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The impact of information on people's perceived benefit of disability insurance
Hannah Katharina Siegel
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Banking and Finance
Betreuer*in
Gyöngyi Loranth
DOI
10.25365/thesis.77795
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-22805.43941.224487-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit befasst sich mit der Berufsunfähigkeitsversicherung in Österreich. Dieses zentrale Versicherungsprodukt ist ein entscheidendes Instrument, um die finanzielle Resilienz österreichischer Haushalte zu gewährleisten, da die Absicherung über die grundlegende Einkommenssicherung des öffentlichen Pensionssystems hinausgeht, im Falle dass Personen nach dem Auftreten einer medizinischen Behinderung nicht mehr am Arbeitsmarkt teilnehmen können. Forscher des Wirtschaftsforschungsinstituts haben simuliert, dass insbesondere bei jungen BerufseinsteigerInnen und hochqualifizierten Personen erhebliche Einkommenslücken zu fürchten sind. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung kann die staatlichen Invaliditätspensionszahlungen aufbessern und so Haushalten ermöglichen, ihren gewohnten Lebensstandard zu halten. Trotzdem sind in österreich nur 4\% der erwerbstätigen Bevölkerung versichert, was darauf hindeutet, dass viele ÖsterreicherInnen nicht ausreichend gegen die finanziellen Risiken einer vorübergehenden oder dauerhaften Berufsunfähigkeit versichert sind. Diese Masterarbeit untersucht empirisch, ob ein Mangel an Informationen über gesundheitliche Risiken und staatliche Leistungen das niedrige Niveau der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung erklären kann. Um diese Fragestellung zu untersuchen wurde ein umfangreicher Forschungsansatz gewählt. Zunächst wurden Experteninterviews mit drei Stakeholdern aus Österreich durchgeführt, welche ein Versicherungsunternehmen (UNIQA), einen öffentlichen Standpunkt (AK, Arbeiterkammer) und den Verein für Konsumenteninformation (VKI) vertreten. Die Interviews ermöglichten wertvolle Einblicke in den Markt und die Fehlwahrnehmungen von KonsumentInnen und lieferten gleichzeitig sehr kritische Standpunkte zum Vorhandensein einer Unterversicherung, welche angesichts des großzügigen Sozialsystems und der sehr hohen Prämien, die zur Absicherung des Berufsunfähigkeitsrisikos erforderlich sind, zwischen den Expertinnen umstritten war. Die zweite und zentrale Methode basierte auf einer empirischen Online-Umfrage, deren Ziel es war, die Auswirkungen von Informationen auf das Verständnis und die Präferenzen der TeilnehmerInnen in Bezug auf die Berufsunfähigkeitsversicherung zu erheben. Die Umfrage umfasste eine informierte Gruppe ('treatment'), welche kurze Informationen über das durchschnittliche Berufsunfähigkeitsrisiko und die durchschnittlichen staatlichen Versicherungsleistungen erhielt und eine nicht informierte Gruppe ('control'), welche keine Informationen erhielt. Insgesamt umfasst die Stichprobe 215 Personen. Bei der Auswertung der Antworten zeigte sich, dass die TeilnehmerInnen der informierten Gruppe kein signifikant höheres Verständnis zeigten und nicht bereit waren, höhere Prämien zu zahlen, sodass sich die Antworten nicht signifikant von denen der nicht informierten Gruppe unterschieden. Als zentrales Ergebnis stellte sich somit heraus, dass die Bereitstellung von Informationen im Kontext der Berufsunfähigkeitsversicherung keinen statistisch signifikanten Effekt hatte. Dies führt zu der zentralen Schlussfolgerung, dass Informationsasymmetrien oder fehlende Transparenz nicht die Hauptursache für die geringe Versicherungsdurchdringung sind. Vielmehr wird angenommen, dass die Komplexität in der Entscheidungsfindung eine Rolle spielen könnte. Die empirische Studie hat jedoch erfolgreich zwei sekundäre Forschungsfragen im Zusammenhang mit dem Informationsbereitstellungsexperiment beantwortet. Bemerkenswert ist, dass eine statistisch signifikante Anzahl von Befragten in der Informationsgruppe ihre Überzeugungen aktualisierte, was den allgemeinen Ablauf des Informationsbereitstellungsexperiments bestätigte. Außerdem zeigte die Analyse der Schätzungen der nicht informierten und somit unvoreingenommenen Gruppe entgegen den weit verbreiteten Annahmen, dass nicht informierte Personen tatsächlich dazu neigen, staatliche Leistungen zu unterschätzen, aber Risiken nicht systematisch unterschätzen - dies stellt bisherige Annahmen stark in Frage. Insgesamt müssen bestimmte Einschränkungen anerkannt werden, die sich aus dem Sample bias hinsichtlich dem Alter, der Bildung und dem Geschlecht sowie aus der Tatsache ergeben, dass die Umfrage nur hypothetische Präferenzen und nicht das tatsächliche Verhalten von VerbraucherInnen misst, was die Verallgemeinerbarkeit der Ergebnisse einschränkt. Trotzdem kommt die Arbeit zu dem Schluss, dass Informationsbarrieren zwar nicht als Hauptursache identifiziert werden konnten, jedoch eine Vereinfachung von Entscheidungsprozessen durch bessere Informationskampagnen und Versicherungsbildung Bildungspolitiken erwünscht sind, um die Versicherungsdurchdringung der Berufsunfähigkeitsversicherung zu verbessern und die finanziellen Risiken in österreichischen Haushalten zu verringern.
