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Die höchstpersönliche Verantwortung des Diözesanbischofs in der Leitung der Diözese
Perspektiven für eine gelingende Synodalität in seiner Amtsführung
Félix Wendpanga Ouedraogo
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Evangelisch-Theologische Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doktoratsstudium der Katholischen Theologie Katholische Theologie
Betreuer*in
Andreas Kowatsch
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DOI
10.25365/thesis.78936
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-17952.80534.990058-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Nach kirchlichem Verständnis ist das Amt ein Dienst. Aber es bleibt ein Ideal. Wie dem Diözesanbischof konkret geholfen werden kann, dieses Ideal im Kontext der Synodalität zu verwirklichen, ist Gegenstand der anstehenden Arbeit. Die rechtliche Rahmenordnung muss noch deutlich ausgereift werden: Wie lässt sich dieses hehre Leitungsideal rechtlich in die Praxis umsetzen? Wie kann das Kirchenrecht konkrete Wege zur Verwirklichung der Synodalität aufzeigen? Reicht es wirklich aus, Synodalität aus einer verstärkten Betonung der Gleichheit aller Gläubigen heraus zu konstruieren? Ausgehend vom Verständnis der Synodalität geht diese Arbeit von den nicht kodifizierten Organen der Synodalität aus, um die Gründe für das nicht effiziente Funktionieren von drei bereits kodifizierten Organen der Synodalität (Priesterrat, Diözesanpastoralrat, Diözesansynode) zu ermitteln, die als sehr bedeutsam für die bischöfliche Leitung identifiziert werden. Diese Parallelisierung wird ermöglichen, konkrete Wege vorzuschlagen, welche die kanonischen Anforderungen an die drei genannten Organe und die relative Freiheit der von den Diözesanbischöfen selbst eingesetzten Organe berücksichtigen. Es sollen für den Priesterrat, den Diözesanpastoralrat und die Diözesansynode Wege für mehr Beispruchsrechte und Entwicklungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Bei der Prüfung der Möglichkeiten, die Beispruchsrechte des Priesterrates und des Diözesanpastoralrates zu erweitern, wurde vorgeschlagen, in den jeweiligen Statuten ein Beschwerderecht für den Fall vorzusehen, dass sich die Mitglieder des Rates objektiv überflüssig fühlen oder in irgendeiner Weise an der wirksamen Erfüllung ihrer Aufgabe gehindert werden. Allerdings ist die verpflichtende Einrichtung eines Diözesanpastoralrates ein wichtiger Schritt zur Förderung der Synodalität in der Leitung der Diözese. Der Diözesanpastoralrat wäre somit ein beispruchsberechtigtes Gremium des Diözesanbischofs, welches das Recht hat, bei der Durchführung bestimmter Handlungen obligatorisch konsultiert zu werden. Um die Arbeit des Priesterrates und des Diözesanpastoralrates effizienter zu gestalten, ist es sinnvoll, für jedes dieser Beratungsgremien einen Begleit- oder Kontrollausschuss einzurichten, die die Aufgabe hat, die Umsetzung der vom Bischof bzw. vom Rat getroffenen und vom Diözesanbischof bestätigten Entscheidungen zu überwachen und Probleme bei der Umsetzung festzustellen, um die Entscheidungen gegebenenfalls zu ändern. Es handelt sich um ein rein technisches Instrument, das in regelmäßigen Abständen den Stand der Umsetzung der Beschlüsse evaluiert und dem Diözesanbischof einen umfassenden Bericht mit Empfehlungen vorlegt, der dann über das weitere Vorgehen entscheidet. Es wurde auch vorgeschlagen, eine Reform der Diözesansynode, zu unternehmen. In diesem Sinne ist es angebracht, die Diözesansynode wieder verbindlich zu machen, nicht mit einer festen Periodizität wie im CIC/1917 (alle 10 Jahre), sondern mit dem Ziel, dass jeder Bischof ab fünf Jahren nach seinem Amtsbeginn eine Diözesansynode einberufen muss, damit mindestens einmal während seiner Amtszeit