Detailansicht
Das spätgotische Chorgestühl in St. Stephan und das Passionsspiel zu Fronleichnam in Wien
Christian Jordan
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Kunstgeschichte
Betreuer*in
Barbara Schedl
DOI
10.25365/thesis.77792
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29439.16901.119868-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Ab dem Jahr 1476 wurde in der Wiener Stephanskirche ein neues Chorgestühl errichtet. Es diente dem von Herzog Rudolf IV. gestifteten Allerheiligenkapitel als Versammlungsort und als Platz für ihr regelmäßiges Gebet. Die vorliegende Masterarbeit widmet sich der bewussten Platzierung des Gestühls an der Grablege für die Habsburger und seinem Aufbau. Ausführlich werden die zahlreichen Schnitzarbeiten vorgestellt und versucht, das komplexe Bildprogramm zu rekonstruieren. Da das Gestühl aus der Spätgotik in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges im April 1945 vernichtet wurde, ist die aktuelle Forschung auf erhaltenes Fotomaterial und die Beschreibungen durch die Literatur angewiesen. Schwerpunkt der Arbeit bildet die ikonographische Analyse der Reliefs zur Passion Christi, ihre Verbindung zu den weiteren Bildwerken am Chorgestühl und ihre theologischen Aussagen. Die künstlerische Ausgestaltung des spätgotischen Werkes bildet die Intentionen der Stiftung Rudolfs IV. ab: Das Allerheiligenkapitel betet für das Seelenheil der Mitglieder des Hauses Habsburg. Das Herrscherhaus schreibt sich in das religiöse Programm in St. Stephan ein und nutzt die Kirche als Bühne herrschaftlicher Repräsentation. Die Ausarbeitung des Chorgestühls wird der Werkstatt des Bildschnitzers Wilhelm Rollinger zugeschrieben. Zudem inszenierte Rollinger zwischen 1486 und 1519 in Wien umfangreiche Passionsspiele rund um das Fronleichnamsfest. Die Organisation der Geistlichen Spiele lag in den Händen der Wiener Gottsleichnamsbruderschaft. Die erhaltenen Rechnungsbücher und die Bruderschaftsordnung aus 1505 geben eine Vorstellung von den Aufführungen. Die vorliegende Arbeit stellt sich kritisch der Frage nach einer möglichen Abhängigkeit der Passionsreliefs am Chorgestühl von den Passionsspielen in der Stadt. Eine vergleichende Analyse der Reliefs, der Spiele zu Fronleichnam in Wien und einiger Textausschnitte aus der Tiroler Passionsspieltradition lässt erkennen, dass es gemeinsames Anliegen war, die Symbolsprache des Glaubens durch ihre Theatralisierung möglichst anschaulich zu übersetzen.
Abstract
(Englisch)
Since the year 1476 new choir stalls were established in the St. Stephen´s Church in Vienna. It was a place of assembly and regular prayer for the Allerheiligenkapitel, a council instituted by duke Rudolf IV. The current master thesis elaborates the deliberate placement and the structure of the choir stalls at the royal burial place of the Habsburgs. The carvings will be demonstrated and the complexity of its iconographic program reconstructed. Due to the fact that the late Gothic stalls were destroyed in the last days of the Second World War, the current iconographic research is primarily based on photographically manifested sources and descriptions found in contemporary literature. The emphasis of this master thesis is the analysis of the reliefs about the Passion narrative, its connection to the other elements of the choir stalls and its theological message. The artistic design of the late Gothic stalls reflects the intentions of duke Rudolf´s foundation: The Allerheiligenkapitel prays for the salvation of the members of the Habsburg dynasty while St. Stephen´s Cathedral symbolizes the Habsburg motivation of establishing the royal family as an essential part of the contemporary religious narrative. The development of the choir stalls is accredited to the sculptor Wilhelm Rollinger, who directed extensive passion plays at Corpus Christi celebrations between 1486 and 1519. The stagings were organized by the Viennese Gottsleichnamsbruderschaft. Due to the existence of account books and documented regulations of the Viennese Brotherhood current scientific research is provided with an accurate image of the enactments of the plays. The current thesis examines critically the choir stall relief´s dependence on the Viennese passion plays organized by the Gottesleichnamsbruderschaft. Ultimately, the illustrative effect of theatrical portrayals on the symbolic language of faith can be observed by analysing the reliefs, the contemporary extensive passion plays in Vienna and literary extracts of Tyrolean passion play traditions in a comparative way, can be observed.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
St. Stephan Wien spätgotisches Chorgestühl Passionsspiel zu Fronleichnam Wilhelm Rollinger
Schlagwörter
(Englisch)
St. Stephen's Church Vienna late Gothic Choir stalls passion plays Wilhelm Rollinger
Autor*innen
Christian Jordan
Haupttitel (Deutsch)
Das spätgotische Chorgestühl in St. Stephan und das Passionsspiel zu Fronleichnam in Wien
Paralleltitel (Englisch)
The late Gothic choir stalls in the St. Stephen's Church and the passion play at Corpus Christi celebrations in Vienna
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
246 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Barbara Schedl
Klassifikation
20 Kunstwissenschaften > 20.30 Kunstgeschichte. Allgemeines
AC Nummer
AC17449143
Utheses ID
74467
Studienkennzahl
UA | 066 | 835 | |
