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Studien zur Protokoll-Literatur von Erika Runge
Monika Frasl
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Ingrid Cella
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.8142
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29830.65970.741154-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
1968 feierte Erika Runge mit den Bottroper Protokollen ihren literarischen Durchbruch. Diesen protokollierten Interviews mit Bewohnern aus dem Ruhrgebiet folgten in der BRD viele ähnliche Dokumentarbücher. Auch Runge setzte ihr dokumentarisches Schreiben fort und veröffentlichte von 1969 bis 1987 vier weitere Protokollsammlungen: Frauen. Versuche zur Emanzipation; Reise nach Rostock, DDR; Südafrika – Rassendiktatur zwischen Elend und Widerstand. Protokolle und Dokumente zur Apartheid und Berliner Liebesgeschichten. Kontext für das Entstehen der Dokumentarbücher von Runge sind die politisierten 60er-Jahre, in denen das Verhältnis von Literatur und Politik neu hinterfragt wurde und der operative Aspekt von Literatur zur Sprache kam. Anhand von Einzel- und Vergleichsanalysen wird untersucht, inwieweit sich die Darstellung in den fünf Protokollbänden Runges im Zeitablauf änderte, wie die Autorin ihre Protokoll- und Interviewsammlungen gestaltete. Ausgehend von progressiven Strömungen Mitte des 19. Jahrhunderts werden im 20. Jahrhundert mit dem BPRS, der Dortmunder Gruppe 61 und dem Werkkreis Literatur der Arbeitswelt literarische Gruppen skizziert, welche neue Literaturkonzepte forderten und proletarische Wirklichkeit darstellten. Bevorzugte Formen wie Zeitstücke, Reportagen, Berichte und Interviews schließen an Formen der 20er- und 30er-Jahre an. Neben Dokumentarstücken sind in den 60er-Jahren die Industriereportagen von Günter Wallraff und die Tonbandprotokolle von Erika Runge wesentlich. Erika Runge, auch Regisseurin und Filmemacherin, hat Interviews mit verschiedenen Bevölkerungsgruppen geführt und diese in Monologform als Protokoll-Literatur veröffentlicht. Runge begann mit wenigen und exemplarischen Lebensgeschichten aus dem Ruhrgebiet, veröffentlichte dann eine Interviewsammlung von Frauen, eine systemkonforme Interviewsammlung aus der DDR, eine sachliche Dokumentationen über Südafrika und zuletzt wieder ausgewählte Lebens- und Liebesgeschichten von Berlinern. Als Autorin ist Runge heute beinahe vergessen. In den 70er-Jahren wurde ihr Band Frauen. Versuche zur Emanzipation Vorbild für Protokolle von DDR-Autorinnen und durch ihre narrativen Interviews, durch ihre Lebensgeschichten und Erzählungen ist sie auch Vorbild für die Oral History geworden.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Erika Runge Dokumentarliteratur Protokoll-Literatur Studentenbewegung Politisierung
Autor*innen
Monika Frasl
Haupttitel (Deutsch)
Studien zur Protokoll-Literatur von Erika Runge
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
145 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ingrid Cella
Klassifikationen
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.99 Geisteswissenschaften allgemein: Sonstiges ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.01 Geschichte der Sprach- und Literaturwissenschaft ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.03 Theorie und Methoden der Sprach- und Literaturwissenschaft
AC Nummer
AC07966352
Utheses ID
7336
Studienkennzahl
UA | 190 | 333 | 456 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1