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A window into macroeconomics
the case of modern monetary theory
Andreas Albiez
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Science-Technology-Society
Betreuer*in
Maximilian Fochler
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.77322
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-15292.88374.163739-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit untersucht die wissenschaftliche Kontroverse um die makroökonomische Theorie Modern Monetary Theory (MMT). Ihre Befürworter*Innen behaupten, ein kohärentes Paradigma entwickelt zu haben, welches den derzeitig dominanten Theorien, die sie als ‘neoklassische Orthodoxie’ bezeichnen, deutlich überlegen sei. Ökonom*Innen, die jene etablierten Modelle vertreten, lehnen wiederum die MMT als unsinnig und gefährlich ab. Ihr Disput dreht sich um die Behauptung der MMT, dass Staaten, die gewisse Bedingungen erfüllen, langfristig Haushaltsdefizite fahren können und sollten, wohingegen die ‘Orthodoxie’ dies nicht als nachhaltig ansieht. Die MMT leitet diese Schlussfolgerung aus ihrer kontraintuitiven Beschreibung des Geldsystems ab, in der monetär souveräne Staaten wie die USA oder Japan ihre Ausgaben nicht durch Steuern finanzieren, sondern durch Währungsemissionen. Folglich sollen Regierungen stets jene Summe ausgeben, die notwendig ist, um Vollbeschäftigung herbeizuführen und das resultierende Defizit hinnehmen, anstatt sich auf ein im Vorhinein festgelegtes Defizit zu limitieren, wie es die Austeritätspolitik der ‘Orthodoxie’ vermeintlich empfiehlt. Das Ergebnis dieser Debatte hat weitreichende Implikationen für Fiskalpolitik und somit für den Umfang der Leistungen, die eine Regierung bereitstellen kann. Daher ist eine Untersuchung aus STS-Perspektive notwendig, um herauszufinden, wie Ökonom*Innen in wissenschaftlichen Kontroversen um epistemische Autorität kämpfen. Demnach untersucht diese Masterarbeit die Strategien, die im ersten Lehrbuch aus MMT-Perspektive ('Macroeconomics' von Mitchell, Wray und Watts 2019) benutzt werden, um Mainstream- Ökonomik anzufechten und die MMT vorteilhaft zu positionieren. Darüber hinaus beantwortet diese Arbeit drei Unterfragen, nämlich wie das Lehrbuch die unterschiedlichen Denkschulen in der Wirtschaftswissenschaft kartiert, welche epistemischen Normen und Erwartungen das Buch der Wirtschaftswissenschaft auferlegt, und was die STS-Theorie der Performativität uns über den Erfolg der MMT sagen kann. Das Lehrbuch Macroeconomics ist ein Meilenstein in der Geschichte der MMT und gilt als derzeitiger Goldstandard bezüglich dessen, was die MMT sagt und nicht sagt. Als analytische Linse nutzt diese Masterarbeit das Konzept der boundary work, welches beschreibt wie differenzierende Zuschreibungen eines Charakteristikums genutzt werden, um eine Grenze zwischen wissenschaftlichen und unwissenschaftlichen Tätigkeiten zu ziehen. Macroeconomics entwirft ein Idealbild der Wirtschaftswissenschaften um zu argumentieren, dass die MMT diesem Bild mehr entspricht als orthodoxe Theorien. Darüber hinaus leistet bereits die partikuläre Kartierung der Wirtschaftswissenschaften, die ein heterodoxes Paradigma einem orthodoxen gegenüberstellt, einen Beitrag um die MMT strategisch zu positionieren. Die vorliegende Masterarbeit trägt zu unserem Verständnis dessen bei, wie epistemische Autorität mittels boundary work und partikulärer Kartierungen angefochten werden. Schlussendlich argumentiert diese Masterarbeit, dass die MMT unter anderem deswegen so erfolgreich ist, weil sie eine Blaupause für ein institutionelles Arrangement mitsamt jener Handlungsanweisungen vorlegt, die nötig sind, um das Gemeinwohl zu erhöhen. Dadurch leistet diese Arbeit auch einen Beitrag zur Debatte über die Performativität wirtschaftlichen Wissens in STS.
Abstract
(Englisch)
This thesis investigates the scientific controversy surrounding the macroeconomic theory called Modern Monetary Theory (MMT). Its proponents claim to have developed a coherent paradigm that is superior to the currently dominant models which MMT supporters call the ‘neoclassical orthodoxy’. Economists representing these established theories in turn dismiss MMT as nonsensical and dangerous. The dispute revolves around MMT’s claim that governments under certain conditions can and should run on deficit spending indefinitely, whereas the ‘orthodoxy’ sees that as unsustainable. MMT derives this conclusion from a counterintuitive description of the monetary system in which monetarily sovereign governments such as the US or Japan do not finance spending through taxes but rather through currency issuance. Consequently, governments should spend whatever amount necessary to induce full employment and accept the resulting deficit, rather than artificially restricting itself to a small deficit as the orthodoxy demands. The outcome of this debate has major implications for fiscal policy and thus for the extent of services a government can provide. Therefore, an STS investigation is needed to ascertain how economists fight for epistemic authority in this high-stakes scientific controversy. This thesis thus examines the strategies used to challenge mainstream economics and position MMT favorably in the first textbook written from an MMT perspective – ‘Macroeconomics’ by Mitchell, Wray and Watts (2019). Moreover, the thesis answers three sub-questions, namely, how the textbook maps the different schools of thought in economics, what epistemic norms and expectations the book imposes upon on economics, and what the STS theory of performativity can tell us about the success of MMT. The textbook Macroeconomics represents a milestone in MMT history and can be considered the current canonical gold standard reference as to what MMT is and is not. As analytical lens, this inquiry leverages the concept of boundary work, which is the differential attribution of characteristics in order to draw a boundary between scientific and non-scientific work. Macroeconomics paints a picture of how economics should function to then argue that MMT fulfills these ideals, whereas allegedly orthodox theories fall short of them. Additionally, the claim that economics consists of a rivalling heterodoxy and orthodoxy wherein each constitutes a paradigm is already a particular kind of mapping that other economists contest and that is part of MMT’s favorable positioning. This thesis thus adds to our understanding of how epistemic authority is contested by means of boundary work and mappings. Finally, the thesis argues that MMT is so successful partly because it offers a blueprint of an institutional arrangement combined with instructions for how to operate it to better fulfill public purposes. It thereby adds to the ongoing conversation in STS about the performativity of scientific theories, and specifically economics.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Modern Monetary Theory MMT Grenzarbeit Performativität der Ökonomik Heterodoxe Ökonomik Modern Money Theory STS Wirtschaftssoziologie Wissenschaftssoziologie
Schlagwörter
(Englisch)
Modern Monetary Theory MMT Boundary Work Performativity of Economics Heterodox Economics Modern Money Theory STS Sociology of Economics Sociology of Science
Autor*innen
Andreas Albiez
Haupttitel (Englisch)
A window into macroeconomics
Hauptuntertitel (Englisch)
the case of modern monetary theory
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
120 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Maximilian Fochler
Klassifikation
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.10 Wissenschaft und Gesellschaft
AC Nummer
AC17394318
Utheses ID
73802
Studienkennzahl
UA | 066 | 906 | |
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