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Fluid boundaries: Regional imaginaries of Danube River borders
Sophia Danielle Luongo
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium CREOLE-Cultural Differences and Transnational Processes
Betreuer*in
Sanderien Verstappen
DOI
10.25365/thesis.76946
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-22134.54489.146426-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Könnte man sich Trennung und Verbindung als koexistierende Realitäten vorstellen, die durch dieselben Prozesse entstehen? Eine Grenze verbindet, was sie enthält, und trennt, was sie ausschließt. Das eine kann nicht ohne das andere existieren, und die Akzeptanz dieses „Sowohl-als-auch“ ermöglicht eine ganzheitliche Betrachtung der durch Grenzen geschaffenen Relationalitäten. Eine feuchte Ontologie von Grenzimaginarien versucht, dieses Reframing zu erreichen, indem sie Raum für das Vorhandensein multipler, manchmal widersprüchlicher Wahrheiten schafft. Diese Arbeit berichtet über zwei Monate Feldforschung mit mehreren Standorten, um die übergreifende Frage zu beantworten: Wie stellen sich Menschen, die mit dem Donauraum arbeiten und sich entlang der Donau bewegen, die nationalen Grenzen dieses Raums vor? Die Methoden umfassen teilnehmende Beobachtung in einem regionalpolitischen Think Tank in Wien, Österreich, und entlang des Flusses zwischen den nationalen Grenzen in Passau, Deutschland und Bratislava, Slowakei. Es wurden Interviews mit regionalen Verwaltern und Politikforschern, Binnenschifffahrtsexperten, regionalen Tourismusorganisatoren und Individualreisenden geführt. In diesen Gruppen werden nationale Grenzen auf vier Arten imaginiert: (1) als in der Gegenwart praktisch nicht existent, (2) als dringende Mobilitätshindernisse, (3) als etwas, das überwunden werden muss, oder (4) als etwas, das gestärkt werden muss. Diese widersprüchlichen Grenzvorstellungen deuten darauf hin, dass nationale Grenzen keine singuläre, verfestigte Realität schaffen. Die vielfältigen Realitäten, die als Reaktion auf die Flussgrenzen des Donauraums imaginiert werden, liefern stattdessen eine ontologische Erzählung, die der Singularität des Nationalstaates entgegenwirkt. Indem wir die Vielfältigkeit der Grenzen verstehen, arbeiten wir gegen eine vereinfachende „Politik der Angst“, die von absoluten Werten lebt. Vielleicht ist es kontraintuitiv, mehr als nur den Schaden in den Vordergrund zu stellen, der von Staaten durch Grenzprozesse verursacht wird, nämlich eine Arbeit, die staatliche Projekte untergräbt. Indem wir uns aktiv unserer Grenzvorstellungen bewusst werden und sie letztlich kritisch hinterfragen (ob sie nun von Angst, Hoffnung, Chaos oder Apathie geprägt sind), gewinnen wir die Macht zurück, zu entscheiden, welche Realitäten wir schaffen wollen, und wie wir in Beziehung zueinander leben wollen.
Abstract
(Englisch)
Could separation and connection be fruitfully imagined as coexisting realities born of the same processes? A border connects what it contains by separating what it excludes. One cannot exist without the other, and accepting this both-ness allows for a holistic account of the relationalities created by borders. A wet ontology of border imaginaries attempts to achieve this reframing by creating space for the presence of multiple, sometimes contradictory, truths. This thesis reports on two months of multi-sited fieldwork to answer the overarching question: How do people who work with the Danube Region, and move along the Danube River, imagine the national borders of this space? Methods include participant-observation at a regional policy think tank in Vienna, Austria, and along the river between national borders in Passau, Germany and Bratislava, Slovakia. Interviews were conducted with regional administrators and policy researchers, inland shipping professionals, regional tourism organizers, and individual travelers. Among these groups, national borders are imagined in four ways: (1) as practically nonexistent in the present moment, (2) as urgent barriers to mobility, (3) as something to overcome, or (4) as something to strengthen. These contradictory border imaginaries suggest that national borders do not create a singular, solidified reality. The multiple realities imagined in response to Danube Region river borders instead supply an ontological narrative that counteracts the singularity of the nation state. By understanding border multiplicity, we are working against a simplistic “politics of fear” that thrives in absolutes. Perhaps counterintuitively, foregrounding more than the harm enacted by states through bordering processes is work that subverts state projects. In becoming actively aware and ultimately critical of our border imaginaries, (whether those be of fear, hope, chaos, or apathy) we reclaim the power to choose which realities we work to create and decide how we want to live in relation to one another.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Grenzstudien Nasse Ontologie Vorstellungswelten Mitteleuropa Donauraum Fluss-Ethnographie Flussgrenze Grenzüberschreitend relational Anthropologie
Schlagwörter
(Englisch)
Border studies Wet ontology Imaginaries Central Europe Danube Region River ethnography River border Cross-border relationality Borderscape Anthropology
Autor*innen
Sophia Danielle Luongo
Haupttitel (Englisch)
Fluid boundaries: Regional imaginaries of Danube River borders
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
vi, 101 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Sanderien Verstappen
AC Nummer
AC17357843
Utheses ID
73241
Studienkennzahl
UA | 066 | 656 | |