eine Diözesansynode abgehalten wird. Denn es hat sich gezeigt, dass die Bischöfe eher Sondermolle synodaler Beratung einsetzen als die Diözesansynode. Unter anderen Gründen, ist zu halten, dass die Sondermodelle mehr Flexibilität haben. Angesichts dieser Tatsache hat die vorliegende Untersuchung Reformen und Anpassungen der Diözesansynode vorgeschlagen. Zum Beispiel eine beschließende Stimme den Mitgliedern der Diözesansynode zu geben, die der Bischof zuvor in die Statuten der Synode aufnehmen würde. Und damit diese beschließende Stimme bei der Diözesansynode wirksam sein kann, hält die vorliegende Arbeit die Konsensmethode als eines der geeignetsten Mittel, denn der Konsens versucht, jeder Position oder jedem Standpunkt besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Ein weiterer wichtiger Aspekt, der Gegenstand dieser Arbeit war, ist die Machtkontrolle des Diözesanbischofs im Fall gescheiterter Synodalität. Die Kontrolle der bischöflichen Macht ist notwendig und wichtig. Sicherlich gibt es objektive Maßnahmen, die man nicht ergreifen kann, um die bischöfliche Macht einzuschränken, weil sie in erster Linie ein Sakrament ist. Aber man kann die Macht kontrollieren, denn zu viel Macht schwächt die Macht letztlich. Eine Bewertung der Beratung in der katholischen Kirche hat gezeigt, dass der Begriff „tantum consultivum“ in der kanonischen Sprache verankert ist und wird verwendet, um auszudrücken, dass in der Kirche die Beratungsgremien oder die beispruchsberechtigten Einzelpersonen nur Ratschläge abgeben: das heißt sie verfügen nur über eine beratende Stimme (votum tantum consultivum). Es wurde untersucht, einige Veränderungen bei bestimmten Canones vorzunehmen, damit die Beratung der Mitwirkungsorgane mehr Gewicht hat. Die Förderung einer guten bischöflichen Leitungsführung, die eine Vielfalt von Möglichkeiten für die Beteiligung aller bietet, ist ein Thema, das es weiterzuentwickeln gilt: 1) Auf der Ebene des universalen Gesetzgebers, um tiefgreifende Reformen an dem vorzunehmen, was bereits existiert; 2) Auf der Ebene des Diözesanbischofs, um in der Lage zu sein, die Vielfalt der in der Diözese vorhandenen Kompetenzen zu integrieren; 3) Auf der Ebene des Volkes Gottes, um die Regeln anzunehmen, die sowohl vom universalen als auch vom partikularen Gesetzgeber, dem Diözesanbischof, vorgeschrieben werden. Im Zusammenhang mit der Synodalität auf Ebene der Diözese wird deutlich, dass im Blick auf die Ekklesiologie der Communio die beratenden Organe nicht ohne das Weiheamt der Bischöfe und Priester existieren können und dass die Leitung der Diözese, nicht ohne die Mitwirkung der anderen Gläubigen funktionieren können. Es gibt also so etwas wie einen innigen Austausch zwischen denen, die das Leitungsamt ausüben, und den anderen Gliedern des Gottesvolkes. Priester und Bischöfe, die nicht von diesem Volk zu trennen sind, werden jedoch berufen und eingesetzt, um die größtmögliche Teilhabe aller an der Sendung der Kirche in der Welt besser zu gewährleisten. Damit der Dialog und das Zuhören im synodalen Prozess fruchtbar werden können, ist es notwendig, dass die Teilkirche der Bildung bzw. Fortbil¬dung der Gläubigen besondere Aufmerksamkeit schenkt. Dies ermöglicht einen geordneten, gut informierten und argumentativen Diskurs, der eine echte Synodalität fördert. Eine größere Beteiligung der Laien, insbesondere der TheologInnen und der ExpertInnen in den verschiedenen Bereichen der Diözese soll in angemessener Weise gefördert werden. Man soll schließlich sagen, dass der Prozess der Synodalität ohne Beachtung der Prinzipien des kanonischen Rechts nicht erfolgreich sein kann. Die Einhaltung der kanonischen Normen ist eine Voraussetzung für die Erarbeitung von Wegen zu einer größeren Beteiligung der Laien und zu einer gelungenen Strukturreform.
