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Sohn einer Geliebten, Herrscher eines Landes
Veronika Haladova
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Historische Hilfswissenschaften und Archivwissenschaft
Betreuer*in
Christina Lutter
Mitbetreuer*in
Philippe Buc
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.78128
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-15775.56241.112717-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit befasst sich mit der Rolle polygyner Systeme in der Nachfolge unehelicher Söhne in zwei vormodernen Dynastien, der Karolingischen Dynastie (600-900) und der Dynastie in Heian Japan (780-1195). Der Fokus liegt auf dem Zusammenhang zwischen unehelicher Geburt und Herrschaft in den Narrativen der zeitgenössischen Geschichtsschreibung. Meine Forschung legt nahe, dass ein offen praktiziertes, polygynes Beziehungssystem Dynastien und ihren Interessensgruppen eine Flexibilität bei der Schaffung von Ad Hoc Lösungen ermöglichte, wenn die traditionelle Nachfolge aufgrund dynastischer Krisen nicht möglich war. Ich analysiere die Machtergreifung von vier Herrschern (Arnulf von Kärnten (um 850-899), Zwentibold (870-900), Taira no Kiyomori (1118-1181), Takakura (1161-1181), die laut zeitgenössischen Quellen außerehelicher Herkunft waren. Der Schwerpunkt liegt auf der Rolle der polygynen Beziehungen in der Dynastie und der mütterlichen Abstammung bei der Konstruktion ihrer Legitimität. Alle vier Herrscher waren Ausnahmeerscheinungen, die in einer Zeit politischer Unruhen regierten, die zudem neue Möglichkeiten für aufstrebende Eliten eröffneten. Der historische Vergleich zwischen unterschiedlichen kulturellen Zusammenhängen verdeutlicht, dass diese Art der Polygynie, bei der die Ehe parallel zu außerehelichen Beziehungen geführt wurde und bei der alle Beziehungen gesellschaftlich als eine Form der Partnerschaft anerkannt wurden, ähnliche Möglichkeiten für die Kontinuität von Dynastien geschaffen hat. Besonders als die durch die Ehe geknüpften Netzwerke im Zuge politischer Unruhen sich zu einem Nachteil entwickelten, wurde die Herrschaft unehelicher Söhne als eine Zwischenlösung zwischen der etablierten Dynastie und neuen Eliten dargestellt.
Abstract
(Englisch)
This study deals with the role polygynous systems played in the succession of sons born out of wedlock in two pre-modern dynasties, the Karolingian Dynasty (600-900) and the Dynasty in Heian Japan (780-1195). The focus lies on the connection between illegitimate birth and rulership in the narratives of contemporary historiography. My research suggests that an openly practiced polygynous relationship system enabled dynasties and their stakeholders to be more flexible in creating ad hoc solutions, when traditional succession was not possible due to dynastic crises. Hence, I analyse the rise to power of four rulers (Arnulf von Kärnten (um 850-899), Zwentibold (870-900), Taira no Kiyomori (1118-1181), Takakura (1161- 1181)), who were, according to contemporary sources, born out of wedlock, with a focus on the role of dynastic polygyny and maternal descent in the construction of their legitimacy. All four ruler represent exceptions that emerged in a time of political turmoil, which created new opportunities for rising elites. The historical comparison between the two cultural settings shows that this type of polygyny, in which marriage occurs parallel to out-of-wedlock relationships and in which all relationships are socially recognized as a form of partnership, created similar opportunities for the continuity of a dynasty. Especially when the connections made by marriage became a hindrance against the backdrop of political turmoil, the rule of out-of-wedlock sons became an in-between solution between the established dynasty and new elites.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Polygynie uneheliche Herrscher Konkubinat dynastische Sukzession Karolinger Heian Japan Dynastische Kontinuität Historische Komparatistik Mediävistik Polygamie
Schlagwörter
(Englisch)
Polygyny Illegitimate Rulers Concubinage Dynastic Succession Carolingians Heian Japan Dynastic Continuity Historical Comparative Studies Medieval Studies Polygamy
Autor*innen
Veronika Haladova
Haupttitel (Deutsch)
Sohn einer Geliebten, Herrscher eines Landes
Paralleltitel (Englisch)
The son of a mistress, the ruler of a realm
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
133 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Christina Lutter
Klassifikation
15 Geschichte > 15.31 Frühes Mittelalter
AC Nummer
AC17484834
Utheses ID
74963
Studienkennzahl
UA | 066 | 804 | |
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