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Tierdarstellungen im Neolithikum
Levante bis Mitteleuropa
Christian Krenn
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Urgeschichte und Historische Archäologie
Betreuer*in
Christine Neugebauer-Maresch
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.77529
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-20755.00495.138637-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Ziel dieser Masterarbeit war es einen breiten Überblick der zoomorphen Darstellungen des Neolithikums zu ermöglichen. Ausgearbeitet wurden dabei die Steinstelen und aus Ton gefertigten Figuren und Gefäße. Dabei sollten so viele Details wie möglich berücksichtigt und erfasst werden. Die Arbeit erhebt keinen Anspruch auf eine vollständige Erfassung aller bereits bekannten zoomorphen Objekte, es wurde jedoch nach bestem Wissen und Gewissen versucht einen guten Einblick in die Vielfalt dieser Artefakte zu ermöglichen. Zunächst wurden die Fundorte und die damit verbundenen Objekte der einzelnen Länder übersichtlich vorgestellt. Die Aufteilung und Sortierung erfolgte dabei in drei heutigen geographischen Großregionen Nahost, Südosteuropa und östliches Mitteleuropa. Da die Neolithisierung und damit einhergehende Ausbreitung der Sesshaftwerdung sowie dem frühen Ackerbau und der Tierzucht von dem Gebiet des fruchtbaren Halbmondes und Anatolien ausgingen, wurden die damit in Verbindung stehendenden Länder bis nach Österreich untersucht. Griechenland und Dalmatien stellen hierbei zwei Ausnahmen dar. Diese beiden Gebiete scheinen einer anderen Tradition zu folgen, was anhand der zwei unterschiedlichen Ausbreitungsrouten der Neolithisierung, mediterran über Griechenland, Dalmatien – Italien – Südfrankreich - Spanien oder über den Balkan nach Mitteleuropa, zu verstehen ist und deckt sich mit den dort gefundenen Artefakten. Im anschließenden interpretativen Teil wurde in einem eigenen Punkt kurz auf die Ikonographie von Tierdarstellungen in der Levante hingewiesen. Im Allgemeinen ist eine genaue Bestimmung welchen Verwendungszweck zoomorphe Objekte hatten nach wie vor unklar. Die verschiedenen Erklärungsmodelle sind in diesem Teil der Arbeit ausführlich vorgestellt worden. Ob den Artefakten höhere Bedeutung zukam ist fraglich, jedoch sollte festgehalten werden, dass es keine Belege gibt die sie ausschließlich rein profanem Gebrauch zuordnen. Tiergestaltige Gefäße haben zumindest einen dekorativen Charakter, der rational betrachtet, keinen Mehrwert für den Verwendungsweck solcher Gefäße hatte. Ob es sich dabei um rein künstlerische Elemente handelt sei dahingestellt. Um die Funde rituellem Kontext zuordnen zu können, müssten zunächst in der Archäologie allgemeine Rahmenbedingungen (ähnlich einer Mansell Farbtabelle) festgelegt werden, welche Punkte erfüllt werden müssen, um von einem Ritual sprechen zu können. Im abschließenden Teil wurde sich der Auswertung der in dieser Arbeit präsentierten Funde gewidmet. Dabei befassen sich die eigenen Abschnitte mit dem Fundkontext, den verschiedenen Tierarten, den technischen Details der Figuren und der Datierung sowie der kulturellen Zugehörigkeit der Objekte. Aussagen zum Fundkontext gestalten sich in den meisten Fällen als äußerst schwierig, da hierzu oft wenig bekannt ist. Bei den verschiedenen Tierarten handelt es sich um Wild- oder Haustiere die grob, fein, stilisiert, realistisch als auch verziert oder bemalt gewesen sein konnten. Überwiegend wurden vermehrt Funde domestizierter Tiere beobachtet, die mit den archäozoologischen Befunden in Form ihrer Verteilung nicht immer übereinstimmen. Eine Gemeinsamkeit aller Kulturen sind die unterschiedlich ausgeführten Darstellungen von Rindern, wohingegen die in der Levante, Anatolien und Südosteuropa häufiger gefundenen Bukranien im mitteleuropäischen Raum deutlich seltener sind. Bei den Jagd- und Wildtieren werden anhand der Darstellungen die jeweiligen regionalen Unterschiede deutlich erkennbar, die auch mit dem faunistischen Fundmaterial übereinstimmen. Eine regionale Besonderheit stellen die vielen Widderdarstellungen und die nur in Dalmatien gefundenen Abbildungen von Elefanten dar. Erzeugt wurden Tierfiguren während des gesamten Neolithikums, wobei es regionale Unterschiede in der Häufigkeit ihrer Produktion in den verschiedenen Phasen beobachtet werden konnte. In Griechenland, Serbien und Dalmatien sind diese Figuren in der frühen Phase des Neolithikums noch selten, nehmen jedoch in späteren Phasen zu. Genau anders herum verhält es sich in Österreich, wo zoomorphe Figuren im Spätneolithikum kaum gefunden wurden. Zum Schluss sollte noch erwähnt werden, dass bei vielen älteren Grabungen und deren Publikationen mehr Aufmerksamkeit den anthropomorphen- als den zoomorphen Figuren zukam. Um ein Beispiel zu nennen, wurden von Louise Martin und Lynn Meskell alle zoomorphen Funde (1132 Figuren oder Fragmente, 194-201 Tierdarstellungen auf Wandmalereien und 35-39 Reliefs) aus den Altgrabungen James Mellaarts in Çatal Höyük neu aufgearbeitet und sie kamen in vielen Fällen zu völlig anderen Ergebnissen und Schlussfolgerungen, was Mellaarts Arbeitsmethoden verschuldet ist. Glücklicherweise stellt dieses Beispiel die Ausnahme und nicht die Regel dar und es finden sich durchwegs in allen Regionen sehr gute Arbeiten zu diesem Thema. Erwähnenswert sind die bereits in älterer Zeit hervorragenden detaillierten Beschreibungen der zoomorphen Funde in Österreich die seit Anfang der 90er Jahre dokumentiert wurden. Die Aussicht auf eventuell weitere Erkenntnisse scheint aufgrund jüngerer technischer Entwicklung und damit einhergehender Arbeitsmethoden gegeben zu sein. Datenbanken sind diesbezüglich bereits eine gute Weiterentwicklung unserer Zeit. Diese könnten zukünftig bei solchen Auswertungen helfen und wären für alle archäologischen Funde, nicht nur den figürlichen, weltweit wünschenswert.
