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Im Deutschunterricht hamma Deutsch
subjektive Theorien von DeutschlehrerInnen zur Bedeutung der Erstsprache für den Zweitspracherwerb
Alexandra Pölzlbauer
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Klaus-Börge Boeckmann
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.8198
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30102.00518.485459-0
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Grundlage der vorliegenden Arbeit ist ein Forschungsprojekt, das die subjektiven Theorien von DeutschlehrerInnen zur Bedeutung der Erstsprache für den Zweitspracherwerb untersucht hat. Dafür wurden Interviews mit zehn DeutschlehrerInnen und einer/m SchulleiterIn an zwei allgemein bildenden höheren Schulen und Herrn Landesschulinspektor Blüml in Wien durchgeführt. Die subjektiven Theorien der befragten Personen wurden in der Auswertung den wissenschaftlichen Theorien gegenübergestellt und in drei größere Themenblöcke eingeteilt: Mehrsprachigkeit, die Bedeutung der Erstsprache für den Zweitspracherwerb aus linguistischer und sprachdidaktischer Sicht und die Bedeutung der Erstsprache für den Zweitspracherwerb aus psychologischer Sicht. Obwohl sich einige Hypothesen, wie z.B. die Annahme, dass es gravierende Unterschiede in der Sprachkompetenz von mehrsprachigen und einsprachigen SchülerInnen in der AHS gibt, nicht gehalten haben, wurden die Hypothesen mehrheitlich bestätigt. Außerdem kam es auch zu einigen unerwarteten Ergebnissen. Eine zentrale Erkenntnis der Arbeit ist die Tatsache, dass die befragten Personen über den Mehrsprachigkeitshintergrund ihrer SchülerInnen oft gar nicht Bescheid wissen, bzw. erst durch Zufall und/oder sehr spät darauf stoßen. Trotz der verbreiteten Erkenntnis, wie wichtig die Erstsprachen für den Zweitspracherwerb sind, werden diese gar nicht oder nur sehr selten im Deutschunterricht herangezogen. Dadurch geht wichtiges Potential verloren, sowohl für die (noch) einsprachigen als auch für die mehrsprachigen SchülerInnen. Insgesamt vertraten die befragten Personen beinahe durchwegs positive Vorstellungen von Mehrsprachigkeit in der Schule. An konkreten Vorstellungen, dem Willen und den Möglichkeiten die Erstsprachen der SchülerInnen tatsächlich im Unterricht einzusetzen mangelt es allerdings. Um eine umfassendere Förderung und Wertschätzung von Mehrsprachigkeit in der Schule und im Deutschunterricht gewährleisten zu können, erfordert es grundlegende Änderungen der Rahmenbedingungen. Es muss ein Umfeld geschaffen werden, dass es den Lehrpersonen zeitlich und strukturell erlaubt, sie möglicherweise sogar dazu drängt, sich intensiver mit den Sprachbiographien ihrer SchülerInnen auseinanderzusetzen.
Abstract
(Englisch)
The empirical foundation of this thesis is a research project that examines the subjective theories of German teachers in Austrian high schools („Gymnasien“) about the role of first languages in second-language learning. Qualitative interviews with ten German teachers and one principal at two Viennese high schools were conducted. Moreover, the Viennese superintendent for schools, Mr. Karl Blüml, was interviewed. Consequently, the subjective theories were opposed to their scientific equivalents and organized in three major thematic unities: multilingualism, the significance of the first language for second-language learning from a linguistic and didactic perspective and the significance of the first language for second-language learning from a psychological point of view. The majority of the hypotheses have been confirmed. However, some hypotheses have not been verified, as for example the assumption that there are severe differences between multilingual and monolingual pupils in Viennese “Gymnasien” when it comes to the German language competence. Moreover, there were some unexpected results. An essential finding was that the interviewees often simply do not know about the multilingual background of their students. Despite their awareness about the importance of the first languages in second-language learning, the teachers rarely or never include them in their classrooms. Generally, the German teachers proved to carry positive attitudes and perceptions about multilingualism. Nevertheless, they lack concrete ideas, the will and the facilities to work with the first languages in their classrooms. In order to guarantee a comprehensive valuation and valorization of multilingualism in school and in the German classroom, it requires fundamental changes of the institutional framework in which learning and teaching take place. Especially the lack of time and the inadequate structure of a timetable that forces the teachers to stick to fifty-minute-units hinder the teachers in successfully managing multilingual classrooms. To sum up, there is a strong need for a renewed educational environment that enables the teachers to work with the different language biographies of their students and their first languages in German classrooms.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Erstspracherwerb Zweitspracherwerb Mehrsprachigkeit subjektive Theorien Deutschunterricht
Autor*innen
Alexandra Pölzlbauer
Haupttitel (Deutsch)
Im Deutschunterricht hamma Deutsch
Hauptuntertitel (Deutsch)
subjektive Theorien von DeutschlehrerInnen zur Bedeutung der Erstsprache für den Zweitspracherwerb
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
127 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Klaus-Börge Boeckmann
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.43 Zweitsprachenerwerb ,
18 Einzelne Sprachen und Literaturen allgemein > 18.09 Deutsche Sprache ,
80 Pädagogik > 80.36 Erziehung und Gesellschaft
AC Nummer
AC07990341
Utheses ID
7385
Studienkennzahl
UA | 190 | 333 | 344 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1