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Gewaltstraftäter mit dissozialer Persönlichkeitsstörung
Herausforderungen und Strategien
Bettina Asimus
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Psychologie
Betreuer*in
Harald Werneck
DOI
10.25365/thesis.77417
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-12214.10699.207181-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Einleitung: Die dissoziale Persönlichkeitsstörung (DPS) betrifft etwa 0,2 bis 3,3% der Allgemeinbevölkerung, wobei in Gefängnissen die Zahlen mit ungefähr 40 bis 70% deutlich höher liegen. Dieses Störungsbild kann bei Psychotherapeut*innen Pessimismus bezüglich der Behandelbarkeit auslösen. Aus diesem Grund beschäftigt sich die vorliegende Arbeit mit den Herausforderungen, denen Therapeut*innen bei der Behandlung von Gewaltstraftätern mit DPS begegnen und den Strategien, die zur Bewältigung dieser genutzt werden. Der Fokus liegt dabei auf der Beziehungsgestaltung, Therapiemotivation und Aggressivität. Methodik: Mittels eines halbstrukturierten Interviewleitfadens wurden acht Psychotherapeut*innen aus Österreich interviewt, die Straftäter mit diesem Störungsbild behandeln. Ausgewertet und analysiert wurden die Interviews nach der fokussierten Interviewanalyse von Kuckartz und Rädiker (2024) mithilfe der Analysesoftware MAXQDA. Ergebnisse und Diskussion: Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen, dass die mangelnde Therapiemotivation als die größte Herausforderung gesehen wird. Das unterstützt die Annahme, dass die Arbeit mit dieser Zielgruppe besonders anspruchsvoll ist. Strategien, wie der Fokus auf das Therapieziel sowie klare Kommunikation und Grenzsetzung, werden hier am häufigsten eingesetzt. Im Gegensatz zu bisherigen Studien wird die Aggressivität als weniger problematisch eingeschätzt. Die Herausforderungen betreffen eher manipulative Verhaltensweisen, die vorwiegend mit direkter Intervention und dem Achten auf Sicherheitsmaßnahmen bewältigt wurden. Im Einklang mit der Forschung stellt sich der Beziehungsaufbau und die Instabilität der therapeutischen Beziehung als besonders herausfordernd heraus. Zentral ist dabei die Balance zwischen empathischer Haltung und klarer Grenzsetzung. Es gilt, eine gute Beziehung zu schaffen und in weiterer Folge, durch die positive Einstellung der Psychotherapeut*innen, einen guten Behandlungserfolg zu ermöglichen. Diese positive Haltung ist entscheidend, um dem therapeutischen Pessimismus wirksam entgegenzuwirken.
Abstract
(Englisch)
Introduction: Dissocial personality disorder (DPS) affects approximately 0.2 to 3.3% of the general population, with significantly higher rates of around 40 to 70% in prisons. This disorder can lead to pessimism among psychotherapists regarding its treatability. For this reason, the present study focuses on the challenges that therapists encounter when treating offenders with DPS, and the strategies they use to cope with these challenges. The focus is on relationship design, therapy motivation, and aggression. Method: Eight psychotherapists from Austria who treat offenders with this disorder were interviewed using a semi-structured interview. The interviews were evaluated and analyzed according to the focused interview analysis of Kuckartz and Rädiker (2024) using the MAXQDA analysis software. Results and discussion: The findings of this study show that the lack of motivation for therapy is seen as the greatest challenge. This supports the assumption that working with this target group is particularly demanding. Strategies such as focusing on the therapy goal as well as clear communication and setting boundaries are most frequently used here. In contrast to previous studies, aggression is perceived as less problematic. Challenges instead relate more to manipulative behaviors, which were primarily managed through direct intervention and attention to safety measures. Consistent with existing research, building a therapeutic relationship and managing the instability within it emerge as particularly challenging. The balance between an empathic attitude and setting clear boundaries is central to this. Establishing a good relationship and subsequently enabling successful treatment through the positive attitude of the psychotherapists is essential. This positive attitude is crucial for effectively counteracting therapeutic pessimism.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Dissoziale Persönlichkeitsstörung Antisoziale Persönlichkeitsstörung Gewaltstraftäter Psychotherapie Herausforderungen Strategien
Schlagwörter
(Englisch)
dissocial personality disorder antisocial personality disorder violent offenders psychotherapy challenges strategies
Autor*innen
Bettina Asimus
Haupttitel (Deutsch)
Gewaltstraftäter mit dissozialer Persönlichkeitsstörung
Hauptuntertitel (Deutsch)
Herausforderungen und Strategien
Paralleltitel (Englisch)
Violent offenders with dissocial personality disorder
Paralleluntertitel (Englisch)
challenges and strategies
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
IV, 55 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Harald Werneck
Klassifikation
77 Psychologie > 77.79 Psychotherapie. Sonstiges
AC Nummer
AC17397990
Utheses ID
74040
Studienkennzahl
UA | 066 | 840 | |
