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Etwas fehlt - die Welt als Experiment
Versuch über die Möglichkeit
Bernd Günter Zeller
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Betreuer*in
Josef Rhemann
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.8236
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29537.89364.755360-2
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Wird die Veränderbarkeit der Welt postuliert und soll dies nicht bloß eine leere Forderung bleiben, soll sie also wirklich werden, dann gilt es, ihre Möglichkeit zu begründen. Die Welt selbst darf noch nicht fertig sein, wenn ihr Wandel angestrebt wird. Und sie ist auch eindeutig nicht abgeschlossen, sondern in Bewegung, sie befindet sich gleichsam noch in Schwebe. Dies zu zeigen ist die Aufgabe einer Theorie der Möglichkeit, welche versucht, die Bedeutung, die diesem in der Philosophie vernachlässigten Begriff eigentlich zukommen müsste, herauszuarbeiten. Die Welt ist nicht das, was sie faktisch ist, sie ist selbst erst im Werden begriffen, in ihr stecken unzählige Möglichkeiten, die ihrer Verwirklichung noch harren. Ernst Blochs Ontologie des Noch-Nicht-Seins bietet einen fruchtbaren Ausgangspunkt für die Etablierung einer Theorie der Möglichkeit als realer und nicht als einer bloßen Modalität im Denken, in dem er die Realmöglichkeit als partiale Bedingtheit definiert, d.h. als ein noch ausstehendes Ereignis, zu dem schon einige, aber noch nicht alle Bedingungen vorliegen. Dass die ganze Welt selbst eine noch ausstehende ist, wird im Anschluss an die Ausarbeitung einer Ontologie der Möglichkeit durch eine Auseinandersetzung mit Aristoteles‘ Verständnis der Materie als reinem Vermögen und seiner Konzeption von der Wirklichkeit als einem Spannungsverhältnis zwischen Möglichem und Wirklichem zu beweisen versucht. Jedoch wird bei Aristoteles die Dynamik der Realmöglichkeit durch die Statik seiner Gesamtkonzeption zum Stillstand gezwungen, da in seiner Philosophie die Welt der Möglichkeit nach schon fertig vorliegt und nur noch zu sich kommen muss. Aufgebrochen muss diese Idee einer Entwicklung vom Keim zum Baum, der seinem Vermögen nach schon vollständig in jenem vorlag, durch die Ausfaltung des Begriffs der Arbeit werden, wie er im Denken von Karl Marx vorzufinden ist. Hier wird klar, dass die Möglichkeiten selbst erst hervorgebracht werden müssen, dass sie selbst geschichtliche sind und die Ordnung des Seins keine ewig von oben vorherbestimmte, sondern eine offene, durch Menschenhände von unten bestimmbare ist. Diese Wahrheit wird nun aber durch die herrschenden Verhältnisse und vor allem durch die vorhandene Form der Arbeit unterdrückt und entstellt. Im Wesentlichen die Realisierung von Möglichkeiten und dadurch ein Schlüssel zur Erkenntnis und ein Hebel zur Veränderung der vorhandenen Welt verkommt die Arbeit als Lohnarbeit zum Vernichtungsmittel von Potentialen. Dieser reale gesellschaftliche Kampf gegen die Möglichkeit einer anderen Welt setzt sich in den Köpfen der Menschen fort, denen das, was nicht sein soll, als etwas, das nicht sein kann, vorgesetzt wird. Unmöglichkeit ist aber in Wirklichkeit nur ein anderer Ausdruck für eine Möglichkeit, die den Status quo überschreitet und nur aus dessen Perspektive als unmöglich erscheint. Seien wir also realistisch und fordern wir das Unmögliche! Eine Theorie der Möglichkeit soll hierfür die unverzichtbare ontologische Grundlage liefern.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Ernst Bloch Aristoteles Marx Möglichkeit Vermögen
Autor*innen
Bernd Günter Zeller
Haupttitel (Deutsch)
Etwas fehlt - die Welt als Experiment
Hauptuntertitel (Deutsch)
Versuch über die Möglichkeit
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
225 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Josef Rhemann ,
Gerhard Gotz
Klassifikationen
08 Philosophie > 08.31 Metaphysik, Ontologie ,
08 Philosophie > 08.44 Sozialphilosophie
AC Nummer
AC07806027
Utheses ID
7422
Studienkennzahl
UA | 092 | 296 | |
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