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"It's not a lie if you're not intending to be deceptive"
reflections on lies, selfless assertions and creationist teachers in social epistemology
Julia Schäfer
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Lehramt Sek (AB) Unterrichtsfach Französisch Unterrichtsfach Psychologie und Philosophie
Betreuer*in
Martin Kusch
DOI
10.25365/thesis.77092
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-22872.51306.286535-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
In dieser Arbeit setze ich mich mit der Natur und dem moralischen Status des Lügens durch eine Analyse zeitgenössischer Debatten in der sozialen Erkenntnistheorie und Moralphilosophie kritisch auseinander. Zu Beginn arbeite ich einen systematischen Überblick über deskriptive Ansätze zum Thema Lügen heraus, wobei ich mich auf die zentralen Aspekte von Aussagen und Behauptungen, Unwahrhaftigkeit, Ansprache und die Absicht zu täuschen konzentriere. Darüber hinaus rekonstruiere ich den Paradigmenwechsel von täuschungsbasierten zu nicht-täuschungsbasierten Auffassungen des Lügens im jüngeren philosophischen Diskurs und analysiere dessen Implikationen auf konzeptioneller Ebene. Des Weiteren beleuchte ich den moralischen Status des Lügens aus drei grundlegenden Perspektiven: absolutistischen Theorien, Handlungsutilitarismus und Ansätze der prima facie Pflichte. Ein besonderes Augenmerk liegt hier auf der Frage nach deren Kompatibilität mit neueren, deskriptiven Ansätzenaus der sozialen Erkenntnistheorie, welche nicht-täuschungsbasiert arbeiten. Den Kern meiner Arbeit bildet eine werksübergreifende Analyse von Jennifer Lackeys Arbeiten zum Thema Lügen, die zwischen 2007 und 2021 veröffentlicht wurden. In diesem Zusammenhang rekonstruiere ich Lackeys Modell des individuellen und kollektiven Lügens und untersuche dessen Beziehung zu ihrer umfassenderen Epistemologie des Zeugnisses, dem Sprachverhalten von Gruppen und dem Konzept der selbstlosen Behauptung. In meiner kritischen Bewertung problematisiere ich mehrere Aspekte von Lackeys Argumentation auf formaler und inhaltlicher Ebene, einschließlich ihrer Ablehnung nicht-täuschungsbasierter Ansätze und ihrer Charakterisierung und Verwendung des in der Fachliteratur einflussreichen Fallbeispiels „creationist teacher“. Ich vertrete den Standpunkt, dass Lackeys Darstellung der Komplexität institutioneller Kontexte nicht gerecht wird, da sie grundlegende Aspekte wie Vertrauen, epistemische Verpflichtungen und Integrität übersieht, die sowohl in der Beziehung zwischen Sprechern und Hörern als auch im Verhältnis der Gesellschaft zu Bildungs- und Forschungseinrichtungen von zentraler Bedeutung sind. Abschließend spreche ich mich für eine alternative Interpretationen und Reklassifizierungen von Schlüsselbeispielen, sowie Modifikationen bestehender Theorien aus. In diesem Sinne trägt meine Arbeit zur fortlaufenden philosophischen Debatte über die Natur des Lügens, dessen Beziehung zur Täuschung und dessen moralische Implikationen sowohl in individuellen als auch in kollektiven Kontexten bei.
Abstract
(Englisch)
In this thesis, I critically examine the nature and morality of lying through an analysis of contemporary debates in social epistemology and moral philosophy. To begin, I provide a systematic overview of descriptive approaches to lies, focusing on statement and assertion, untruthfulness, address, and the intention to deceive. Furthermore, I trace the shift from deception-based to non-deception-based accounts of lying in recent philosophical discourse and analyze its implications on the conceptual level. Moreover, I explore the moral status of lying through three main theoretical lenses: absolutist theories, act-utilitarianism, and prima facie duty approaches. A significant portion of my work is dedicated to an integrative analysis of Jennifer Lackey's work on lying, published between 2007 and 2021. Specifically, I reconstruct Lackey's model of individual and collective lying, examining its relationship to her broader epistemology of testimony and group knowledge. In my critical assessment, I challenge several aspects of Lackey's arguments, including her rejection of non-deception-based accounts and her characterization of the ‘creationist teacher’ example. I contend that Lackey's account fails to fully capture the complexity of institutional contexts, as it overlooks fundamental aspects such as trust, epistemic commitment, and integrity, which are of primary importance both in the relationship between speakers and hearers and in the relationship between society and educational and research institutions. I conclude by proposing alternative interpretations of key examples and suggesting modifications to existing theories. Ultimately, my work contributes to the ongoing philosophical debate on the nature of lying, its relationship to deception, and its moral implications in both individual and group contexts.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Lügen Selbstlose Behauptung Jennifer Lackey Täuschung Wahrhaftigkeit Soziale Erkenntnistheorie
Schlagwörter
(Englisch)
lies lying selfless assertion Jennifer Lackey social epistemology testimony group knowledge
Haupttitel (Englisch)
"It's not a lie if you're not intending to be deceptive"
Hauptuntertitel (Englisch)
reflections on lies, selfless assertions and creationist teachers in social epistemology
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
88 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Martin Kusch
AC Nummer
AC17367625
Utheses ID
73258
Studienkennzahl
UA | 199 | 509 | 525 | 02
