Detailansicht

Migrationsbewegungen als Mittel der hybriden Bedrohung
eine Untersuchung der Reaktion der Europäischen Union auf die Ereignisse an der Grenze Türkei-Griechenland im Frühjahr 2020 sowie Belarus-Polen ab dem Sommer 2021
Berthold Schöbitz
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Politikwissenschaft
Betreuer*in
Barbara Prainsack
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.77860
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-20746.10819.102776-5
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit der Instrumentalisierung von Migrationsbewegungen als Mittel der hybriden Bedrohung und erforscht zwei Episoden der jüngeren Vergangenheit, bei denen Menschen benutzt wurden um Druck auf die EU und ihre Mitgliedsländer auszuüben. Das Ziel ist es, zu erarbeiten inwiefern es in der EU und den betroffenen Ländern zu Policy Learning bei dem Umgang mit Migrant:innen, die als Mittel der hybriden Bedrohung eingesetzt werden, gekommen ist. Zu diesem Zweck wird der Umgang mit den Ereignissen an der Grenze zwischen Griechenland und der Türkei im Frühjahr 2020 sowie an der polnisch-belarussischen Grenze ab dem Sommer 2021 untersucht und überprüft, in welchem Maß es zu Anpassungen bei den Reaktionen und eingesetzten Maßnahmen insbesondere der EU gekommen ist. Dafür werden Dokumente, Stellungnahmen und Berichte über gesetzte Maßnahmen und Handlungen relevanter Akteure ausgewertet. Dazu zählen vorrangig die Europäische Kommission, Frontex, die Regierungen und Sicherheitsbehörden der betroffenen Länder und andere EU-Organe. Ergänzend wird bestehende Literatur zu den behandelten Themen herangezogen. Methodologisch kommt dabei ein interpretativ-hermeneutischer Zugang nach Dvora Yanow zur Anwendung. Die Ergebnisse der Masterarbeit zeigen, dass die Reaktionen der betroffenen Länder und der EU überwiegend auf einer weiter Fortschreitenden Securitisation der Themen Migration und Asyl beruhen und entsprechende Maßnahmen getroffen wurden. Bei der EU kam es zwischen den beiden Ereignissen insofern zu Policy Learning und einer angepassten Vorgehensweise, als die Handlungen der Mitgliedstaaten im Jahr 2021 noch bereitwilliger unterstützt wurden als im Jahr zuvor. Das oberste Ziel war es, möglichst wenig ankommenden Menschen eine Einreise in die EU zu ermöglichen, dafür wurde auch die Missachtung von bestehenden Gesetzen und Grundrechten in Kauf genommen. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass innerhalb der EU bei dem Umgang mit Asylsuchenden und Migrant:innen vor allem auf eine Abschottung der Grenzen und eine „Festung Europa“ gesetzt wird, auch wenn dabei entgegen jener Werte gehandelt wird, die sich die EU selbst auf die Fahne geschrieben hat.
Abstract
(Englisch)
This master's thesis deals with the instrumentalization of migration movements as a means of hybrid threats and explores two recent episodes in which people were used to exert pressure on the EU and its member states. The aim is to explore the extent to which policy learning has occurred within the EU and the countries affected in dealing with migrants used as a means of hybrid threats. To this end, the handling of the events at the border between Greece and Turkey in spring 2020 and at the Polish-Belarusian border from summer 2021 onwards will be examined. The study will assess the extent to which adjustments have been made to the responses and measures taken, particularly by the EU. For this purpose, documents, statements and reports on implemented measures and actions of relevant actors are evaluated. These primarily include the European Commission, Frontex, the governments and security authorities of the countries concerned and other EU institutions. In addition, existing literature on the topics covered in this work is consulted as well. Methodologically, an interpretative-hermeneutic approach according to Dvora Yanow is applied. The results of the master's thesis show that the reactions of the affected countries and the EU were predominantly based on a further securitization of the issues of migration and asylum and that corresponding measures were taken. In the EU, policy learning and an adapted approach took place between the two events in that the actions of the Member States were even more readily supported in 2021 than in the previous year. The primary goal was to enable as few arriving people as possible to enter the EU, accepting the disregard of existing laws and fundamental rights. The investigations have shown that the EU's main focus when dealing with asylum seekers and migrants is to seal off the borders and create a “Fortress Europe”, even if this goes against the values that the EU has committed itself to.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Hybride Bedrohung Securitisation von Migration und Asyl Gemeinsame Einwanderungspolitik der EU Europäische Union Policy Learning Griechenland Türkei Polen Belarus Instrumentalisierung von Migration
Schlagwörter
(Englisch)
Hybrid threats Seucritisation of migration and asylum Migration policy of the EU European Union Policy Learning Greece Republic of Türkiye Poland Belarus Instrumentalisation of migration
Autor*innen
Berthold Schöbitz
Haupttitel (Deutsch)
Migrationsbewegungen als Mittel der hybriden Bedrohung
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Untersuchung der Reaktion der Europäischen Union auf die Ereignisse an der Grenze Türkei-Griechenland im Frühjahr 2020 sowie Belarus-Polen ab dem Sommer 2021
Paralleltitel (Englisch)
Migration movements as a means of hybrid threat
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
127 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Barbara Prainsack
Klassifikationen
89 Politologie > 89.73 Europapolitik. Europäische Union ,
89 Politologie > 89.79 Internationale Konflikte. Sonstiges ,
89 Politologie > 89.99 Politologie. Sonstiges
AC Nummer
AC17459651
Utheses ID
74158
Studienkennzahl
UA | 066 | 824 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1