Detailansicht
(Re-)thinking plastics with time
the role of temporal narratives for citizens' sensemaking of plastics
Laura Bomm
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doktoratsstudium Sozialwissenschaften: Wissenschafts- und Technikforschung
Betreuer*in
Ulrike Felt
DOI
10.25365/thesis.78842
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-17934.85842.883930-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Plastik ist ein grundlegender Werkstoff, der die modernen Gesellschaften geprägt hat, wobei Produktion und Verbrauch weiter zunehmen. Gleichzeitig ist das Bewusstsein für die möglichen negativen Auswirkungen von Plastik und Mikroplastik auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit gewachsen. Infolgedessen nimmt Plastik in der Gesellschaft eine ambivalente Stellung ein – es ist tief in den Alltag eingebettet und wird gleichzeitig zunehmend auf seine ökologischen und gesundheitlichen Folgen hin untersucht. Um zu untersuchen, wie Bürger:innen die Rolle von Plastik im heutigen Leben und seine komplexen gesellschaftlichen Dimensionen wahrnehmen, stützt sich diese Forschung auf eine Reihe von Diskussionsgruppen, die Ende 2019 in Wien durchgeführt wurden. Die Analyse zeigt, wie verschiedene Formen von Zeit und zeitlichen Repertoires die Art und Weise beeinflussen, wie Bürger:innen über ihr Verständnis von Plastik und kunststoffbezogenen Problemen erzählen, die (Nicht-)Verwendung von Plastik rechtfertigen, Verantwortung zuschreiben und sich (Nicht-)Handlungen und mögliche Lösungen vorstellen. Im Mittelpunkt der empirischen Analyse für diese Untersuchung stehen drei Hauptgruppen von zeitlichen Erzählungen, die in den Diskussionen der Bürger:innen zu finden sind. Diese Narrative haben unterschiedliche Funktionen bei der Einordnung der Beziehungen zwischen Plastik und der Gesellschaft durch die Bürger:innen. (1) Die erste Gruppe zeitlicher Erzählungen, die diagnostischen Erzählungen, befasst sich damit, wie die Teilnehmer die Gegenwart diagnostizieren, indem sie Erinnerungen an eine plastikreduzierte Vergangenheit mit mobilen und beschleunigten Lebensstilen verbinden, die bestimmte Rhythmen und Geschwindigkeiten des Plastikkonsums fördern. (2) Dies wird dann eng mit rechtfertigenden Erzählungen verwoben, in denen die Teilnehmer die Moral der kurzen Nutzungsdauer von Artefakten mit der langen Lebensdauer der meisten langlebigen Kunststoffmaterialien abwägen. (3) Schließlich drehen sich die antizipatorischen Erzählungen der Bürger:innen um Vorstellungen über mögliche Zukünfte mit Plastik (und wer sie gestalten kann) sowie um die Festlegung der zeitlichen Horizonte der jeweiligen Verantwortlichkeiten. Zusammengenommen machen diese zeitlichen Erzählungen sechs miteinander verbundene Plastikparadoxien in unserer Gesellschaft deutlich. Die Untersuchung schließt mit einer expliziten Darstellung dieser Plastikparadoxa, die es uns ermöglicht, besser zu verstehen, warum es den Menschen so schwerfällt, sich mit ihren eingefahrenen Konsumgewohnheiten und Routinen mit und durch Plastik auseinanderzusetzen, sie zu überdenken und schließlich neu zu gestalten.
Abstract
(Englisch)
Plastics are a fundamental material that has shaped late modern societies, with production and consumption continuing to rise. At the same time, awareness of the potential negative impacts of plastics and microplastics on environmental and human health has been growing. As a result, plastics occupy an ambivalent position in society—deeply embedded in everyday life whilst increasingly scrutinised for their environmental and health consequences. To explore how citizens perceive the role of plastics in contemporary life and its complex societal dimensions, this research draws on a series of discussion groups conducted in Vienna in late 2019. The analysis reveals how various forms of time and temporal repertoires influence the way citizens narrate about their understandings of plastics and plastic-related problems, justify the (non-)use of plastics, attribute responsibility, and envision (non-)actions and potential solutions. At the core of the empirical analysis for this research are three main sets of temporal narratives found in citizens’ discussions. These narratives function differently in citizens’ ordering of the relationships between plastics and society. (1) The first set of temporal narratives, diagnostic narratives, addresses how participants diagnose contemporary times by connecting memories of a plastic-reduced past with mobile and accelerated lifestyles that foster certain rhythms and paces of plastic consumption. (2) This gets then deeply entangled with justificatory narratives through which participants balance the moralities of artefacts’ short use durations with the long afterlives most durable plastic materials face. (3) Finally, citizens’ anticipatory narratives gravitate around imaginations of possible futures with plastics (and who can shape them) and the setting of the temporal horizons of respective responsibilities. Taken together, these temporal narratives make concrete six interrelated plastic paradoxes that exist in our society. The research concludes by rendering these plastic paradoxes explicit, which allows us to better understand why people have such a hard time engaging with, re-thinking and eventually re-doing their well-entrenched consumption habits and routines with and through plastics.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Plastik Mikroplastik Zeit Zeitlichkeit Narrative Partizipation Bürger Wien
Schlagwörter
(Englisch)
plastics microplastics time temporality narratives participation citizens Vienna
Autor*innen
Laura Bomm
Haupttitel (Englisch)
(Re-)thinking plastics with time
Hauptuntertitel (Englisch)
the role of temporal narratives for citizens' sensemaking of plastics
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
x, 227 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*innen
Michael Michael ,
Céline Parotte
AC Nummer
AC17595854
Utheses ID
75320
Studienkennzahl
UA | 796 | 310 | 121 |
