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Krisenregion Darfur
Kriterien des internationalen humanitären Eingreifens und Entwicklungsperspektiven im internationalen Vergleich : eine sicherheitspolitische und entwicklungspolitische Analyse mit dem Aufzeigen afrikanischer Perspektiven
Benedikt Gamillscheg
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Michael Zach
DOI
10.25365/thesis.8359
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29115.25626.762762-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
In dieser Diplomarbeit erkennen wir ein großes Forschungsfeld. Es ist nicht möglich, Kriterien für humanitäre Interventionen zu bearbeiten ohne über den historischen Hintergrund nachzudenken und ohne die tiefergehende Motivation dahinter zu berücksichtigen.
Im Hauptteil der Arbeit werden drei Fragestellungen diskutiert: Kriterien humanitärer Interventionen, Motivationen für oder gegen eine Intervention und weitergehende Entwicklungsperspektiven nach der Intervention. Als konkretes
Beispiel für diese Fragen wird die Situation in Darfur, in der Region des Sudan und Zentralafrikas, heranngezogen: von der lokalen – bis hin zur globalen Ebene.
Ein anderer Aspekt der Arbeit ist die afrikanische Perspektive: hier werden neue Aspekte von afrikanischen Friedenstruppen im Bereich von Peacekeeping und humanitärer Intervention an sich untersucht. Um die Fragestellungen der Arbeit konkret zu diskutieren werden einige Mächte in der Region von Zentralafrika dargestellt.
Zum Beispiel wird im Fall der USA diskutiert, ob der Einfluss von Somalia in der heutigen Intervention immer noch vorhanden ist und ob – bzw. wie – Obama die US – Politik hin zu einer neuen Öffnung hin zu humanitären Aspekten und zur UNO generell verändern kann. Im Fall von Frankreich und der
EU wird aufgezeigt, dass immer noch ein starker historischer, kolonialer Einfluss zu sehen ist. China ist ein gutes Beispiel für eine versteckte Agenda internationaler Politik: es interveniert nicht offiziell, aber sehr stark inoffiziell: in ökonomischer Weise.
Hier hat China wirklich großen Einfluss in der Region und könnte ein neuer Partner Afrikas werden, gegen die westlichen Mächten gerichtet. Alle diese Aspekte zeigen uns eine sehr komplexe Situation, die ein komplexes System benötigt um
analysiert zu werden. So habe ich ein neues System im Feld der humanitären Intervention entwickelt, dass ich den „Interventionsvulkan“ genannt habe.
In diesem System sind historische Hintergründe ein
Grund für aktuelle Motivationen, Kriterien – mit einem Filter der Vermarktung der Intervention – folgen. Danach geschieht die reale Intervention, mit einem Vulkanausbruch vergleichbar: sie bringt Nachteile (Zerstörung) und (oder) Verbesserungen (fruchtbares Erdreich). Es besteht eine enge Verbindung zu weiterführenden Entwicklungsperspektiven. Intervention und
Entwicklungsperspektiven beeinflussen nun neue Kriterien und neue Motivationen. Wie Wasser, das versickert, sinkt der Effekt der Intervention ab und wird zu einer neuen Schicht des historischen Hintergrundes.
Im Fall von Darfur sehen wir, dass humanitäre Interventionen ein gutes Werkzeug für reale Sicherheits – und Wirtschaftspolitik sind, seit 9/11 spielt der Sicherheitsgedanke eine dominierende Rolle. Wir erkennen auch dass Afrika aktuell die letzte Region der Erde ist, wo alle Mächte versuchen den größtmöglichsten Einfluss auszuüben.
Damit ist Afrika eine Schlüsselregion für eine neue, multipolare Weltordnung – mit neuen Mächten wie Indien oder China. Deswegen ist diese neue Systematik der Intervention, als politisches Werkzeug zu sehen, notwendig: Für die Analyse
älterer Fälle und in aktuellen Diskussionen über vielleicht zukünftige Interventionen; bzw. veränderter
Sicherheitspolitik - und für nachhaltige Entwicklungsdiskurse in der nahen Zukunft.
Abstract
(Englisch)
In this master – thesis you will recognise one big field: it is not possible to work about some criteria of humanitarian intervention without thinking about the historical background, without discussing the deeper motivation for intervention. In the main part of this work we can read about the answers for
three main questions: criteria of humanitarian intervention, motivation for (or against) humanitarian intervention and about perspectives of development.
As a concrete example, all these questions will be
targeting the situation in Darfur, in the region of Sudan and Central Africa. Another aspect of this work is the possibility of a new African perspective: there we will analyze new aspects of African UN– Forces, in the fields of peacekeeping and humanitarian intervention itself.
For answering our three main questions, there will be some powers which are analyzed in these cases in the region of Central Africa. So in case of the U.S. there will be discussed if there is still an influence of the Somalia – intervention today and how – or even if – Obama could change the U.S.-
policy in direction of an re – opening for humanitarian reasons, for the UN. In the case of France and the European Union there will be shown that there is still a strong historical influence of France´s colonial past.
China will be a good example for a hidden agenda of international policy: they – officially – don´t intervene, but inofficially – in an economic way – they have a really big influence on the region and may be a new partner for Africa directed against the western powers.
All these different aspects show us a really complex situation – which also needs a complex system to be analyzed. So I have developed a new system in the field of intervention. I called it the “volcano of intervention”. In this system historical backgrounds are one reason for new motivations, criteria– with a filter for a better marketing of the intervention – follow. After that the real intervention happens,
compared with a bursting volcano, which brings bad things (destruction) – and (or) good things (good soil for agriculture) - combined in a very tight way with the perspectives of further development.
Both, the intervention and the further development, influence now new criteria and new motivations. Like water, which sinks down in the earth, the effect of intervention goes down and can be seen as a new part of a (new) historical background.
In our special case Darfur we see that humanitarian intervention often is a good tool for real politics,
for economic – and security – interests (especially since 9/11 the security topic has grown more important than before).
And we see that Africa as one last region where all powers try to have the biggest influence is one keystone to a new, multi – polar world order with new powers like China and
India. Because of that the new system regarding the principles of humanitarian intervention (seen as a
political tool) is necessary - for the analysies of old cases and in new discussions of – maybe – new interventions, new politics in security – and development aspects in our near future.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Darfur humanitarian Intervention Security-policy global interests in Africa Development policy
Schlagwörter
(Deutsch)
Darfur humanitäre Intervention Sicherheitspolitik Globale Interessen in Afrika Entwicklungspolitik
Autor*innen
Benedikt Gamillscheg
Haupttitel (Deutsch)
Krisenregion Darfur
Hauptuntertitel (Deutsch)
Kriterien des internationalen humanitären Eingreifens und Entwicklungsperspektiven im internationalen Vergleich : eine sicherheitspolitische und entwicklungspolitische Analyse mit dem Aufzeigen afrikanischer Perspektiven
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
194 S. : Ill., Kt.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Michael Zach
AC Nummer
AC08037775
Utheses ID
7532
Studienkennzahl
UA | 057 | 390 | |
