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Erforschung von Erdbeben in der Habsburgermonarchie von 1895 bis 1919
Erdbebenberichte aus der Bevölkerung und Berichte von ehrenamtlichen Erdbebenreferenten - Vorreiter für Citizen Science?
Florian Zechmayer
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Lehramt Sek (AB) Unterrichtsfach Biologie und Umweltbildung Unterrichtsfach Geschichte und Politische Bildung
Betreuer*in
Martin Scheutz
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.78130
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-17898.66185.449682-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit untersucht die Organisation und Handhabung des permanenten Beobachtungsnetzes der österreichischen Erdbebenkommission und später des Österreichischen Erdbebendienstes durch Bebenberichte freiwilliger Laienbeobachter*innen in der Habsburgermonarchie in den Jahren von 1895 bis 1919 in Hinblick auf eine mögliche Vorreiterrolle für ein frühes Citizen Science-Projekt. Dafür wurde eine umfassende Literatur- und Quellenrecherche, eine Analyse von 1.478 Bebenmeldungen freiwilliger Bebenbeobachter*innen und ein Vergleich dieses historischen Projektes mit den Qualitätskriterien für heutige Citizen Science-Projekte durchgeführt. Folgende Erkenntnisse wurden im Verlauf dieser Arbeit gewonnen: Vor 1895 stammten Bebenberichte aus Annalen, Chroniken (sowohl weltlich als auch geistlich), persönlichen Notizen oder Meldungen in diversen Zeitungen. Weiters fand die Bebenberichterstattung mittels persönlicher Befragungen durch Wissenschaftler am Ort des stattgefundenen Erdbebens statt. Ab 1895, mit der Gründung des Österreichischen Erdbebendienstes, erfolgten die Bebenmeldungen überwiegend durch männliche Bebenbeobachter, die zu einem großen Teil dem Bildungsbürgertum angehörten, wobei die größte Gruppe dabei von männlichen Lehrern dargestellt wurde. Bezüglich der Art der Bebenmeldung bevorzugten männliche Beobachter ab der Einführung der Fragebogenkarten diese zur Bebenmeldung, weibliche Beobachterinnen präferierten Bebenmeldungen per Brief oder Postkarte. Zum heutigen Zeitpunkt erfolgen Bebenmeldungen durch Bebenbeobachter*innen durch einen online-Fragebogen auf der Website der GeoSphere Austria. Dessen Fragen entsprechen inhaltlich noch zu einem großen Teil dem Fragebogen aus dem Jahr 1914. Im untersuchten Zeitraum (1895 – 1919) wäre es, ohne die Unterstützung freiwilliger Beobachter*innen, nicht möglich gewesen umfassende und wichtige Informationen über ein stattgefundenes Beben vom Ort des Geschehens zu erhalten. Die Organisation und Handhabung der Erdbebenberichterstattung in Österreich der Jahre 1895 bis 1919 entsprechen weitgehend den heutigen Citizen Science-Kriterien. Deshalb kann die damalige Form der Berichterstattung als Vorläufer der heutigen Citizen Science Projekte betrachtet werden.
Abstract
(Englisch)
This thesis examines the organisation and handling of the permanent observation network of the Austrian Earthquake Commission and later of the Austrian Seismological Service through quake reports by volunteer observers in the Habsburg Monarchy in the years from 1895 to 1919 with regard to a possible pioneering role for an early citizen science project. For this purpose, a comprehensive literature and source research, an analysis of 1,478 quake reports by voluntary quake observers and a comparison of this historical project with quality criteria for today's citizen science projects were carried out. The following findings and conclusions were drawn from this work: Before 1895, earthquake reports came from annals, chronicles (both secular and clerical), personal notes or reports in various newspapers. Furthermore, earthquakes were reported by means of personal interviews with scientists at the site of the earthquake. From 1895 onwards, when the Austrian Earthquake Service was founded, earthquake reports were predominantly made by male observers, most of whom belonged to the educated middle classes, with the largest group being male teachers. With regard to the type of earthquake report, male observers favoured questionnaire cards for reporting since the time they were introduced, while female observers preferred to report earthquakes by letter or postcard. At present, earthquake observation reports are notified using an online questionnaire on the GeoSphere Austria website. The content of the questions still largely corresponds to the questionnaire from 1914. Without the support of volunteer observers, it would not have been possible to obtain comprehensive and important information about an earthquake from the site of the event during the period under investigation (1895 – 1919). The organization and handling of earthquake reports in Austria between 1895 and 1919 largely correspond to today's citizen science criteria. Therefore, the form of reporting at that time can be regarded as the precursor of today's citizen science projects.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Erdbeben ZAMG Citizen Science Intensität GeoSphere Austria Geschichte
Schlagwörter
(Englisch)
Earthquake ZAMG GeoSphere Austria History Citizen Science Intensity
Autor*innen
Florian Zechmayer
Haupttitel (Deutsch)
Erforschung von Erdbeben in der Habsburgermonarchie von 1895 bis 1919
Hauptuntertitel (Deutsch)
Erdbebenberichte aus der Bevölkerung und Berichte von ehrenamtlichen Erdbebenreferenten - Vorreiter für Citizen Science?
Paralleltitel (Englisch)
Research of earthquakes in the Habsburg monarchy from 1895 to 1919
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
290 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Martin Scheutz
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.60 Schweiz. Österreich-Ungarn. Österreich ,
38 Geowissenschaften > 38.15 Historische Geologie. Allgemeines
AC Nummer
AC17484865
Utheses ID
75310
Studienkennzahl
UA | 199 | 502 | 511 | 02
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1