Detailansicht
Das Leben armer Leute im Mittelalter
paläopathologische Untersuchungen an den Bestattungen aus dem Hainburger Bürgerspital
Sophie Rupp
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Lebenswissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Evolutionäre Anthropologie
Betreuer*in
Sylvia Kirchengast
Mitbetreuer*in
Michaela Binder
DOI
10.25365/thesis.77491
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-13735.05244.134044-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Ab dem 13. Jahrhundert wurden in Österreich kommunale Spitäler erbaut. Meist ist wenig über die Patienten bekannt, sondern vielmehr über die Geldgeber, die diese finanziert haben. Das Bürgerspital von Hainburg an der Donau wird erstmals Anfang des 14. Jahrhunderts urkundlich erwähnt. Durch die Freilegung von Skeletten der Patienten dieses Bürgerspitals 2022/23 durch die Firma Novetus GmbH wurde eine weitere Quelle zur Erörterung des Gesundheitszustandes der Patienten von Bürgerspitälern eröffnet. Im Zuge dieser Masterarbeit wurde eine Stichprobe von 70 der 355 geborgenen Skelette analysiert. Aufgenommen wurden der Erhaltungszustand, das Sterbealter, das Geschlecht und Pathologien. Es wurden pathologische Veränderungen der Schädelknochen, Zahnpathologien, pathologische Veränderungen der Wirbelsäule und postkranialen Gelenke, Knochenneubildungen, Knochenzerstörungen und Traumata dokumentiert. Die Individuen zeigten die Stressindikatoren Cribra orbitalia, lineare Zahnschmelzhypoplasien und porotische Hyperostose. Die vorhandenen Zahnpathologien wie z. B. Abrasion, Zahnstein und intravitaler Zahnverlust waren teilweise massiv ausgebildet. Die Gelenke zeigten teilweise keine, leicht oder massiv ausgebildete Osteophyten, Porositäten und Eburnisierung sowie selten eine Fusion. Des Weiteren wiesen die Individuen zahlreiche Knochenneubildungen unter anderem am Schädel und den unteren Extremitäten auf. Die Individuen zeigten nur wenig Knochenzerstörungen und Traumata. Der Vergleich der Ergebnisse der Patienten des Bürgerspitals von Hainburg mit zwei anderen, zeitgleichen Skelettserien zeigt allgemein durchgehend höhere Werte. Für den St. Bartholomäus-Platz (17. Bezirk, Wien) war dies zu erwarten, da es sich um einen Friedhof der allgemeinen Bevölkerung handelt. Für die Individuen des Bürgerspitals von Zwettl war es unerwartet. Ein Vergleich mit weiterer Literatur zeigte, dass die Pathologien, die bei den Individuen von Hainburg aufgetreten sind, nicht ungewöhnlich sind. Lediglich die Häufigkeit war in manchen Fällen höher. Gründe für das Auftreten der Pathologien könnten unter anderem durch den florierenden Handel leichter in Umlauf gebrachte Pathogene, durch die Kriegszeiten bedingte Hungersnöte, eine schlechte Hygiene und eine schwerere Arbeitslast sein. Zu bedenken ist, dass bei dieser Masterarbeit nur eine Stichprobe makroskopisch untersucht wurde. Weiterführende Analysen, die einen näheren Einblick in den Gesundheitszustand der Individuen von Hainburg liefern würden, wären neben der Analyse aller Individuen auch Laboranalysen.
Abstract
(Englisch)
With the beginning of the 13th century, municipal hospitals were erected in Austria. Often little is known about the patients, but far more about the people who financed them. The community hospital of Hainburg was first mentioned in a document at the beginning of the 14th century. Due to the excavation of skeletons of the patients in 2022/23 through the company Novetus GmbH another source for the evaluation of the health status of patients of community hospitals was made available. For this master thesis a sample of 70 of the 355 secured skeletons was analysed. The preservation status, the age at death, the sex and pathologies were documented. Pathological changes of the skull bones, tooth pathologies, pathological changes of the spine and postcranial joints, new bone formations, bone destructions and traumata were recorded. The individuals showed signs of the stress indicators cribra orbitalia, linear enamel hypoplasia and porotic hyperostosis. The present tooth pathologies like for example abrasion, dental plaque and ante mortem tooth loss were partially massively developed. The joints showed partially no, slight or massive developed osteophytes, porosities and eburnisation as well as rarely a fusion. Furthermore, the individuals had numerous new bone formations among other parts on the skull and lower extremities. The individuals showed only little bone destruction and traumata. The comparison of the results of the patients of the community hospital of Hainburg with two others simultaneous skeletal series showed generally consistently higher values. For St. Bartholomäus-Platz (17th district, Vienna) it was to be expected, since it was a cemetery for the general public. For the individuals of the community hospital of Zwettl it was unexpected. A comparison with further literature showed, that the pathologies which the individuals of Hainburg had were not unusual. Merely the frequency in some cases was higher. Reasons for the occurrence of the pathologies may be amongst others due to the flourishing trade easier circulating pathogens, due to war times caused famines, a bad hygiene and a heavier workload. It needs to be considered that for this master thesis only a sample was macroscopically analysed. Further analyses which could yield a closer insight into the health status of the individuals of Hainburg would be, apart from the analysis of all individuals, laboratory analyses.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Paläopathologie Bürgerspital Mittelalter
Schlagwörter
(Englisch)
Paleopathology Community Hospital Middle Ages
Autor*innen
Sophie Rupp
Haupttitel (Deutsch)
Das Leben armer Leute im Mittelalter
Hauptuntertitel (Deutsch)
paläopathologische Untersuchungen an den Bestattungen aus dem Hainburger Bürgerspital
Paralleltitel (Englisch)
The life of poor people in the Middle Ages
Paralleluntertitel (Englisch)
paleopathological analyses of the burials of the Hainburg community hospital
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
223 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Sylvia Kirchengast
Klassifikation
42 Biologie > 42.88 Physische Anthropologie
AC Nummer
AC17405561
Utheses ID
74057
Studienkennzahl
UA | 066 | 827 | |