Abstract
(Englisch)
The aim of this Master's thesis was to provide a broad overview of the zoomorphic representations of the Neolithic. The focus was on the figures and vessels made of clay. As many details as possible were to be taken into account and recorded. The work does not claim to be a complete survey of all known zoomorphic objects, but it has been attempted to the best of one's knowledge and belief to provide a good insight into the diversity of these artefacts. Initially, the sites of discovery and the associated objects of the individual countries were presented in a well-structured manner. They were divided and sorted into three major geographical regions: the Near East, South-Eastern Europe and Central Europe. Since Neolithisation and the related spread of settlements, early agriculture and animal husbandry which began in the area of the Fertile Crescent and Anatolia, the associated countries as far away as Austria were examined. Greece and Dalmatia are two exceptions. These two areas seem to follow a different tradition, which can be understood from the two different routes of spread of the neolithisation process, Mediterranean through Greece, Dalmatia - Italy - Southern France - Spain or through the Balkans to Central Europe, and corresponds with the artefacts found there. In the subsequent interpretative section, the iconography of animal representations in the Levant was briefly referred to in a separate paragraph. In general, a precise purpose for the use of zoomorphic objects is still unclear. The various explanatory models have been presented in detail in this part of the thesis. Whether the artefacts had a higher significance is questionable, but it should be noted that there is no evidence that attributes them exclusively to purely profane use. Animal-shaped vessels have at least a decorative character which, viewed rationally, does not add any value to the intended use of such vessels. Whether they are purely artistic elements is unclear. In order to be able to relate the finds to a ritual context, general framework conditions (similar to a Mansell colour table) would first have to be established in archaeology, which points would have to be fulfilled in order to be able to speak of a ritual practice. The final part of the project was focused on the evaluation of the finds presented in this thesis. The individual sections address the context of the artefacts, the different animal species, the technical details of the figurines and the dating as well as the cultural affiliation of the objects. Statements on the context of the finds are in most cases extremely difficult, as little is known about them. The different types of animals were wild or domestic animals, which could have been coarse, fine, stylised, realistic, decorated or painted. Predominantly domesticated ceramic zoomorphic finds were observed, which do not always correspond to the archaeozoological findings in terms of their distribution. A common feature of all cultures is the different depictions of cattle, although the bucrania found more frequently in the Levant, Anatolia and south-eastern Europe are much rarer in central Europe. The figures of hunting and game animals clearly show the regional differences, which also correspond to the faunistic finds. The numerous representations of rams and the depictions of elephants found only in Dalamtia are a regional exception. Animal figurines were produced throughout the Neolithic period, although regional differences in the frequency of their production could be observed in the various phases. In Greece, Serbia and Dalmatia, these figurines are still rare in the early phase of the Neolithic, but increase in later phases. The opposite is true in Austria, where zoomorphic figurines were rarely found in the late Neolithic. Lastly, it should be mentioned that in many older excavations and literature, more attention was given to anthropomorphic rather than zoomorphic figures. To give an example, Louise Martin and Lynn Meskell reprocessed all zoomorphic finds (1132 figurines or fragments, 194-201 animal representations on wall paintings and 35-39 reliefs) from James Mellaart's old excavations in Çatal Höyük and in many examples came to completely different results and conclusions, which is due to Mellaart's questionable working methods. Fortunately, this example is the exception and not the rule, and very good work on this topic can be found throughout all regions. Worth mentioning here are the excellent detailed descriptions of zoomorphic artefacts in Austria that have been documented since the early 1990s. The prospect of possible further insights seems to be given due to recent technical developments and the associated working methods. In this context, databases are already a good development of our time which could help with such evaluations in the future and would be desirable for all, not only figurative, archaeological finds worldwide.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Neolithikum Tierdarstellungen Tierfiguren Naher Osten Mitteleuropa
Schlagwörter
(Englisch)
Neolithic Animal representations Animal figurines Near East Central Europe
Autor*innen
Christian Krenn
Haupttitel (Deutsch)
Tierdarstellungen im Neolithikum
Hauptuntertitel (Deutsch)
Levante bis Mitteleuropa
Paralleltitel (Englisch)
Animal representations in the Neolithic
Paralleluntertitel (Englisch)
Levant to Central Europe
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
316 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Christine Neugebauer-Maresch
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.15 Archäologie ,
15 Geschichte > 15.19 Vor- und Frühgeschichte
AC Nummer
AC17410942
Utheses ID
74162
Studienkennzahl
UA | 066 | 801 | |
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