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Wenn Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht?
der zivile Widerstand - Recht und Pflicht
Nikolaus Douda
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Interdisziplinäre Ethik
Betreuer*in
Alexander Filipovic
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.78321
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-23302.01905.359236-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der grundsätzlichen Frage, ob sich aus einem Recht auf zivilen Widerstand nicht auch eine Pflicht zum aktiven zivilen Ungehorsam ableiten lässt. In drei Kapiteln soll dieser Frage nachgegangen werden. Zuerst soll anhand historischer Entwicklungsschritte gezeigt werden, dass sich über lange Zeiträume hinweg ein weitreichender Konsens herausgebildet hat, der den zivilen Widerstand prinzipiell als legitime zivilgesellschaftliche Form der demokratischen Partizipation anerkennt. Anhand von Rawls und insbesondere Habermas werden Fragen zu Legalität versus Legitimität und Mehrheitsrecht versus zivilgesellschaftlichen Widerstand diskutiert. Das zweite Kapitel baut auf die solcherart theoretisch gesicherte Rechtfertigung des zivilen Widerstands auf. Es zeigt sich, dass das, was in philosophischen, ethischen, juristischen und demokratiepolitischen Debatten theoretische Zustimmung finden konnte, in der Praxis aktionistischer Umsetzung unter einem anderen Blickwinkel zu diskutieren ist, vor allem bei der Frage der Angemessenheit von Gewalt oder staatlicher Sanktionen. Als Ausgangspunkt der Debatte dient Jürgen Habermas‘ Text Ziviler Ungehorsam – Testfall für den demokratischen Rechtsstaat. Wider den autoritären Legalismus in der Bundesrepublik (1983). Dieser Text baut auf John Rawls‘ Thesen auf, Habermas gelang aber mit aktuellem Praxisbezug, innovative und bis heute wegweisende Überlegungen in die Debatte einzubringen. Im dritten Kapitel geht es um ein relativ neues Thema in der aktuellen Diskussion zum zivilen Widerstand: der Forderung nach einer verbindlichen Pflicht zum Widerstand. Hier dient vor allem Candice Delmas‘ innovativer Text A Duty to Resist (2018) als Diskussionsgrundlage. In der Conclusio wird die Notwendigkeit argumentiert, dass aufbauend auf einem Recht zum Widerstand auch eine Pflicht der Bürger*innen zum politischen Handeln zu fordern ist, vor allem dann, wenn der Staat seinen Pflichten nicht nachkommt und institutionelles und staatliches Versagen zu irreversiblen Bedrohungen der demokratischen Gesellschaft oder Gefährdung des Allgemeinguts führt.
Abstract
(Englisch)
This paper deals with the fundamental question of whether a duty of active civil disobedience can be derived from a right to civil resistance. This question will be explored in three chapters. Firstly, historical developments will be used to show that a far-reaching consensus has emerged over long periods of time that recognises civil resistance in principle as a legitimate form of democratic participation in civil society. On the basis of Rawls and Habermas in particular, questions of legality versus legitimacy and majority law versus civil resistance are discussed. The second chapter builds on this theoretical justification of civil resistance. It becomes apparent that what could find theoretical agreement in philosophical, ethical, legal and democratic debates needs to be discussed from a different perspective in the practice of actionist realisation, especially when it comes to the question of the appropriateness of violence or state sanctions. The basis of our discussion is Jürgen Habermas' text Ziviler Ungehorsam - Testfall für den demokratischen Rechtsstaat. - Wider den autoritären Legalismus in der Bundesrepublik (1983). This text builds on John Rawls' theses, and Habermas succeeded in introducing innovative and still groundbreaking ideas into the debate with current practical relevance. The third chapter deals with a relatively new topic in the current debate on civil resistance: the demand for a binding duty to resist. Here, Candice Delmas' enlightening text A Duty to Resist (2018) serves as a basis for discussion. In the conclusion, the necessity is argued that, building on a right to resist, a duty of citizens to take political action should also be demanded, especially when the state fails to fulfil its duties and institutional and state failure leads to irreversible threats to democratic society or endangers the common good.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Ziviler Widerstand gesellschaftliche Verantwortung Allgemeingut Recht und Pflicht Ziviler Ungehorsam
Schlagwörter
(Englisch)
civil disobedience social responsibility common good rights and duty
Autor*innen
Nikolaus Douda
Haupttitel (Deutsch)
Wenn Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht?
Hauptuntertitel (Deutsch)
der zivile Widerstand - Recht und Pflicht
Paralleltitel (Englisch)
When right becomes wrong, resistance becomes a duty?
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
107 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Alexander Filipovic
Klassifikation
08 Philosophie > 08.38 Ethik
AC Nummer
AC17523626
Utheses ID
74168
Studienkennzahl
UA | 066 | 641 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1