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Sex-specific parental intraguild predation risk affects offspring personality in predatory mites
Mustafa Altintas
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Lebenswissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Ecology and Ecosystems
Betreuer*in
Peter Schausberger
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.79005
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-16026.70235.918635-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Tieren wird Persönlichkeit zugeschrieben, wenn sie wiederholbar in ihren Verhaltensweisen sind (repeatability). Das Phänomen tierischer Persönlichkeiten (animal personality) beschreibt konsistente Verhaltensweisen innerhalb eines Individuums, die zwischen den Individuen einer Gruppe über Zeit und Kontext hinweg variieren. Tierische Persönlichkeiten können entweder eine Reaktion auf Umweltfaktoren sein und/oder genetisch bedingt sein. Die wichtigsten Umweltfaktoren, die die Persönlichkeit eines Individuums beeinflussen, sind die sozialen Bedingungen, die Verfügbarkeit von Nahrung und das Prädationsrisiko. Umweltfaktoren können die Persönlichkeit von Tieren in jedem Lebensstadium und in jeder Lebensphase beeinflussen, aber die ausgeprägtesten und nachhaltigsten Auswirkungen werden häufig durch Erfahrungen in der frühen Lebensphase verursacht. Während sich viele Studien damit befassten, wie sich Erfahrungen in der frühen Lebensphase auf die Persönlichkeit von Tieren im späteren Leben auswirken, sind die transgenerationalen Auswirkungen von Erfahrungen in der frühen Lebensphase noch wenig erforscht. Diese Masterarbeit untersuchte die geschlechtsspezifischen elterlichen Auswirkungen auf die Wiederholbarkeit von Risikobereitschaft, Explorationsverhalten und Geselligkeit (Soziabilität) der Nachkommen in der gruppenlebenden Raubmilbe Phytoseiulus persimilis. Zu diesem Zweck wurden die Elterntiere in ihrer frühen Lebensphase dem Risiko von Intragilden Prädation (IGP; intraguild predation) ausgesetzt oder nicht. IGP kann nachweislich die Persönlichkeit von P. persimilis beeinfluss en, insbesondere in Bezug auf Risikobereitschaft und Aktivität. Die Versuchstiere waren die Nachkommen von vier Elternpaartypen (parental treatments), die jeweils durch die IGP-Erfahrung (+ ja, - nein) der Mutter (F, female) und des Vaters (M, male) definiert wurden: F+M+, F+M-, F-M+, und F-M-. Dieses experimentelle Design ermöglichte die Untersuchung des geschlechtsspezifischen elterlichen Einflusses von IGP Erfahrung auf die mittlere Ausprägung von Verhaltensmerkmalen der Nachkommen sowie auf deren Persönlichkeit. Auf Populationsebene beeinflusste die väterliche IGP-Erfahrung in der frühen Lebensphase signifikant die Risikobereitschaft der Nachkommen, während die mütterliche IGP-Erfahrung die Aktivität, Geselligkeit und Eiproduktion beeinflusste. Die durchschnittliche Explorationsfreudigkeit der Nachkommen wurde durch die IGP-Erfahrung der Eltern nicht beeinflusst. Die Intraklassen-Korrelationskoeffizienten (ICC; intraclass correlation coefficient) zeigten, dass die Persönlichkeit der Nachkommen in Bezug auf Risikobereitschaft und Explorationsverhalten von den elterlichen IGP-Erfahrungen beeinflusst wurde. Über alle Elternpaartypen (parental treatments) waren die Nachkommen wiederholbar in ihrer Risikobereitschaft, aber weniger, wenn beide Elternteile Erfahrung mit IGP-Risiko hatten (F+M+). Die Wiederholbarkeit im Explorationsverhalten wurde in erster Linie durch die mütterliche IGP-Erfahrung bestimmt. Die mittlere Soziabilität der Nachkommen wurde durch die IGP-Erfahrung der Mutter signifikant beeinflusst, aber keine der elterlichen Erfahrungen mit IGP Risiko führte zu einer signifikanten Wiederholbarkeit der Soziabilität bei den Nachkommen. Die Eiproduktion der Nachkommen wurde signifikant von der mütterlichen IGP-Erfahrung beeinflusst und geringfügig von der väterlichen IGP-Erfahrung, wobei die geringste Reproduktionsleistung beobachtet wurde, wenn die Mütter, aber nicht ihre Partner, einem IGP-Risiko ausgesetzt waren. Insgesamt deuten die Ergebnisse meiner Arbeit darauf hin, dass elterliche IGP-Erfahrungen im frühen Lebensalter geschlechtsspezifische Auswirkungen auf die mittleren Verhaltensmerkmale der Nachkommen sowie auf ihre Persönlichkeit haben können. Die Ergebnisse unterstreichen die Komplexität transgenerationaler Effekte, wobei entweder mütterliche oder väterliche oder beide Einflüsse unterschiedlich zur Merkmalsausprägung in den Nachkommen beitragen. Studien die zeigen wie die elterlichen Erfahrungen die Persönlichkeit der Nachkommen beeinflussen und formen können, sind wichtig, um die Entstehung und Ausbildung von tierischen Persönlichkeiten zu entschlüsseln.
