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Critical phenomenology of menstruation
changes within lived experience of menstruating and its meanings
Zoe Viola Bergmann
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Joint-Degree Middle European interdisc. master prog. in Cognitive Science
Betreuer*in
Toma Strle
DOI
10.25365/thesis.78441
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-20369.67709.827474-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Menstruation ist nicht nur ein körperliches Phänomen. Der menschliche Körper ist keine in sich geschlossene Einheit, sondern geprägt durch eine Vielzahl an Eigenheiten, die über sein eigenes Wesen hinausgehen. Diese These integriert das kritisch-phänomenologische Projekt Günthers (2019, 2021) mit verkörperten, interaktionalen Bedeutungstheorien, um auf empirischer Basis zu erforschen, wie sich Menstruationserfahrungen und ihre Bedeutungen im Laufe der Zeit verändern. Obgleich eine umfangreiche Literatur existiert, die sich mit den Herausforderungen der Menarche sowie den allgegenwärtigen sozialen Stigmata, die mit der Menstruation verbunden sind, auseinandersetzt, ist ein Mangel an Forschung zu verzeichnen, welche das menstruelle Leben im zeitgenössischen Kontext untersucht. Die jahrhundertelangen Bemühungen feministischer Bewegungen sowie die zunehmende Zugänglichkeit von Menstruationsaufklärung gehen nicht spurlos an Menstruierenden vorbei. Die persönlichen Menstruationsgeschichten und ihre Bedeutungen wurden anhand von narrativen Interviews mit fünf cis-weiblichen Menstruierenden und einer nicht-binären menstruierenden Person, die alle deutschsprachig und Mitte zwanzig waren, sowie unter Berücksichtigung von Langdridge’s (2007) kritischer Narrativanalyse untersucht. Das Studiendesign ermöglichte eine eingehende Auseinandersetzung mit den Leiberfahrungen im Leben von Menstruierenden und des zeitgleich bestehenden Kontexts. Die Ergebnisse zeigen, dass die Menarche im Alter von 11 bis 13 Jahren als eine Quelle der Scham und des Versteckens wahrgenommen wurde. In der Zeit zwischen dem 15. und 16. Lebensjahr erfolgte eine Verlagerung des Erlebens auf die Menstruation im Kontext der Sexualität. Im Vordergrund stand dabei die Übernahme von Verantwortung für die Verwendung von Verhütungsmitteln sowie für die Bewältigung der damit verbundenen Folgeerscheinungen der Menstruation. Gleichzeitig konnte eine Entstigmatisierung der Menstruation durch die gemeinsame Schaffung sicherer Räume beobachtet werden. Mit dem Eintritt in die 20er begann für die Mitforscher*innen die Wahrnehmung der Menstruation als integralen Bestandteil des gesamten Menstruationszyklus, wodurch sich ihr Körperverstehen vertiefte. Letztendlich wurde die Menstruation während des gesamten Lebens der Menstruierenden als ein Akt der Annahme des Frauseins verstanden, was bei einer nicht-binären Mitforscher*in zu erheblichen Identitätskonflikten führte. Des Weiteren präsentiert die phänomenologisch fundierte Arbeit alternative Ansätze zur Unterstützung von jungen Erwachsenen bei der Bewältigung und dem Verständnis ihrer Menstruationserfahrungen. Diese basieren auf den Erfahrungsberichten der Mitforscher*innen. Die dargestellten Ansätze verfolgen das Ziel, der Verheimlichung, Kontrolle und Verurteilung des menstruierenden Körpers sowie anderer körperlicher Identitäten, insbesondere derjenigen von queeren Menschen, entgegenzuwirken. Stichwörter: Kritische Phänomenologie, Kritische Narrativanalyse, Menstruation, Leiberfahrung, Bedeutung, Erfahrungsbedingte Veränderungen, Verkörperung, Enaktivismus
Abstract
(Englisch)
Menstruation is a phenomenon that extends beyond the merely physical. The body is not a self-contained entity; it inherits and exhibits much more than its being. By integrating the critical phenomenological project of Guenther (2019, 2021) with embodied, interactional theories of meaning, this thesis pioneers in an interdisciplinary empirical approach to understanding how menstrual meanings change over time. While there is a substantial corpus of literature examining the challenges of navigating menarche and the pervasive social stigmas associated with menstruation, there has been a paucity of research examining menstruators’ lives in the contemporary context. Continuous efforts of feminist movements over centuries and the growing accessibility of menstrual education have not gone unnoticed by menstruators. By conducting narrative interviews with five cis-female menstruators and one non-binary menstruator, all of whom were German speakers in their mid-twenties, the menstrual stories and their meanings were elucidated through a critical narrative analysis of Langdridge (2007). The study design facilitated an exhaustive examination of the experiential primacies in menstruators' lives and the environmental circumstances affecting those experiences. The findings indicate that from the ages of 11 to 13, menarche was perceived as a source of shame and concealment. During the period between the ages of 15 and 16, menstruation was associated with sexuality, particularly the necessity to provide and navigate contraception. Concurrently, menstruation was de-stigmatized through the co-creation of shared spaces. As the co-researchers entered their 20s, they began to experience menstruation as an integral part of their entire menstrual cycle, which fostered their body literacy. Ultimately, throughout the menstruators' lives, menstruation was understood as an act of embracing womanhood, which presents significant identity conflicts within the non-cis menstruator. Through a critical turn, this thesis illuminates alternative avenues for providing institutional and non-institutional support to young adults as they navigate and comprehend their menstrual experiences. These avenues eschew the demand for the concealment, control, and condemnation of the menstrual body and its integrated other bodily identities, particularly those of queer individuals. Keywords: Critical Phenomenology, Critical Narrative Analysis, Menstruation, Lived Body, Meaning, Experiential Changes, Embodiment, Enactivism
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Kritische Phänomenologie Kritische Narrativanalyse Menstruation Leiberfahrung Bedeutung Erfahrungsbedingte Veränderungen Verkörperung Enaktivismus
Schlagwörter
(Englisch)
Critical Phenomenology Critical Narrative Analysis Menstruation Lived Body Meaning Experiential Changes Embodiment Enactivism
Autor*innen
Zoe Viola Bergmann
Haupttitel (Englisch)
Critical phenomenology of menstruation
Hauptuntertitel (Englisch)
changes within lived experience of menstruating and its meanings
Paralleltitel (Deutsch)
Kritische Phänomenologie der Menstruation
Paralleluntertitel (Deutsch)
Veränderungen in der gelebten Erfahrung der Menstruation und ihrer Bedeutungen
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
134 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Toma Strle
Klassifikation
77 Psychologie > 77.22 Phänomenologische Psychologie
AC Nummer
AC17536392
Utheses ID
73611
Studienkennzahl
UA | 066 | 013 | |
