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Selbstermächtigung durch Wissen
über den Umgang von Au-Pair-Arbeiter*innen mit Arbeitsausbeutung in Österreich
Rebecca Sophia Hitomi Akimoto
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Gender Studies
Betreuer*in
Alexa Färber
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.77396
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30035.67471.299599-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Au-Pair-Arbeit bewegt sich zwischen Lohnarbeit und familiärer Sorgearbeit und ist stark durch geschlechts- und migrationsspezifische Zuschreibungen und Bewertungen geprägt. Mit dem Privathaushalt als Arbeits- und Wohnort und durch die Verknüpfung des Aufenthaltstitels mit dem Arbeitsverhältnis ist dieses Beschäftigungsfeld sehr anfällig für verschiedene Formen der Ausbeutung. Abseits des Images des Bildungsaustauschs, schließen Au-Pair-Arbeiter*innen teilweise eine Versorgungslücke, die in westlichen Industriestaaten durch die steigende Erwerbstätigkeit von Frauen entstanden ist. Obwohl es verschiedene Forschungen zu den Arbeitsbedingungen von Au-Pairs gibt, sind die Erkenntnisse zum Umgang der Arbeiter*innen mit Ausbeutung marginal. Die vorliegende Masterarbeit verortet sich in dieser Lücke und untersucht, wie Au-Pairs in Österreich mit Ausbeutung im Au-Pair-Verhältnis umgehen. Anhand von teilnehmender Beobachtung, problemzentrierten Interviews und einer Gruppendiskussion wurden individuelle und organisierte Praktiken im Umgang mit akuter und allgemein bestehender Ausbeutung untersucht. Im Zentrum der Betrachtung standen die unterschiedlichen Formen des Wissens, die dabei zum Einsatz kommen. Neben der Perspektive von aktuell beschäftigten, nicht organisierten Arbeiter*innen war die Arbeit der selbstorganisierten Gruppe AuPair-Repair Hauptgegenstand der vorliegenden Forschung. In der Analyse zeigt sich, dass die unklaren Regulierungen und die mangelhafte Zugänglichkeit zu entsprechenden Informationen Spielräume in der Gestaltung des Arbeitsverhältnisses bieten, die nicht zugunsten der Sorge-Arbeiter*innen ausfallen müssen. Sowohl in den individuellen als auch in den organisierten Umgangspraktiken ist der Austausch von Wissen über die Arbeitsbedingungen zwischen Au-Pairs entscheidend. Sie teilen Erfahrungen und Wissen über Regulierungen miteinander und handeln dabei die Rahmenbedingungen des Au-Pair-Systems aus. Die Arbeit von AuPair-Repair zeichnet sich durch das gezielte Teilen von Informationen über geltende Rechte und Aufgaben für Au-Pairs aus. Mithilfe von Informationen möchten sie Au-Pairs dazu bewegen, vom Erfahrungsaustausch zum Handeln überzugehen. Das Nutzen von Wissen als Ressource zur Selbstermächtigung lässt sich als feministisches Potential interpretieren. Darüber hinaus macht die selbstorganisierte Gruppe Au-Pair-Arbeit für eine breitere Öffentlichkeit sichtbar, um die strukturellen Missstände im Au-Pair-System aufzudecken und Aufmerksamkeit für die gesellschaftliche Relevanz dieser weitgehend unsichtbaren Arbeit zu generieren. Die Ergebnisse der Arbeit zeigen, dass zur Bekämpfung von Ausbeutung im Au-Pair-Verhältnis in Österreich klare Rahmenbedingungen, eine bessere Vermittlung dieser Informationen und die Kontrolle von deren Einhaltung durch eine staatlich finanzierte, unabhängige Organisation notwendig sind.
Abstract
(Englisch)
Au pair work is a phenomenon between paid work and family care work and is strongly characterized by gender- and migration-specific attributions and evaluations. With the private household as a place of work and residence and the link between the residence permit and the employment relationship, this work field is very susceptible to various forms of exploitation. Apart from the image of educational exchange, au pair workers partly fill a gap in care-work that has arisen in Western industrialized countries due to the increasing employment of women. Although there is various research on the working conditions of au pairs, the findings on how workers deal with exploitation are marginal. This master's thesis addresses this gap and examines how au pairs in Austria deal with exploitation in the au pair system. Using participant observation, problem-centered interviews and a group discussion, individual and organized practices in dealing with acute and general exploitation were examined. The research focused on the different forms of knowledge that are used. In addition to the perspective of currently employed, non-organized workers, the work of the self-organized group AuPair-Repair was the main subject of this thesis. The analysis shows that the unclear regulations and the lack of access to relevant information offer a certain amount of scope in the organization of the employment relationship that is not necessarily in favor of the care workers. In both individual and organized practices, the exchange of knowledge about working conditions between au pairs is crucial. They share experiences and knowledge about regulations with each other and thereby negotiate the framework conditions of the au pair system. The work of AuPair-Repair is characterized by the specific sharing of information about applicable rights and tasks for au pairs. With the help of information, they want to encourage au pairs to move from sharing experiences to taking action. This use of knowledge as a resource for self-empowerment can be interpreted as feminist potential. In addition, the self-organized group makes au pair work visible to a broader public in order to expose the structural abuses in the au pair system and generate attention for the social relevance of this largely invisible work. The results of the work show that clear framework conditions, better communication of this information and monitoring of compliance by a state-funded, independent organization are necessary to combat exploitation in the au pair relationship in Austria.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Au-Pair-Arbeit Reproduktionsarbeit Wissen Selbstorganisierung Öffentlichkeit
Autor*innen
Rebecca Sophia Hitomi Akimoto
Haupttitel (Deutsch)
Selbstermächtigung durch Wissen
Hauptuntertitel (Deutsch)
über den Umgang von Au-Pair-Arbeiter*innen mit Arbeitsausbeutung in Österreich
Paralleltitel (Englisch)
Self-empowerment through knowledge
Paralleluntertitel (Englisch)
how au pair workers deal with labour exploitation in Austria
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
102 Seiten : Illustration
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Alexa Färber
Klassifikationen
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.16 Wissenschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit ,
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.04 Ausbildung, Beruf, Organisationen ,
73 Ethnologie > 73.06 Ethnographie
AC Nummer
AC17397759
Utheses ID
73719
Studienkennzahl
UA | 066 | 808 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1