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Deutsche Erinnerungskultur und Machtdynamiken
die Marginalisierung der Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs auf Nordafrika
Emilia Felicitas Klein
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Globalgeschichte und Global Studies
Betreuer*in
Birgit Englert
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.78141
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-14138.40178.894649-9
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Erinnerung spielt eine zentrale Rolle bei der Prägung von Kulturen und Gesellschaften, wobei die Verantwortung für die Weitergabe dieser Erinnerungen bei den Gesellschaften selbst liegt. Welche Ereignisse erinnert werden, unterliegt Prozessen der Selektion, Fokussierung und Ausblendung. Die deutsche Erinnerungskultur konzentriert sich vor allem auf den europäischen Kontext, insbesondere auf die Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs. Die Tatsache, dass der Nationalsozialismus auch erhebliche Auswirkungen auf Nordafrika, insbesondere auf die Länder Algerien, Tunesien, Marokko und Libyen hatte, wird weitgehend ignoriert und ist im kollektiven Gedächtnis kaum verankert. Diese Masterarbeit untersucht, wie Machtdynamiken in der deutschen Erinnerungskultur mit der Marginalisierung außereuropäischer Ereignisse zusammenhängen, am Beispiel der Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs auf Nordafrika. Aufbauend auf den Gedächtnistheorien von Maurice Halbwachs sowie Jan und Aleida Assmann wird die deutsche Erinnerungskultur und ihre historische Entwicklung beleuchtet. Anschließend werden die historischen Hintergründe der Verfolgung und Repression in Nordafrika betrachtet. Zu den Gründen der Marginalisierung, die herausgearbeitet wurden, zählen der Mythos eines „sauberen Wüstenkriegs“, der deutsche Verbrechen in Nordafrika verschleierte, die Europäisierung der Holocaust-Erinnerung sowie die gesellschaftliche Spaltung in zwei gegensätzliche Lager. Zudem erschweren Forschungslücken, dokumentarische Hindernisse und die auf die Dekolonialisierung fokussierte Erinnerungskultur in Nordafrika eine umfassende Aufarbeitung. Als Fallstudie zur Untersuchung der Integration dieser Ereignisse in die deutsche Erinnerungskultur wurde die Wanderausstellung „Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“ analysiert, die erstmals 2009 in den Berliner Uferhallen gezeigt wurde. Die Analyse vereint eine inhaltliche Untersuchung der Ausstellungstafeln mit einer kritischen Reflexion der öffentlichen Debatte über die Ausstellung. Diese deckt jedoch ebenfalls Mechanismen der Marginalisierung, selektive Erinnerungspraktiken und bestehende Machtdynamiken auf. Trotz des Anspruchs, eine globale Perspektive auf die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs zu bieten, bleibt die Ausstellung einem stark eurozentrischen Blick verhaftet.
Abstract
(Englisch)
Memory plays a central role in shaping cultures and societies, with the responsibility for preserving and passing on these memories lying with the societies themselves. Processes of selection, emphasis, and omission shape the decision of which events to remember. In Germany, the culture of remembrance is predominantly centered on the European context, particularly on the era of National Socialism and the Second World War. However, the significant impact of National Socialism on North Africa—especially in countries like Algeria, Tunisia, Morocco, and Libya—has been largely overlooked and remains almost absent from the collective memory. This master’s thesis explores the connection between power dynamics within German memory culture and the marginalization of non-European events, focusing on the impact of the Second World War on North Africa. Based on the memory theories of Maurice Halbwachs and Jan and Aleida Assmann, the development of German memory culture and its historical evolution are explored. The study then delves into the historical background of persecution and repression in North Africa. The key reasons for this marginalization, identified in this research, include the myth of a "clean desert war," which obscured German crimes in North Africa, the Europeanization of Holocaust memory, and the societal polarization into opposing camps. Additionally, research gaps, documentary limitations, and a memory culture in North Africa that focuses on decolonization complicate a comprehensive historical reckoning. As a case study to explore how such events can be integrated into German memory culture, the traveling exhibition "The Third World in the Second World War," first presented in 2009 at the Uferhallen in Berlin, was analyzed. This analysis combines a detailed review of the exhibition boards with a critical examination of the public debate surrounding the exhibition. However, it also reveals mechanisms of marginalization, selective memory practices, and existing power dynamics. Despite its declared intention to provide a global perspective on the events of the Second World War, the exhibition remains firmly rooted in a Eurocentric perspective.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Deutsche Erinnerungskultur Marginalisierung in der deutschen Erinnerungskultur Zweiter Weltkrieg in Nordafrika Ausstellungsanalyse
Autor*innen
Emilia Felicitas Klein
Haupttitel (Deutsch)
Deutsche Erinnerungskultur und Machtdynamiken
Hauptuntertitel (Deutsch)
die Marginalisierung der Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs auf Nordafrika
Paralleltitel (Englisch)
German remembrance culture and power dynamics
Paralleluntertitel (Englisch)
the marginalization of the impact of World War II on North Africa
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
102 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Birgit Englert
Klassifikationen
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.00 Wissenschaft und Kultur allgemein. Allgemeines ,
15 Geschichte > 15.24 Zweiter Weltkrieg ,
15 Geschichte > 15.26 Alter Orient. Nordafrika
AC Nummer
AC17485281
Utheses ID
74541
Studienkennzahl
UA | 066 | 805 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1