Abstract
(Englisch)
According to the Church’s understanding, ministry is a service. But it remains an ideal. How to help the diocesan bishop to realize this ideal in the context of synodality will be the subject of this work. The juridical framework still needs to be clearly developed: How can this noble ideal of governance be legally implemented in practice? How can canon law point to concrete ways of realizing synodality? Is it really enough to construct synodality from a greater emphasis on the equality of all the believers? Based on the understanding of synodality, this Work begins with the non-codified organs of synodality to identify the reasons for the inefficient functioning of three already codified organs of synodality (presbyteral council, diocesan pastoral council, diocesan synod), that have been identified as very important for episcopal governance. This parallelism allows to propose concrete ways that take into account the canonical requirements for these three organs of synodality and the relative freedom of the organs established by the diocesan bishops themselves. The aim is to show ways in which the presbyteral council, the diocesan pastoral council and the diocesan synod can achieve greater rights of participation and opportunities for development. In addition to answering the main research question, the forthcoming work aims to offer new forms of relationship between the elected codecisional organs provided for in universal law and the diocesan bishop. This includes, on the one hand, the expansion of the rights of co-decision and participation of the elected organs and, on the other hand, the strengthening of the cooperation between these organs of synodality. In studying the possibilities of extending the rights of appeal of the presbyteral council and the diocesan pastoral council, it has been suggested that the statutes should include a right of appeal in the event that the members of the council feel objectively superfluous or are prevented in any way from effectively carrying out their task. However, the mandatory establishment of a diocesan pastoral council is an important step in promoting synodality in the governance of the diocese. The diocesan pastoral council would thus be an authorized organ of the diocesan bishop, with the right to be consulted in the implementation of certain actions in the pastoral care. In order to make the work of the presbyteral council and the diocesan pastoral council more effective, it is useful to create a monitoring or control committee for each of these consultative organs, whose task would be to monitor the implementation of the decisions taken by the bishop or the council and confirmed by the diocesan bishop, and to identify problems in the implementation so that the decisions can be modified, if necessary. It is a purely technical instrument that periodically evaluates the state of implementation of the decisions and submits a comprehensive report with recommendations to the diocesan bishop, who then decides how to proceed. It has also been suggested that a reform of the diocesan synod be undertaken. In this sense, it is appropriate to make the diocesan synod compulsory again, not with a fixed periodicity as in CIC/1917 (every ten years), but with the aim that every bishop should convene a diocesan synod within five years of taking office, so that a diocesan synod is held at least once during his term of office. This is because it has been shown that bishops tend to use special organs for synodal consultation rather than the diocesan synod. Among other reasons, it should be noted that the special organs of consultation are more flexible. In light of this fact, the present study has proposed reforms and adjustments to the diocesan synod. For example, to give the members of the diocesan synod a casting vote, which the bishop would previously have included in the synod’s statutes. And in order for this decisive vote to be effective in the diocesan synod, the present work considers the method of consensus to be one of the most appropriate means, since consensus seeks to give special attention to each position or point of view. Another important aspect that has been the subject of this work is the control of power by the diocesan bishop in the event of a failure of synodality. The control of episcopal power is necessary and important. Certainly, there are objective measures that cannot be taken to limit episcopal power because it is first and foremost a sacrament. But power can be controlled, because too much power ultimately weakens power. An assessment of consultation in the Catholic Church has shown that the term “tantum consultivum” is anchored in canonical language and is used to express that in the Church the consultative organs or persons are authorized only to give advice: that is, they have only a consultative vote (votum tantum consultivum). Some changes in certain canons have been considered in order to give more weight to the advice of the consultative organs. The promotion of good episcopal governance, with multiple opportunities for the participation of all, is a topic that needs to be further developed: 1) at the level of the universal legislator, in order to carry out profound reforms of what already exists; 2) at the level of the diocesan Bishop, in order to be able to integrate the diversity of competencies present in the diocese; 3) at the level of the people of God, in order to accept the rules prescribed both by the universal legislator and by the particular legislator, the diocesan bishop. In the context of synodality in the diocese, it becomes clear that, in view of the ecclesiology of communion, the consultative organs or councils cannot exist without the ordained ministry of bishops and priests, and that the leadership of the diocese, cannot function without the participation of the other faithful. There is, therefore, a kind of intimate exchange between those who exercise leadership and the other members of the People of God. However, priests and bishops, who cannot be separated from this people, are called and appointed to better ensure the fullest participation of all in the Church’s mission in the world. For dialogue and listening to be fruitful in the synodal process, it is necessary that the diocese give special attention to the formation of the faithful. This will make possible an orderly, well-informed and reasoned discourse that promotes authentic synodality. The greater participation of the lay faithful, especially of theologians and experts in the various fields of the diocese, should be encouraged in an appropriate manner. It should also be said that the process of synodality cannot be successful without respect for the principles of canon law. Respect for canonical norms is a prerequisite for finding ways to increase lay participation and for successful structural reform.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Synodalität bischöfliche Leitung Priesterrat Diözesansynode Diözesanpastoralrat Beispruchsrechte tantum consultivum
Autor*innen
Félix Wendpanga Ouedraogo
Haupttitel (Deutsch)
Die höchstpersönliche Verantwortung des Diözesanbischofs in der Leitung der Diözese
Hauptuntertitel (Deutsch)
Perspektiven für eine gelingende Synodalität in seiner Amtsführung
Paralleltitel (Englisch)
The highly personal responsibility of the diocesan bishop in the governance of the diocese
Paralleluntertitel (Englisch)
perspectives for successful synodality in his ministry
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
354 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Sabine Konrad ,
Wilhelm Rees
Klassifikation
86 Recht > 86.97 Kirchenrecht
AC Nummer
AC17603410
Utheses ID
75338
Studienkennzahl
UA | 780 | 011 | |
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