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Zur Herkunft der grobkörnigen Sedimente am Wienerberg
Bernhard Zeidler
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Erdwissenschaften
Betreuer*in
Susanne Gier
DOI
10.25365/thesis.77097
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-24762.52870.566858-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
In Zusammenarbeit der Magistratsabteilung 29 (MA29) beschäftigt sich diese Arbeit mit der Herkunft der grobkörnigen Sedimente am Wienerberg. Die untersuchten Bohrungen sind Rammkernbohrungen, die von der MA29 durchgeführt wurden, um Daten für den geplanten Ausbau der U2 zu gewinnen. Im Verlauf der Bohrungen wurden in unterschiedlichen Tiefen Kiesschichten angetroffen, deren Herkunft bestimmt werden sollte. Da der Wienerberg eine der höchsten Erhebungen in der Umgebung darstellt, war es zunächst wichtig zu klären, welcher Fluss die Kiese transportiert haben könnte. Ein sehr wahrscheinlicher Kandidat für den Transport der Kiese war der Wienfluss, der nach der Donau der nächstgelegene, aus dem Westen kommende Fluss ist, der die Flyschzone entwässert. Da die Flyschzone topographisch höher als der Wienerberg gelegen war, konnte der Wienfluss Kiese von dort transportieren. Die Kiese in den Bohrungen lagen jedoch nicht in einer mächtigen, homogenen Schicht vor, sondern wurden in drei unterschiedlichen Lagen mit dazwischenliegenden Ton- und Schluffschichten gefunden. Um die Hypothese, dass der Wienfluss diese Kiese aus der Flyschzone transportierte weiter zu untermauern, wurden verschiedene Analysen der Proben durchgeführt. Als erster Schritt wurde eine Bohrkernaufnahme durchgeführt, die erste Einblicke in die vorhandenen Sedimente und Schichtfolgen gab. Da das untersuchte Gebiet zwischen den quartären Donauterrassenkiesen und den Wienerwaldkiesen liegt, konnte eine makroskopische Analyse Aufschluss darüber geben, welcher Gesteinsart die untersuchten Kiese am ehesten zuzuordnen sind. Um die beiden Bohrungen weiter vergleichbar zu machen wurden Korngrößenanalysen der Kiese, Sande und Tone durchgeführt. Außerdem wurde eine Schwermineralanalyse an den Sanden durchgeführt. Des Weiteren wurde die Mineralogie der Tonproben mittels Röntgendiffraktometrie bestimmt, die nach der Auswertung mit den von der MA29 zur Verfügung gestellten Daten verglichen werden konnte. Auch wurden TOC-Analysen (Total Organic Carbon) der Tonproben durchgeführt. Um das mögliche Einzugsgebiet der Kiese zu ermitteln, wurden GIS-Daten analysiert. Zur Bestimmung der der Lithologie der Kieskomponenten wurden Dünnschliffe einiger Proben erstellt und anschließend mithilfe des Durchlichtmikroskops analysiert. Durch die Zusammenführung aller Ergebnisse konnte der Schluss gezogen werden, dass die Kiese durch den Ur-Wienfluss aus dem Flysch des Wienerwaldes eingetragen wurden. Die dazwischenliegenden Tone stammen vom Pannonsee und haben ein mittelpannonisches Alter. Dies könnte darauf hindeuten, dass der Ur-Wienfluss in den Pannonsee mündete und durch Schwankungen des Wasserspiegels entweder Kiese abgelagert oder Tone sedimentiert wurden. Eine Analyse paläogeographischer Karten des Pannonsees zeigt, dass sich seine Ufer genau in der Nähe von Wien befanden, was diese Theorie plausibel macht. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass der Wienfluss durch Starkregenereignisse an Fließgeschwindigkeit gewann und während dieser Zeiten Kiese transportierte.
Abstract
(Englisch)
In collaboration with Municipal Department 29 (MA29), this work examines the origin of coarse-grained sediments found on Wienerberg. The samples are from core drillings that were carried out by MA29 to obtain data for the planned expansion of the subway U2. During the drilling, gravel layers were encountered at different depths, the origin of which was to be determined. Since the Wienerberg is one of the highest elevations in the area, it was first important to clarify which river could have transported the gravel. A very likely candidate for the transport of the gravel was the Wienfluss, which after the Danube is the closest river coming from the west and draining the Flysch Zone. Since the Flysch Zone was topographically higher than the Wienerberg, the Wienfluss could have transported gravel from there. However, the gravels in the boreholes were not found in a thick, homogeneous layer, but were found in three different layers between layers of clay and silt. To further support the hypothesis that the Wienfluss transported these gravels from the Flysch Zone, various analyses of the samples were carried out. As a first step, a sedimentary log was taken, which provided insights into the existing sedimentary layers. Since the area under investigation lies between the Danube Terrace Gravels and the sandstone gravels of the Vienna Woods, a macroscopic analysis was able to provide information about which rock type the gravels most likely belong to. In order to further compare the two boreholes, grain size analyses of the gravel, sand and clay were carried out. In addition, a heavy mineral analysis of the sands was carried out. Furthermore, the mineralogy of the clay samples was determined using X-ray diffraction, which could be compared with the data provided by MA29 after evaluation. TOC (Total Organic Carbon) analyses of the clay samples were also carried out. GIS data were analyzed to determine the possible catchment area of the gravel. To determine the lithology of the gravel components, thin sections of some samples were created and then analyzed using a transmitted light microscope. By combining all the results, it can be concluded that the gravels were deposited by the ancient Wienfluss from the Flysch Zone of the Vienna Woods. The clays in between come from Lake Pannon and are of middle Pannonian age. This could indicate that the Wienfluss flowed into Lake Pannon and that fluctuations in the water level either deposited gravels or sedimented clays. An analysis of paleogeographic maps of Lake Pannon shows that its banks were located near Vienna, which makes this theory plausible. Another possibility is that the Wienfluss gained flow velocity due to heavy rainfall events and transported gravels during these times.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Wienerberg Sedimentologie grobkörnige Sedimente Flyschkiese Wien
Schlagwörter
(Englisch)
Wienerberg Sedimentology Coarse sediments Vienna
Autor*innen
Bernhard Zeidler
Haupttitel (Deutsch)
Zur Herkunft der grobkörnigen Sedimente am Wienerberg
Paralleltitel (Englisch)
On the origin of the coarse-grained sediments at Wienerberg
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
III, 113 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Susanne Gier
Klassifikation
38 Geowissenschaften > 38.28 Sedimentgesteine
AC Nummer
AC17367885
Utheses ID
73301
Studienkennzahl
UA | 066 | 815 | |
