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Interpreting for displaced people from Ukraine
solidarity, empathy, and crisis relief
Tatiana Zabolotnaya
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Translationswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Translation Russisch Deutsch
Betreuer*in
Sonja Pöllabauer
DOI
10.25365/thesis.77333
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-17848.87165.770755-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Infolge des russischen Angriffskrieges in der Ukraine zwischen Februar 2022 und Februar 2024 waren fast 6,5 Millionen Menschen gezwungen, das Land zu verlassen, die meisten von ihnen Frauen, Kinder, unbegleitete Minderjährige, ältere, verletzte oder kranke Menschen. Mehr als 4,3 Millionen vertriebene Ukrainer*innen haben einen vorübergehenden Schutzstatus in EU-Ländern, von denen Österreich 77.700 aufnahm. Diese Arbeit befasst sich mit den Erfahrungen von Dolmetscher*innen und mehrsprachigen Sozialarbeiter*innen in Wien, die mit diesen Men-schen arbeiten. Anhand von halbstrukturierten Interviews und Recherchen zu Krisendolmet-schen, Übersetzung und Solidarität sowie der feministischen Standpunkttheorie werden in die-ser Arbeit die für geflüchtete Menschen aus der Ukraine geschaffenen Unterstützungssysteme und die Positionen von Dolmetscher*innen in diesen Systemen untersucht. Die Forschung zeigt, dass alle Befragten, unabhängig von ihrer Berufsbezeichnung oder ihrer Ausbildung, für ihre Klient*innen dolmetschten und eigenständig Entscheidungen trafen, um ihre Bedürfnisse besser zu erkennen und ihnen zu helfen, sie zu erfüllen, und solidarisch handelten . Obwohl die meisten Befragten zugeben, dass die Arbeit mit vom Krieg betroffenen Menschen eine emotionale Herausforderung darstellte, empfinden sie sie auch als sehr erfüllend, vor allem wenn sie die Situation ihrer Klient*innen verbessern können. Die Verwendung von Russisch als Kommunikationssprache bei der Arbeit mit den geflüchteten Menschen, funktio-nierte besser als die Befragten erwartet hatten, auch wenn es in einigen Fällen klar war, dass sich die Klient*innen damit unwohl fühlten. Die Dolmetscher*innen wandten Strategien an, um Vertrauen zu ihren Kunden aufzubauen und auf ihre Bedürfnisse einzugehen: Sie boten an, zu einem*einer ukrainischsprachigen Kolleg*in zu wechseln oder stattdessen auf Englisch zu kommunizieren, und distanzierten sich von Russland und seinen Handlungen, indem sie über ihr Herkunftsland oder ihre Herkunftsregion sprachen. Diese Arbeit bietet eine unterrepräsen-tierte Insider-Perspektive auf das Krisendolmetschen von Menschen, die sich an der Schnittstel-le von Mehrfachdiskriminierungen befinden und deren Strategien und Kritik für die Verbesse-rung dieser Systeme wertvoll sind.
Abstract
(Englisch)
As a result of the Russian full-scale invasion of Ukraine between February 2022 and February 2024, nearly 6.5 million people were forced to leave the country, most of them being women, children, unaccompanied minors, elderly, wounded or sick people. Over 4.3 million displaced Ukrainians have temporary protection status in EU countries, with Austria hosting 77 700. This thesis focuses on the lived experiences of interpreters and multilingual social workers in Vienna working with them. Through semi-structured interviews and research on crisis interpreting, translation and solidarity, and feminist standpoint theory, this thesis interrogates the support systems created for displaced people from Ukraine and the positions of interpreters working in these systems. The research shows that no matter their job title or previous training, all interviewees interpreted and made decisions independently to better recognize and help meet their clients’ needs, acting in solidarity with them. Although most interviewees admit that working with peo-ple affected by war was emotionally challenging, they also find it very fulfilling, especially when they can make a difference in their clients’ situations. Using Russian as a communication language while working with displaced people worked better than the interviewees anticipated, even though it was clear in some cases that the clients were uncomfortable using it. The inter-preters used strategies such as offering to switch to a Ukrainian-speaking colleague or com-municate in English instead and distancing themselves from Russia and its actions by talking about their country or region of origin to establish trust with their clients and accommodate their needs. This research provides an underrepresented perspective on interpreting in crisis relief systems from people at the intersection of multiple discriminations, whose strategies and cri-tiques are valuable for their improvement.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Dolmetschen Translationswissenschaft Kommunaldolmetschen Krisendolmetschen Feminismus
Schlagwörter
(Englisch)
Interpreting Interpreting Studies Interpreter Studies Community Interpreting Feminist Standpoint Theory Crisis Interpreting Intersectionality Queerness Dis_ability Feminism Decoloniality
Autor*innen
Tatiana Zabolotnaya
Haupttitel (Englisch)
Interpreting for displaced people from Ukraine
Hauptuntertitel (Englisch)
solidarity, empathy, and crisis relief
Paralleltitel (Deutsch)
Dolmetschen für vertriebene Menschen aus der Ukraine
Paralleluntertitel (Deutsch)
Solidarität, Empathie und Krisenbewältigung
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
194 Seiten
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Sonja Pöllabauer
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.45 Übersetzungswissenschaft
AC Nummer
AC17394796
Utheses ID
73847
Studienkennzahl
UA | 070 | 360 | 331 |
