Detailansicht
Zwischen Reparationsversprechen und Realität
Entschädigungen für die Opfer der US-Atombomben auf den Marshallinseln
Elisa Leclerc
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Internationale Entwicklung
Betreuer*in
Eva-Maria Muschik
DOI
10.25365/thesis.77969
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-22867.60725.226986-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Zwischen 1946 und 1958 wurden auf dem Gebiet der heutigen Marshallinseln insgesamt 68 Atombomben im Rahmen eines US-amerikanischen Nukleartestprogramms detoniert. Das damalige Treuhandgebiet Pazifische Inseln, aus dem später die heutigen Marshallinseln hervorgegangen sind, stand nach dem zweiten Weltkrieg unter US-amerikanischer Verwaltung und wurde von den USA für militärische Zwecke genutzt. Aufgrund der Atombombentestungen war die lokale Bevölkerung Zwangsumsiedlungen ausgesetzt und kämpft bis heute mit den gesundheitlichen, sozialen und umweltlichen Folgen der Nukleartestungen. Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Entschädigungen, die die Betroffenen der US-Atombombentestungen im Rahmen eines Assoziierungsvertrags zwischen den Marshallinseln und den USA erhalten haben. Zusätzlich werden die getätigten Entschädigungen aus der Perspektive der Transitional Justice-Theorie beleuchtet. Dabei zeigt sich, dass die Entschädigungen in vielfacher Hinsicht unzureichend waren. Insbesondere wurde nur ein Bruchteil der versprochenen Kompensationssumme ausgezahlt. Dies liegt an der unzureichenden Finanzierung des Treuhandfonds, der für die Auszahlung der Entschädigungen angelegt wurde. Darüber hinaus waren die Entschädigungen vor allem finanzieller Natur und ließen andere mögliche Reparationsformen weitgehend unberücksichtigt. Damit erfüllen sie nicht die Anforderungen an Transitional Justice, da die Entschädigungen keinerlei umfassende Mechanismen zur Anerkennung von Verantwortung, öffentliche Entschuldigung oder strukturelle Reformen enthalten. Im Fall der Marshallinseln blieb es bei begrenzten finanziellen Auszahlungen, die weder die volle versprochene Summe abdeckten noch die langfristigen, weitreichenden sozialen und ökologischen Folgen angemessen adressierten.
Abstract
(Englisch)
Between 1946 and 1958, a total of 68 atomic bombs were detonated on the territory of what is now the Marshall Islands as part of a US nuclear test program. The then Trust Territory of the Pacific Islands, from which today's Marshall Islands later emerged, was under US administration after the Second World War and was used by the USA for military purposes. Due to the nuclear bomb tests, the local population was subjected to forced relocation and is still struggling with the health, social and environmental consequences of the nuclear tests. This master's thesis examines the compensation received by those affected by the US nuclear bomb tests as part of an association agreement between the Marshall Islands and the USA. In addition, the compensation paid is examined from the perspective of transitional justice theory. This shows that the compensation was inadequate in many respects. In particular, only a fraction of the promised compensation was paid out. This is due to the inadequate financing of the trust fund set up for the payment of compensation. Furthermore, the compensation was primarily of a financial nature and largely ignored other possible forms of reparation. As such, they do not meet the requirements of transitional justice, as the reparations do not contain any comprehensive mechanisms for recognizing responsibility, public apologies or structural reforms. In the case of the Marshall Islands, limited financial payments were made that neither covered the full amount promised nor adequately addressed the long-term, far-reaching social and environmental consequences.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Entschädigungen Reparationen Kompensationen Kolonialverbrechen Atomtestungen Nukleartestungen Nuklearkolonialismus Transitional Justice
Schlagwörter
(Englisch)
Compensation Reparation Colonial crimes Nuclear testing Nuclear colonialism Transitional justice
Haupttitel (Deutsch)
Zwischen Reparationsversprechen und Realität
Hauptuntertitel (Deutsch)
Entschädigungen für die Opfer der US-Atombomben auf den Marshallinseln
Paralleltitel (Englisch)
Between promised reparations and reality
Paralleluntertitel (Englisch)
compensation for the victims of the US nuclear bombs in the Marshall Islands
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
133 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Eva-Maria Muschik
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.87 USA ,
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.02 Philosophie und Theorie der Sozialwissenschaften
AC Nummer
AC17469267
Utheses ID
75073
Studienkennzahl
UA | 066 | 589 | |
