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Spannungsfeld Dialekt vs. Standard
eine Fallstudie zur Verwendung von österreichischen Dialekten am Arbeitsplatz und die damit verbundenen Spracheinstellungen
Julia Pachler
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Angewandte Linguistik
Betreuer*in
Jürgen Spitzmüller
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.77429
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-20512.95477.445922-2
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Frage nach dem angemessenen Sprachgebrauch bestimmt im Alltag nicht nur das gegenseitige Verständnis, sondern auch, wie Sprecher:innen von anderen wahrgenommen werden. So stehen insbesondere Dialektsprecher:innen in einer vom Standard geprägten Arbeitsumgebung der wesentlichen Entscheidung gegenüber, welche sprachliche Identität sie im Beruf verwirklichen möchten – oder dürfen. Vor diesem Hintergrund ergibt sich das Forschungsziel, herauszufinden, wie sich der Dialektgebrauch von Sprecher:innen im Setting des Arbeitsumfeldes gestaltet und auf welchen Argumentationen diese Entscheidung basiert. Zudem gilt es, zu ergründen, welche Spracheinstellungen bei den Proband:innen inhärent sind und wie sich jene auf das eigene sprachliche Verhalten niederschlagen. Um dieses Forschungsanliegen beantworten zu können, wurde eine qualitative Untersuchung durchgeführt, die mittels leitfadengestützten Interviews und Sprachenportraits das sprachliche Erleben von fünf Mitarbeitenden einer Marketing-Agentur in Wien näher erforscht. Die qualitative Befragung zeigte, dass der Dialektgebrauch am Arbeitsplatz vor allem von der Gewährleistung der Verständlichkeit beeinflusst wird, was insbesondere im Kontext der Kundenkommunikation ein essenzieller Aspekt ist. Dies führt dazu, dass die Proband:innen häufiger auf den Dialekt verzichten, um professioneller zu erscheinen. Während Dialektsprecher:innen zwar sozial positiv bewertet werden, sind sie in Bezug auf Bildung und beruflichen Erfolg häufig negativ konnotiert. Die Untersuchungsergebnisse verdeutlichen, dass die Proband:innen den Wunsch nach professioneller Anerkennung stärker gewichten als die emotionale Bedeutung ihres Dialekts. Dies unterstreicht die enge Verknüpfung zwischen ideologischen Vorstellungen und der Wahl des Sprachgebrauchs. Weiterführende Forschungen zum Dialektgebrauch am Arbeitsplatz könnten ausführlichere Vergleiche zwischen Dialektsprecher:innen aus allen österreichischen Bundesländern, verschiedenen Arbeitsbereichen und Proband:innen mit variierenden soziodemografischen Charakteristika darstellen.
Abstract
(Englisch)
The question of appropriate language use not only determines mutual understanding in everyday life, but also impacts how speakers are perceived by others. In a working environment shaped by standardised language, dialect speakers in particular are faced with the essential decision of which linguistic identity they want to – or are allowed to – realize at work. Against this background, the aim of the research is to find out how the dialect use of speakers is organised in the setting of the working environ-ment and on which arguments this decision is based. In addition, it is important to find out which language attitudes are inherent in the test persons and how these are re-flected in their own linguistic behaviour. In order to answer this research question, a qualitative study was conducted using guided interviews and language portraits to explore the linguistic experiences of five employees of a marketing agency in Vienna. The qualitative survey showed that the use of dialect in the workplace is primarily influenced by the need to ensure comprehensibility, which is an essential aspect particularly in the context of client communication. This leads to the fact that the participants often refrain from using dialect in order to appear more professional. While dialect speakers are viewed positively in social terms, they often have negative connotations in terms of education and professional success. The results of the study show that the participants give greater weight to the desire for professional recognition than to the emotional significance of their dialect. This emphasises the close link between ideological ideas and the choice of language use. Further research on dialect use in the workplace could involve more detailed comparisons between dialect speakers from all Austrian provinces, different fields of work and participants with varying socio-demographic characteristics.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Dialekt Dialekte in Österreich Spracheinstellungen Sprache am Arbeitsplatz Dialekt am Arbeitsplatz
Autor*innen
Julia Pachler
Haupttitel (Deutsch)
Spannungsfeld Dialekt vs. Standard
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Fallstudie zur Verwendung von österreichischen Dialekten am Arbeitsplatz und die damit verbundenen Spracheinstellungen
Paralleltitel (Englisch)
Dialect vs. standard
Paralleluntertitel (Englisch)
a case study on the use of Austrian dialects in the workplace and the associated language attitudes
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
150 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Jürgen Spitzmüller
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.25 Soziolinguistik. Sonstiges
AC Nummer
AC17398103
Utheses ID
73859
Studienkennzahl
UA | 066 | 899 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1