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"... eingetreten in den Schabbat"
eine Theologie des Karsamstags unter besonderer Berücksichtigung jüdischer Perspektiven
Sonja Huber
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Katholisch-Theologische Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doktoratsstudium der Katholischen Theologie Katholische Theologie
Betreuer*in
Wolfgang Treitler
DOI
10.25365/thesis.77501
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-24797.70949.805568-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Der Karsamstag ist in „neu“-testamentlichen Schriften weitgehend als inhaltliche Leerstelle zu bezeichnen. Außer einer am Tag nach der Kreuzigung Jesu spielenden Szene, welche in die kanonisch gewordene Fassung des Matthäus-Evangeliums eingefügt wurde, gibt es lediglich einige spärliche Anmerkungen über das im jüdischen Kontext selbstverständliche Einhalten des Schabbats durch die Jüngerinnen und Jünger Jesu. In apokryphen Schriften, etwa dem „Petrusevangelium“, dem „Nikodemusevangelium“, den „Oden Salomos“ oder den „Fragen des Bartholomäus“ wurde hingegen jener „Höllenabstieg“ des verstorbenen Jesus erzählerisch entfaltet, welcher auch in die verschiedenen, sich nach und nach entwickelnden Glaubensbekenntnisse Eingang gefunden hat („hinabgestiegen zur Hölle“ bzw. „in das Reich des Todes“). Bis heute ist der Karsamstag im liturgischen Kontext und im Alltagsleben der Gläubigen eine Art Tag „zwischen den Stühlen“ bzw. eine Brücke bildend zwischen der Erinnerung an die tragisch-dramatischen Ereignisse des Karfreitags und dem postulierten Triumph des Ostersonntags. Unbeachtet blieb mehr als anderthalb Jahrtausende lang die Tatsache, dass der Karsamstag ein Schabbat war, was unmittelbar mit der folgenreichen Ablösung des Schabbats im Verlauf der ersten Jahrhunderte u. Z. seitens des Christentums zusammenhängt. Die vorliegenden Untersuchungen beleuchten nicht nur die biblischen und apokryphen Schriften sowie spätere denkerische Entfaltungen der Idee eines „Höllenabstiegs“ Jesu, sondern setzen sich vor allem mit großteils jüdischer Literatur zum Schabbat auseinander. In Kombination mit textnahen und philologisch akribischen Beobachtungen zu biblischen Texten wird dadurch möglich, den Karsamstag völlig neu zu interpretieren: als Zentrum des „Triduum Sacrum“, das in besonderer Weise dazu geeignet ist, christliche Theologien zu entwickeln, die das Jude-Sein Jesu konsequent ernst nehmen und seine Person nicht länger dazu benützen, um gegen Juden gerichtete dogmatische, katechetische und liturgische Inhalte zu generieren.
Abstract
(Englisch)
Holy Saturday can largely be described as a blank space in terms of content in “New” Testament writings. Apart from a scene set on the day after the crucifixion of Jesus, which was inserted into the version of the Gospel of Matthew that became canonical, there are only a few sparse notes on the observance of Shabbat by Jesus´ disciples, which was taken for granted in their Jewish context. In apocryphal writings such as the “Gospel of Peter”, the “Gospel of Nicodemus”, the “Odes of Solomon” or the “Questions of Bartholomew”, on the other hand, those “descent into hell” of the deceased Jesus was narratively enfolded, which also found its way into the various creeds that were gradually developed (“descended into hell” or “into the realm of death”). To this day, Holy Saturday is a kind of day “between two stools” in the liturgical context and everyday life of the faithful, forming a bridge between the memory of the tragic-dramatic events of Good Friday and the postulated triumph of Easter Sunday. The fact that Holy Saturday was a Shabbat remained unnoticed for more than one and a half millennia, which is directly related to the momentous replacement of the Shabbat by Christianity in the course of the first centuries CE. This study not only examines the biblical and apocryphal writings as well as later conceptual developments of the idea of Jesus´ “descent into hell”, but above all deals with largely Jewish literature on the Shabbat. In combination with close-reading and philologically meticulous observations on biblical texts, this makes it possible to interpret Holy Saturday in a completely new way: as the center of the “Triduum Sacrum”, which is particularly suitable for developing Christian theologies that consistently take Jesus´ Jewishness seriously and no longer use his person to generate dogmatic, catechetical and liturgical contents directed against Jews.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Karsamstag Schabbat Theologie Antijudaismus jüdische Perspektiven Judentum Jesus als Jude Judesein Jesu Triduum Sacrum Ostern Auferstehung Auferweckung Sabbat
Schlagwörter
(Englisch)
Holy Saturday Sabbath theology anti-Judaism Jewish perspectives Judaism Jesus as a Jew Judaism of Jesus Triduum Sacrum Easter resurrection
Haupttitel (Deutsch)
"... eingetreten in den Schabbat"
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Theologie des Karsamstags unter besonderer Berücksichtigung jüdischer Perspektiven
Paralleltitel (Englisch)
"... entered into the Shabbat"
Paralleluntertitel (Englisch)
a theology of Holy Saturday with special consideration of Jewish perspectives
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
591 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Gerhard Langer ,
Susannah Heschel
Klassifikationen
11 Theologie > 11.24 Jüdisch-christliche Beziehungen ,
11 Theologie > 11.60 Systematische Theologie. Allgemeines
AC Nummer
AC17406965
Utheses ID
73665
Studienkennzahl
UA | 780 | 011 | |