Abstract
(Englisch)
Animal personality, i.e. behavioural repeatability, refers to consistent within-individual behaviours that vary among individuals across time and contexts. Animal personalities can either be a response to environmental factors and/or be genetically determined. Major environmental contexts shaping an individual’s personality are the social conditions, diet availability, and predation risk. Environmental factors can influence animal personality at any life stage and phase, but the most pronounced and lasting effects are often caused by early-life experiences. While many studies focused on how early-life experiences affect animal personality later in life, the transgenerational effects of early-life experiences remain poorly understood. This study investigated sex-specific parental effects on offspring’ repeatability in boldness, exploration, and sociability in the group-living predatory mite Phytoseiulus persimilis. To this end, I exposed the parents in early life to intraguild predation (IGP) risk or not, as IGP has been shown to influence the personality of P. persimilis, particularly in terms of boldness (risk-taking) and activity. The experimental animals emerged from four parental treatments, defined by IGP experience (+ yes, - no) of the mother (F, female) and father (M, male): F+M+, F+M-, F-M+, and F-M-. This design allowed examining the sex-specific parental influence of IGP on mean behavioural trait expression of offspring as well as their personality. At the population level, paternal early-life IGP experience significantly influenced offspring boldness, while maternal IGP experience influenced activity, sociability, and egg production. Offspring mean exploration was not influenced by parental IGP experience. Intraclass Correlation Coefficients (ICCs) revealed that offspring’ personality in boldness and exploration were influenced by parental IGP experiences. Pooled across parental treatments, offspring were repeatable in boldness but less so when both parents had IGP risk experience (F+M+). Repeatability in exploration was primarily mediated by maternal IGP experience. Mean sociability was significantly influenced by maternal IGP experience, but neither parental treatment resulted in significant offspring’ repeatability in sociability. Egg production was significantly influenced by maternal IGP experience, and marginally significantly by paternal experiences with the lowest reproductive output observed when mothers but not their mates had been exposed to IGP risk. Overall, the results of this thesis suggest that parental early-life IGP experience can have parental sex-specific impacts on offspring mean behavioural traits as well as their personality. The findings highlight the complexity of transgenerational effects, with either maternal or paternal or both influences contributing differently to trait expression. Understanding how parental experiences can shape offspring personality is important for unravelling the pathways mediating animal behaviour and how personality traits develop across generations. This research provides insights into the complexities of how environmental stressors and parental experiences can shape the behaviour of future generations, contributing to further our understanding of animal personality occurrence and evolution.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Tierische Persönlichkeit Risikobereitschaft Exploration Soziabilität Intragildenprädation Elterliche Effekte Raubmilben Frühe Lebenserfahrung
Schlagwörter
(Englisch)
Animal Personality Boldness Exploration Sociability Intraguild Predation Parental Effects Early-life Experience Predatory Mites
Autor*innen
Mustafa Altintas
Haupttitel (Englisch)
Sex-specific parental intraguild predation risk affects offspring personality in predatory mites
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
65 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Peter Schausberger
Klassifikation
42 Biologie > 42.99 Biologie. Sonstiges
AC Nummer
AC17608907
Utheses ID
75280
Studienkennzahl
UA | 066 | 833 | |
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