practice of shimoneta. In the further course of individual knowledge acquisition, a new form of mixed-gender shimoneta practice is established. Finally, with entry into the workforce, a hierarchical form of obscene humor practice emerges, where the right to perform primarily belongs to the superior.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
shimoneta Humor obszöner Humor Zoten Subjektivierung Subjekt japanischer Humor
Schlagwörter
(Englisch)
shimoneta humour jokes dirty jokes subject subjectivation japanese humour
Autor*innen
Stefan Böckl
Haupttitel (Deutsch)
Shimoneta und seine Beziehung zum Subjekt
Paralleltitel (Englisch)
Shimoneta and their relation to the subject
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
139 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Wolfram Manzenreiter
Klassifikation
73 Ethnologie > 73.64 Sprache. Kommunikation
AC Nummer
AC17324001
Utheses ID
73148
Studienkennzahl
UA | 066 | 843 | |
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