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Unentdeckte Prämissen
philosophie- und kulturgeschichtliche Perspektiven einer kritischen Theorie von Alterität und Entwicklung
Alexandra Grieshofer
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doktoratsstudium der Philosophie Internationale Entwicklung
Betreuer*innen
Andreas Obrecht ,
Margarete Maria Grandner
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.80296
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-19108.01326.630887-2
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Dissertation widmet sich einer systematischen Analyse des Konzepts bzw. der Idee von Entwicklung – wie sie in den Feldern der Development Studies respektive Entwicklungsforschung, der Entwicklungspolitik und Entwicklungszusammenarbeit zur Anwendung gelangt – hinsichtlich darin eingeschriebener, meist implizit mitgetragener Grundgehalte des Denkens und insbesondere darin verankerter Vorstellungen von und über (kulturelle) Alterität. Mittels einer historisch-genealogischen, literaturbasierten Analyse der westlich-okzidentalen Philosophie- und Kulturgeschichte, beginnend in der griechischen Antike und dem Mittelalter, über die Renaissance bis in die (Post-)Moderne, zeigt sich, dass die jeweils zugrunde liegenden Auffassungen von Andersheit differieren und als historisch spezifisch zu bewerten sind. Besonders signifikant erweist sich die mit der Neuzeit und Moderne epistemisch und ontologisch grundgelegte Konzeption des „absoluten Subjekts“, welche letztlich in einem „Problem mit Alterität“ mündet. Diese zu problematisierenden Vorstellungen über (kulturelle) Andersheit schreiben sich im Konzept von Entwicklung weiter fort; dies zeigt sich in der Analyse des Spannungsfeldes von Entwicklung und Alterität. Auf der Grundlage einer begriffs- und ideengeschichtlichen Rekonstruktion des Entwicklungsbegriffs lässt sich Entwicklung als genuin neuzeitlich-modernes Phänomen beschreiben. Während Entwicklung als universelles Konzept auftritt, erweist es sich bei näherer Betrachtung als Produkt einer spezifischen geistesgeschichtlichen Formation, die eine partikularisierte Vorstellung von Welt, Wirklichkeit und dem Menschen in ihr impliziert. Die Untersuchung zeigt, dass, trotz historischer Modifikationen und Neuakzentuierungen, das jeweilige Entwicklungsdenken dennoch tief in den impliziten Prämissen des okzidentalen Denkens verhaftet bleibt. Insbesondere die durch die neuzeitlich-moderne Subjektphilosophie grundgelegte Vorstellung bzw. Repräsentation von (kultureller) Alterität (re-)produziert (implizite) und zu problematisierende alteritätstheoretische Prämissen, die in rezenten Entwicklungskonzeptionen – vom (Post-)Developmentalismus bis hin zum Diskurs über Nachhaltige Entwicklung – weiter wirksam sind. Ziel der Arbeit ist es, diese oft unentdeckten anthropologischen und alteritätstheoretischen Grundlagen des Entwicklungsdenkens offenzulegen, sie zu hinterfragen und zur Diskussion zu stellen. Damit eröffnet diese Dissertation einen Raum, der zur Schärfung des Entwicklungsbegriffs anregen, die Notwendigkeit einer Neubewertung bestehender Entwicklungsdiskurse verdeutlichen sowie neue Perspektiven einer reflexiven Auseinandersetzung mit dem Begriffs- und Themenfeld von Entwicklung und Alterität bieten soll.
Abstract
(Englisch)
The dissertation is dedicated to a systematic analysis of the concept of development –particularly as applied in the fields of Development Studies, development policy, and development cooperation – with a focus on its underlying, often implicit, foundational elements of thought, and especially the embedded notions of (cultural) otherness. Through a historical-genealogical, literature-based analysis of Western philosophical and cultural history, spanning from ancient Greece and the Middle Ages through the Renaissance to (post-)modernity, it becomes evident that conceptions of alterity differ and must be understood as historically specific. Of particular importance is the epistemic and ontological concept of the “absolute subject” in the modern era, which ultimately culminates in a “problem of alterity”. These problematic notions of (cultural) otherness persist within the concept of development, as revealed in the analysis of the tension between development and alterity. A historical reconstruction of the concept of development demonstrates that it is a distinctly modern phenomenon. While development presents itself as a universal concept, closer examination reveals it to be the product of a specific intellectual tradition, reflecting a particular understanding of the world, reality, and humanity. The study shows that, despite historical shifts and re-emphases, the various modes of development thinking remain deeply rooted in the implicit premises of Occidental thought. In particular, representations of (cultural) otherness – grounded in modern subject philosophy – (re)produce implicit, problematic assumptions of alterity theory that continue to shape contemporary development concepts, from (post-)developmentalism to the discourse on sustainable development. The aim of this work is to uncover, question, and critically engage with these often unnoticed anthropological and theoretical foundations of development thinking. In doing so, the dissertation seeks to refine the concept of development, highlight the necessity of reassessing current development discourses, and offer new perspectives for a reflective engagement with development and alterity.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Alterität Subjektphilosophie Philosophie Philosophiegeschichte Entwicklung Geschichtsphilosophie Entwicklungsforschung
Schlagwörter
(Englisch)
Otherness Alterity Philosophy History of philosophy Development Development Studies Philosophy of history
Autor*innen
Alexandra Grieshofer
Haupttitel (Deutsch)
Unentdeckte Prämissen
Hauptuntertitel (Deutsch)
philosophie- und kulturgeschichtliche Perspektiven einer kritischen Theorie von Alterität und Entwicklung
Paralleltitel (Englisch)
Undiscovered premises
Paralleluntertitel (Englisch)
philosophical and cultural-historical perspectives on a critical theory of alterity and development
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
XV, 389 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Franz Gmainer-Pranzl ,
Nausikaa Schirilla
Klassifikationen
08 Philosophie > 08.20 Geschichte der westlichen Philosophie. Allgemeines ,
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.99 Sozialwissenschaften allgemein. Sonstiges
AC Nummer
AC17779571
Utheses ID
74129
Studienkennzahl
UA | 792 | 278 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1