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Konversion in Asylverfahren und die Herausforderungen beim Dolmetschen
Nun sag, wie hast du's mit der Religion?
Hedieh Sabelko
Art der Arbeit
Master-Thesis (ULG)
Universität
Universität Wien
Fakultät
Postgraduate Center
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Universitätslehrgang Dolmetschen für Gerichte und Behörden (MA)
Betreuer*in
Ivana Havelka
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.77972
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-20374.49385.982717-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Masterthesis nimmt Goethes berühmte Frage aus Faust – ‚Nun sag’, wie hältst du’s mit der Religion?‘ – zum Ausgangspunkt, um die Prüfung religiöser Konversionen iranischer Asylsuchender zu untersuchen. Besonderes Augenmerk gilt hierbei den Herausforderungen für Dolmetscher:innen im Sprachenpaar Deutsch–Farsi, die sich im Spannungsfeld zwischen terminologischer Präzision, kultureller Sensibilität sowie theologischen und ethischen Fragestellungen bewegen. Die Problematik der Konversion als Fluchtgrund liegt darin, dass sie im Gegensatz zu anderen Fluchtgründen eine innere Glaubenseinstellung betrifft, die sich nur schwer objektiv nachweisen lässt. Während andere Fluchtgründe oft durch externe Belege oder Zeugenaussagen untermauert werden können, basiert die Prüfung einer Konversion auf der Einschätzung der „inneren Überzeugung“ einer Person. Dies macht die Entscheidungsfindung durch Behörden und Gerichte besonders anspruchsvoll. Die vorliegende Arbeit zeigt, dass in Verfahren zur Glaubwürdigkeitsprüfung keine standardisierten Kriterien bestehen, weshalb subjektive Einschätzungen der Entscheidungsträger:innen entscheidend sind. Aus translatorischer Sicht kommt der sprachlichen Vermittlung durch Dolmetscher:innen dabei eine Schlüsselrolle zu, da sie maßgeblich beeinflusst, wie authentisch eine religiöse Konversion wahrgenommen und bewertet wird. Methodisch basiert die Arbeit auf einem qualitativen Forschungsdesign mit Expertenbefragungen aus den Bereichen Justiz, Rechtswissenschaft, Theologie und Asylrecht. Die Ergebnisse zeigen, dass Dolmetscher:innen nicht nur exzellente Sprachkenntnisse, sondern auch ein fundiertes Verständnis theologischer Terminologien und interkulturelle Kompetenz benötigen. Fehldolmetschungen oder terminologische Ungenauigkeiten können gravierende Auswirkungen auf die Glaubwürdigkeitsprüfung haben und zu Fehlentscheidungen führen. Zudem wurde deutlich, dass die Neutralität der Dolmetscher:innen eine essenzielle Rolle spielt. Behörden, Gerichte und Organisationen sind gefordert, auf diese Problematik zu reagieren, ein stärkeres Bewusstsein für die Bedeutung von Religion in Asylverfahren zu entwickeln und dabei ihre eigene religiöse Wahrnehmung nicht in die Entscheidungsfindung einfließen zu lassen. Gleichzeitig erfordert die Qualitätssicherung der Dolmetschleistung weitere Optimierung, um eine sachgerechte und neutrale Vermittlung der Aussagen von Asylwerber:innen zu gewährleisten. Zudem zeigt die Untersuchung, dass die Frage eines möglichen Asylmissbrauchs in Konversionsfällen eine zentrale Rolle in der behördlichen und gerichtlichen Beweiswürdigung spielt. Eine sachgerechte Beurteilung setzt nicht nur eine qualitativ hochwertige und neutrale Dolmetschleistung voraus, sondern auch eine verstärkte Sensibilisierung aller Beteiligten für die vielschichtigen Dimensionen eines Glaubenswechsels.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Konversion Dolmetschen Asylverfahren
Autor*innen
Hedieh Sabelko
Haupttitel (Deutsch)
Konversion in Asylverfahren und die Herausforderungen beim Dolmetschen
Hauptuntertitel (Deutsch)
Nun sag, wie hast du's mit der Religion?
Paralleltitel (Englisch)
So tell me, how do you stand with religion?
Paralleluntertitel (Englisch)
conversion in asylum procedures and the challenges of interpreting
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
141 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ivana Havelka
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.45 Übersetzungswissenschaft
AC Nummer
AC17469327
Utheses ID
75023
Studienkennzahl
UA | 992 | 883 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1