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Das "Steinknie" in Piesendorf: Geschichtsschreibung, - erinnerung und rituelles Artefakt
haptisches Ritual mit einer steinernen Reliquie: Kult der Dinge in der Piesendorfer Klamm
Magdalena Mayr
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Theater-, Film- und Medienwissenschaft
Betreuer*in
Brigitte Marschall
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.77963
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-10789.54726.240656-7
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit untersucht das Piesendorfer „Steinknie“, eine geologische Besonderheit in der Piesendorfer Klamm, als materielle und immaterielle Reliquie sowie als Ort ritueller Praktiken. Im Mittelpunkt steht die wissenschaftliche Aufarbeitung dieses bislang nur mündlich überlieferten Phänomens, das tief in den lokalen Traditionen der Piesendorfer*innen verwurzelt ist. Das „Steinknie“ wird einerseits als stationäre Pilgerstätte und generationenübergreifende „Idee fixe“ betrachtet, andererseits als ein Ort der Geschichtserinnerung und -vergessenheit, wie ihn Walter Benjamin und Michel de Certeau beschreiben. Die Arbeit analysiert das rituelle Hineinknien vor dem Hintergrund kulturwissenschaftlicher Medienforschung, Ritualtheorien und der Performance Studies. Zentrale Bezugspunkte sind die Konzepte der Liminalität und Communitas von Victor Turner und die Theorien zu (Anti-)Ritualismus von Mary Douglas. Das „Steinknie“ fungiert als mediales Gefüge, das kollektive Identitäten und transgenerationale Erinnerungen stützt. Durch die Analyse des Steins als physisches Bild verdrängter Geschichte wird aufgeschlüsselt, wie sich haptische Rituale und materielle Objekte als Träger symbolischer Bedeutung und kultureller Überlieferung etablieren. Magdalena Mayr zeigt, wie sich die Praxis des Hineinkniens aus einer spirituellen, historischen und sozialen Perspektive deuten lässt. In Anlehnung an Walter Benjamins „Engel der Geschichte“ wird das „Steinknie“ als ein Ort betrachtet, der nicht nur die Vergangenheit bewahrt, sondern auch neue narrative Deutungen ermöglicht. Die Einbettung des Rituals in einen zeitgenössischen Kontext zeigt, dass es trotz des Verlustes des ursprünglichen Bedeutungsgehaltes weiterhin als Symbol gesellschaftlicher und kultureller Aushandlungen fungiert. Abschließend wird ein „Tigersprung der Geschichte“ vorgeschlagen, der das „Steinknie“ als Ausgangspunkt für neue Formen des Erinnerns und Gedenkens nützt.
Abstract
(Englisch)
This work examines the Piesendorf “Steinknie”, a geological feature in the Piesendorf gorge, as a material and immaterial relic and as a place of ritual practices. The focus is on the scientific analysis of this phenomenon, which has so far only been passed down orally and is deeply rooted in the local traditions of the people of Piesendorf. The “Steinknie” is seen on the one hand as a stationary pilgrimage site and a cross-generational “idea fixe”, and on the other as a place of historical memory and forgetfulness, as described by Walter Benjamin and Michel de Certeau. The work analyzes ritual kneeling against the background of cultural studies media research, ritual theories and performance studies. Central points of reference are the concepts of liminality and communitas by Victor Turner and the theories of (anti-)ritualism by Mary Douglas. The “Steinknie” functions as a medial structure that supports collective identities and transgenerational memories. By analyzing the stone as a physical image of repressed history, the paper breaks down how haptic rituals and material objects establish themselves as carriers of symbolic meaning and cultural tradition. Magdalena Mayr shows how the practice of kneeling down can be interpreted from a spiritual, historical and social perspective. Following Walter Benjamin's “Angel of History” (Engel der Geschichte), the “Steinknie” is seen as a place that not only preserves the past, but also enables new narrative interpretations. Embedding the ritual in a contemporary context shows that it continues to function as a symbol of social and cultural negotiation despite the loss of its original meaning. Finally, a “tiger's leap of history” (Tigersprung der Geschichte) is proposed, which uses the “Steinknie” as a starting point for new forms of remembrance and commemoration.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Ritualtheorien Geschichtsschreibung Geschichtserinnerung Ritualforschung Walter Benjamin Mary Douglas Michel De Certeau Steinknie
Autor*innen
Magdalena Mayr
Haupttitel (Deutsch)
Das "Steinknie" in Piesendorf: Geschichtsschreibung, - erinnerung und rituelles Artefakt
Hauptuntertitel (Deutsch)
haptisches Ritual mit einer steinernen Reliquie: Kult der Dinge in der Piesendorfer Klamm
Paralleltitel (Englisch)
The "Steinknie" in Piesendorf: historiography, memory and ritual artifact
Paralleluntertitel ()
haptic ritual with a stone relic: the cult of things in the Piesendorf gorge
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
97 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Brigitte Marschall
Klassifikationen
08 Philosophie > 08.43 Geschichtsphilosophie ,
20 Kunstwissenschaften > 20.21 Religion. Magie ,
20 Kunstwissenschaften > 20.24 Gesellschaft. Kultur
AC Nummer
AC17469181
Utheses ID
74881
Studienkennzahl
UA | 066 | 583 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1