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Emotion work and identity
how willingness to engage in unpaid labor manifests in the workplace
Eva Lore Natalie Jacquemard
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Gender Studies
Betreuer*in
Alyssa Schneebaum
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.77711
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-24967.04578.372674-2
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Ein freundliches Auftreten gegenüber der Kolleg- sowie Kundschaft, obwohl man sich nicht authentisch danach fühlt, ist in den meisten Arbeitsplätzen üblich und wird erwartet. Darüber hinaus wird oft verlangt, die „richtige“ Einstellung und Motivation für die Arbeit mitzubringen, und Arbeitende versuchen, sich selbst zu motivieren, um diesen Erwartungen zu entsprechen. Verhaltensnormen am Arbeitsplatz umfassen nicht nur, wie Personen sich verhalten sollen, sondern beziehen sich auch darauf, wie sich Personen fühlen sollen beziehungsweise, wie Emotionen ausgedrückt werden sollen. Wenn die Erwartungen nicht mit der tatsächlichen Gefühlswelt der arbeitenden Person übereinstimmen, kann „Emotionsmanagement“ und die Regulierung von Gefühlen, also Emotionsarbeit, angewendet werden. Diese Arbeit beschäftigt sich damit, wie Identität mit der Bereitschaft Emotionsarbeit im Arbeitsumfeld zu leisten, zusammenhängt. Identität wird dabei aus einer intersektionalen Perspektive verstanden und unterschiedliche Identitätskategorien wie Geschlecht, sozioökonomischer Status und Zugehörigkeit zu ethnischen Minderheiten als alleinige Merkmale sowie an ihren unterschiedlichen Intersektionen werden untersucht. Aufbauend auf feministische Theorien, die Identität als soziales Konstrukt verstehen, das fundamental mit Macht und Status verwoben ist, werden die Erwartungen von Emotionsarbeit als Ausdruck patriarchaler Machtstrukturen verstanden. Anhand dieser wird illustriert, dass Erwartungen an Emotionsarbeit ungleich verteilt sind und dass die aktuelle Erbringung von Emotionsarbeit unverhältnismäßig stark von Personen erbracht wird, die in patriarchalen Strukturen als untergeordnet erachtet sind. Die European Social Survey (ESS) legt dabei die Datengrundlage, welche Ergebnisse von über 24,000 Befragten aus über 31 europäischen Ländern zu ihrer Bereitschaft, unbezahlt zusätzliche Aufgaben und Verantwortung zu übernehmen, liefert. Dies dient als Maßstab zu Erfassung der Bereitschaft von Emotionsarbeit. Es werden unterschiedliche Identitätsmerkmale individuell und an ihren unterschiedlichen Intersektionen untersucht sowie kulturelle Ländervergleiche unternommen. Die Ergebnisse zeigen, dass Frauen (im Vergleich zu Männern) sowie Personen mit geringem Einkommen eine signifikant geringere Bereitschaft aufweisen, Emotionsarbeit am Arbeitsplatz zu leisten. Im Gegensatz dazu erweisen Personen einer ethnischen Minderheit im Durchschnitt eine höhere Bereitschaft auf. Je nach kulturellem Kontext wird diese Bereitschaft zusätzlich gesteigert oder verringert. Diese Arbeit trägt besonders durch den intersektionalen Zugang sowie den Fokus auf den europäischen Arbeitsmarkt zur Emotionsliteratur bei. Implikationen für betriebliche Diversitätsschulungen und Gleichberechtigungsmaßnahmen werden erörtert.
Abstract
(Englisch)
Being friendly with a coworker and smiling at a customer, although one does not feel that way, is common and expected in most workplaces. Similarly, bringing “the right” attitude to work, thus trying to motivate oneself to authentically feel excited about the workday, is part of many people’s daily routines. Behavioral norms at work extend not only to how one should act but also to how one is supposed to feel and express emotions. When expectations do not match the felt reality, emotion management and regulation of feelings - emotion work - might be employed. This thesis explores how identities relate to the willingness to engage in emotion work - the process of regulating one’s feelings and emotional display in interactions to align with both broader societal norms and more specific workplace demands. Identities are explored from an intersectional perspective, examining identity categories such as gender, socio-economic status, and racial/ethnic minority membership. Building upon feminist theories, understanding identities as socially constructed categories that are fundamentally intertwined with status and power, emotion work is explored as an expression of patriarchal power dynamics. This exposes that emotion work demands are unequally divided and current provision of emotion work and emotional labor – formalized emotion work - are disproportionally provided by subjugated individuals. Data from the European Social Survey (ESS), encompassing 31 countries across the European region, including responses of over 24,000 respondents regarding their willingness to take on extra responsibilities at work without remuneration, serves as a gauge for emotion work. Different identities are explored individually, at their different intersections and compared across various cultural aspects and countries. The results indicate that women (compared to men) and low-income individuals demonstrate a significantly lower willingness, while individuals belonging to an ethnic/racial minority report to be on average more willing to engage in emotion work. These effects are mediated across different countries and cultural contexts. This thesis contributes to the study of emotion work by adopting an intersectional framework that explores identities beyond isolated identity categories, and specifically focuses on the European labor market. Implications for corporate diversity training and equity-focused policies are addressed.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Emotionsarbeit Gender Studies Intersektionalität Unbezahlte Arbeit Patriarchale Strukturen
Schlagwörter
(Englisch)
emotion work emotional labor gender studies intersectionality patriarchal structures
Autor*innen
Eva Lore Natalie Jacquemard
Haupttitel (Englisch)
Emotion work and identity
Hauptuntertitel (Englisch)
how willingness to engage in unpaid labor manifests in the workplace
Paralleltitel (Deutsch)
Emotionsarbeit und Identität
Paralleluntertitel (Deutsch)
wie sich die Bereitschaft für unbezahlte Arbeit am Arbeitsplatz manifestiert
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
128 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Alyssa Schneebaum
Klassifikation
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.99 Sozialwissenschaften allgemein. Sonstiges
AC Nummer
AC17431943
Utheses ID
74213
Studienkennzahl
UA | 066 | 808 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1