Abstract
(Englisch)
This master thesis focuses on occupational disability insurance in Austria. This insurance product is a critical instrument for ensuring financial resilience that goes beyond the basic income protection offered in the public pension system when individuals become unable to participate in the labor market after the onset of a medical disability. Austrian economic researchers have shown significant income gaps to be present, especially for young onsets and highly skilled workers. While private occupational disability insurance may supplement public pension payments and enable households to protect their livelihoods, only 4% of the working population in Austria is insured such that many Austrians may be underinsured against the financial risks associated with a temporary or permanent disability. This master thesis empirically assesses if potentially a lack of adequate information about risks and public state benefits may explain the low levels of disability insurance. To investigate the issue, an extensive research approach was performed. First, expert interviews were conducted with three stakeholders from Austria representing an insurance company (UNIQA), a public viewpoint (AK, chamber of labor) and a consumer protection institute (VKI). The interviews enabled valuable insights into the market and consumer misperceptions and at the same time provided very critical viewpoints on the presence of underinsurance, which is debatable given the generous welfare system as well as very high premiums required to insure against the disability risk. The second and central method was based on an empirical online survey with the goal to assess the impact of targeted informational provision on participants' understanding and preferences regarding disability insurance. The survey design was based on an informed group (treatment) group which received information about average disability risks and public insurance benefits and an uninformed (control) group that did not, with 215 participants from Austria. In testing participant’s responses, however the results showed that individuals in the informed group did not demonstrate significantly higher levels of understanding and were not willing to pay a higher premium and their responses did not significantly differ from the uninformed group. As a main key finding, information provisioning had no statistically significant effect in the context of disability insurance, which leads to the central conclusion that information asymmetries or missing transparency do not appear to be the key factor influencing insufficient disability insurance uptake. It is believed that rather behavioral complexities involved in decision making could be at fault. However, the empirical study successfully addressed two secondary research questions related to the information provisioning experiment itself. Notably, a statistically significant number of respondents in the information group updated their beliefs, which proved the general set-up of an information provisioning experiment. Further, contrary to prevailing assumptions and as proven by the analysis of the obtained estimations from the uninformed and unbiased group, uninformed individuals are actually more likely to underestimate state benefits and do not systematically underestimate risk – this strongly challenges previous assumptions taken. Overall, certain limitations must be acknowledged, stemming from a sample bias on age, education and gender as well as the survey measuring only hypothetical preferences rather than actual consumer behavior, which may limit the ability of generalization of the findings. The thesis concludes that while informational barriers were not identified as the root cause, simplifying the decision making processes with informational and educational policies is required, with the goal of improving insurance uptake and reducing financial vulnerabilities among Austrian households.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Berufsunfähigkeitsversicherung Informationsexperiment Controllgruppe und Treatmentgruppe Umfrage Versicherung Österreich
Schlagwörter
(Englisch)
disability insurance occupational disability insurance information provision experiment control and treatment survey insurance Austria
Autor*innen
Hannah Katharina Siegel
Haupttitel (Englisch)
The impact of information on people's perceived benefit of disability insurance
Paralleltitel (Deutsch)
Der Einfluss von Informationen auf die Wahrnehmung einer Berufsunfähigkeitsversicherung
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
166 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Gyöngyi Loranth
Klassifikation
83 Volkswirtschaft > 83.70 Banken. Versicherungen
AC Nummer
AC17450083
Utheses ID
74655
Studienkennzahl
UA | 066 | 974 | |
